Elmsteiner Tal

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Elmsteiner Tal
Ort und Burgruine Elmstein

Ort und Burgruine Elmstein

Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Gebirge mittlerer Pfälzerwald
Geographische Lage 49° 20′ 48″ N, 7° 56′ 52″ O49.3466666666677.9477777777778170Koordinaten: 49° 20′ 48″ N, 7° 56′ 52″ O
Elmsteiner Tal (Rheinland-Pfalz)
Elmsteiner Tal
Gestein Buntsandstein
Höhe 470 m bis 170 m
Länge 24 km
Gewässer Speyerbach und Zuflüsse

Das Elmsteiner Tal ist eine Talregion im mittleren Pfälzerwald zwischen den Ortschaften Frankeneck und Johanniskreuz (Rheinland-Pfalz). Durch das Tal fließt der Speyerbach, ein linker Nebenfluss des Rheins.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der größte Teil des Elmsteiner Tals liegt im Landkreis Bad Dürkheim, zwei kleinere Teilbereiche gehören zu Neustadt an der Weinstraße bzw. zum Landkreis Südliche Weinstraße. Das Tal ist 24 Kilometer lang und fällt in West-Ost-Richtung etwa von 470 auf 170 Meter ab.

Gewässer[Bearbeiten]

Das Elmsteiner Tal wird vom Speyerbach durchflossen. Mit seinen Nebenbächen, deren wasserreichste hier der Helmbach und der Breitenbach sind, entwässert der Speyerbach das Tal, dessen gewundenen Verlauf er bestimmt, und die es umgebenden Höhen.

Berge[Bearbeiten]

Die Erhebungen links, also nördlich des Tals, sind mit maximal 514 Metern (Mückenberg) deutlich niedriger als diejenigen rechts. Dort erreichen die Bloskülb 570 und der Brogberg 567 Meter. Der höchste Punkt im Westen, zugleich der Beginn des Tals, liegt auf der Wasserscheide Rhein/Mosel, die in diesem Bereich die Einzugsgebiete von Speyerbach und Schwarzbach trennt. Im Osten endet das Tal an der Einmündung des Hochspeyerbachs in den Speyerbach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Burg Spangenberg
Kirchturmruine Appenthal

Die vier mittelalterlichen Burgen über dem Tal, nämlich Elmstein, Breitenstein, Erfenstein und Spangenberg, sicherten den hier herrschenden Adelsgeschlechtern über Jahrhunderte ihre Vormachtstellung. Heute werden ihre Ruinen von Touristen besucht, nicht zuletzt wegen der Sage von der Ledernen Brücke, die zwischen den Burgen Erfenstein und Spangenberg existiert haben soll. Von den sonstigen historischen Bauwerken des Tals dürfte die Turmruine der 1488 errichteten Kirche in Appenthal am bekanntesten sein.[1]

Museen und Themenwanderweg[Bearbeiten]

Drei Museen informieren in Elmstein über die Arbeit im Wald, zwei von ihnen befinden sich im gleichen historischen Gebäude: Das Waldarbeitsmuseum im Obergeschoss beschäftigt sich umfassend mit allen Tätigkeiten, die im Wald relevant waren.[2][3] Die Wappenschmiede im Untergeschoss ist ein Eisenhammer, der einst das Speyerbachwasser zur Energiegewinnung für das Schmiedehandwerk nutzte; heute wird elektrischer Strom erzeugt und ins öffentliche Netz eingespeist.[4] Die Alte Samenklenge hat speziell die Geschichte der Forstwirtschaft zum Thema und gibt Auskunft über Nutzung der Wälder, Samengewinnung und Aufforstung.[5]

Die Infotafeln des Triftwanderwegs entlang des Speyerbachs erläutern die Technik der Trift.[6] Die Touristinformation der Gemeinde Elmstein bietet geführte Wanderungen an.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Vom Mittelalter bis in die Neuzeit war in der gesamten Region die Forstwirtschaft der Haupterwerbszweig; zahlreiche Triftanlagen dienten dem Transport von Schnittholz auf den Bächen, deren Wasserkraft auch für den Antrieb von Mühlen und Hammerwerken genutzt wurde.

Besiedelung[Bearbeiten]

Das Elmsteiner Tal ist sehr dünn besiedelt, die Einwohnerzahl liegt unter 3000. Wichtigste Gemeinde ist Elmstein, von dem der Name stammt, mit seinen kleineren Ortsteilen. Mit dem Rückgang der Forstwirtschaft pendeln immer mehr Bewohner des Tals zu auswärtigen Arbeitsplätzen.

Verkehr[Bearbeiten]

Lok des Kuckucksbähnels im Bahnhof Elmstein

Für den Straßenverkehr erschlossen ist das Tal durch die Landesstraße 499, die von Frankeneck nach Johanniskreuz führt und dabei die Bundesstraßen 39 (FrankensteinNeustadt an der Weinstraße) und 48 (HochspeyerBad Bergzabern) verbindet. Außerdem existiert eine Busanbindung mit der Linie 517 (Neustadt an der Weinstraße–Iggelbach), ihre Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde.

Zur Verhinderung von Motorradunfällen ist die kurvenreiche Straße durch das Elmsteiner Tal an Wochenenden im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) für den Motorradverkehr gesperrt; lediglich Anwohner – nicht Anlieger – dürfen die Strecke während der Sperrzeit mit dem Motorrad befahren.

Entlang des Speyerbachs von Frankeneck bis Elmstein verläuft das Kuckucksbähnel, das 1909 eröffnet wurde und auf dem bis 1960 Personenverkehr stattfand. 1984 wurde die Strecke reaktiviert, seither wird das Kuckucksbähnel als Museumseisenbahn zu touristischen Zwecken genutzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elmsteiner Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim. Abgerufen am 3. November 2011 (PDF; 1,6 MB).
  2. webmuseen.de: Waldarbeitsmuseum. Abgerufen am 3. November 2011.
  3. Gemeinde Elmstein: Sehenswertes in Elmstein – Das Elmsteiner Waldarbeitsmuseum. Abgerufen am 3. November 2011.
  4. Gemeinde Elmstein: Sehenswertes in Elmstein – Die Elmsteiner Wappenschmiede. Abgerufen am 3. November 2011.
  5. Alte Samenklenge: Das Elmsteiner Museum „Alte Samenklenge“. Abgerufen am 3. November 2011.
  6. Wege zum Holz: Elmstein, Triftwanderweg. Abgerufen am 3. November 2011.
  7. Verbandsgemeinde Lambrecht: Wandern – Triftwanderweg in Elmstein. Abgerufen am 3. November 2011.