Elmar Kraushaar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Elmar Kraushaar (* 11. August 1950 in Niederurff) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller aus Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Elmar Kraushaar wuchs in Niederurff in der Nähe von Fritzlar im Norden Hessens auf. Sein Bruder ist der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar. [1] Er besuchte bis zum Abitur die Schule und das Gymnasium in Fritzlar, um dann in Berlin an der Freien Universität (FU) von 1971 bis 1979 Romanistik und Germanistik zu studieren.

Gleich nach seiner Ankunft in Berlin wurde er Mitglied der Homosexuellen Aktion West-Berlin (HAW), einer der aktivsten deutschen Schwulengruppen der frühen 1970er Jahre.

Sein erstes Buch erschien 1977 im Verlag Rosa Winkel und hatte den Titel Schwule Lyrik – schwule Prosa. Zusammen mit Matthias Frings gab er 1982 die Bücher Männer.Liebe und Heiße Jahre beim Rowohlt-Verlag heraus. An dem von Matthias Frings ebenfalls bei Rowohlt herausgegebenen Buch Liebesdinge arbeitete er mit.

Als Journalist arbeitete Elmar Kraushaar zunächst bei der Berliner Schwulenzeitschrift Siegessäule mit. Ab 1986 war er Redakteur bei der Berliner tageszeitung (taz), von wo er 1990 zu RIAS TV wechselte. Im Zuge der Auflösung des RIAS wechselte er 1992 zur Deutschen Welle. Bei der taz ist er noch heute Autor der seit 1985 (zunächst in der Siegessäule, dann im Magnus und seit 1995 in der taz[2]) erscheinenden und viel beachteten monatlichen Kolumne Der homosexuelle Mann…, in der er gesellschaftliche Verhältnisse und schwule Verhaltensweisen und Organisationsformen kritisch beleuchtet. Unter dem gleichen Titel kam im März 2004 ein Buch mit einer Sammlung dieser Beiträge beim Männerschwarmskript-Verlag heraus.

Als großer Freund des deutschen und internationalen Schlagers gab er das Buch Rote Lippen heraus und veröffentlichte Schriften und CDs zu bekannten deutschen Schlagerstars.

Werke[Bearbeiten]

  • Männer, Liebe – ein Handbuch für Schwule und alle, die es werden wollen. Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-499-17658-0.
  • Rote Lippen – die ganze Welt des deutschen Schlagers. Rowohlt, Reinbek 1983, ISBN 3-499-15087-5.
  • Die ungleichen Brüder. Zum Verhältnis zwischen schwulen und heterosexuellen Männern. Rororo-Verlag, Reinbek 1988, ISBN 3-499-18226-2 (zusammen mit Matthias T. J. Grimme)
  • „Nebenwidersprüche“ Die neue Linke und die Schwulenfrage in der Bundesrepublik der siebziger und achtziger Jahre. In: Detlef Grumbach (Hrsg.): Die Linke und ihr Laster – schwule Emanzipation und linke Vorurteile. MännerschwarmSkriptverlag, Hamburg 1995, ISBN 3-928983-30-X.
  • Schwule Listen – Namen, Daten und Geschichten. Rowohlt, Reinbek 1994, ISBN 3-499-17917-2.
  • Hundert Jahre schwul – eine Revue (Hrsg.). Rowohlt, Berlin 1997, ISBN 3-87134-307-2.
  • Der homosexuelle Mann … – Anmerkungen und Beobachtungen aus zwei Jahrzehnten. MännerschwarmSkriptverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-935596-35-9.
  • Freddy Quinn – Ein unwahrscheinliches Leben. Atrium Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85535-390-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.munzinger.de/search/portrait/Wolfgang+Kraushaar/0/27814.html
  2. http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wa&dig=2014%2F06%2F03%2Fa0112&cHash=bf94490b39f36ac8959ccab06bbbafde