Enola Gay

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Die Enola Gay. Die Maschine trägt zur Verschleierung der tatsächlichen Einheitszugehörigkeit Markierungen der 6th Bomb Group (R im Kreis). Nach dem Waffenstillstand wurde wieder die eigentlich zugeordnete Markierung (eine Speerspitze) aufgebracht.[1]
Der Atompilz über Hiroshima
Die Enola Gay heute

Enola Gay ist der Name des B-29-Bombers (Superfortress), der am 6. August 1945 die erste Atombombe („Little Boy“), die je in einem Konflikt eingesetzt wurde, auf die japanische Stadt Hiroshima abwarf (siehe Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki).

Der Pilot Colonel Paul W. Tibbets, jr. benannte die Maschine nach seiner Mutter Enola Gay Tibbets (geb. Haggard; 1893–1983), diese wiederum wurde auf den Namen der Heldin eines Romans getauft, den ihr Vater besonders schätzte. Die Maschine mit der Seriennummer 44-86292 wurde im Mai 1945 im Werk der Glenn L. Martin Company auf der Offutt Air Force Base in Nebraska hergestellt und speziell für den Abwurf der Bombe umgebaut. Im Vergleich zu einer „normalen“ B29 wurden bis auf das Heckgeschütz alle Waffen aus der Maschine entfernt, was zu einer deutlichen Gewichtsverminderung und dadurch einer höheren erreichbaren Flughöhe führte. Der ausklinkbare Haken der Aufhängung der Bombe entsprach den Haken, die beim Abwurf von Luftminen ein vergleichbares Gewicht trugen.

Die Boeing B-29 gehörte zur 509th Composite Group (313th Bomb Wing) der United States Army Air Forces und flog den Einsatz gegen Hiroshima von Tinian aus, einer kleinen Insel der Marianen. Neben der Enola Gay gab es noch 14 weitere B-29-Bomber, die für den Einsatz von Atombomben umgerüstet waren, unter anderem die Bockscar, die auf die japanische Stadt Nagasaki die zweite Atombombe „Fat Man“ abwarf.

Die Enola Gay ist derzeit in der Außenstelle des Smithsonian Luft- und Raumfahrtmuseums Washington, D.C., in der Nähe des Flughafens Dulles ausgestellt.

[Bearbeiten] Besatzung der Enola Gay beim Einsatz auf Hiroshima

Insgesamt 12 Personen waren an Bord:[2]

  • Colonel Paul Tibbets (1915–2007) – Pilot und Kommandant
  • Captain Robert A. Lewis (1918–1983) – Copilot
  • U.S. Navy Captain William S. „Deak“ Parsons (1901–1953) – Waffenoffizier
  • Second Lieutenant Morris R. Jeppson (1922–2010) – Assistent des Waffenoffiziers
  • Major Thomas Ferebee (1918–2000) – Bombenschütze
  • Lieutenant Jacob Beser (1921–1992) – Bedienung des Radarentfernungsmessers für die Bombe (Lieutenant Beser war als einziger der Crew auch beim zweiten Atombombeneinsatz auf Nagasaki eingesetzt)
  • Technical Sergeant Wyatt E. Duzenberry (1913–1992) – Flugingenieur
  • Sergeant Robert H. Shumard (1920–1967) – Assistent des Flugingenieurs
  • Captain Theodore „Dutch“ Van Kirk (* 27. Februar 1921) – Navigator, einziges noch lebendes Besatzungsmitglied (Januar 2012)
  • Sergeant Joe S. Stiborik (1914–1984) – Bedienung des Bordradargerätes
  • Private First Class Richard H. Nelson (1925–2003) – Bordfunker
  • Technical Sergeant George R. „Bob“ Caron (1919–1995) – Rumpfschütze

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dana Bell: Air Force Colors, Volume 3, squadron/signal publications, 1997, S. 85
  2. Photo: P-574 (Enola Gay Crew Members) Manhattan Project Heritage Preservation Association (engl.), abgerufen am 20. Dezember 2010

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Enola Gay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Enola Gay – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen