Warin

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Warin. Warin ist außerdem ein männlicher Vorname, siehe: Warin (Name).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Warin
Warin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Warin hervorgehoben
53.7998411.71091130Koordinaten: 53° 48′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Neukloster-Warin
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 44,26 km²
Einwohner: 3316 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19417
Vorwahl: 038482
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 084
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 27
23992 Neukloster
Webpräsenz: www.stadt-warin.eu
Bürgermeister: Michael Ankermann[2]
Lage der Stadt Warin im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Gägelow Stepenitztal Stepenitztal Stepenitztal Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Rehna Rehna Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
Über dieses Bild

Die Kleinstadt Warin liegt im Osten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie gehört zum Amt Neukloster-Warin mit Sitz in Neukloster. Der Ort ist Teil der Metropolregion Hamburg.

Geografie[Bearbeiten]

Warin liegt am Nordrand der Sternberger Seenlandschaft, eingebettet zwischen dem Großen Wariner See und dem Glammsee. Beide Seen verbindet im Stadtgebiet der Mühlengraben. Die Stadt befindet sich etwa 23 Kilometer südöstlich von Wismar. Sie liegt im Naturpark Sternberger Seenland, der sich von Neukloster im Norden über Sternberg bis nach Pinnow im Süden erstreckt. Bei den Ortsteilen Klein und Groß Labenz befindet sich der Groß Labenzer See.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Warin gehören die Ortsteile Allwardtshof, Groß Labenz, Klein Labenz, Mankmoos, Pennewitt und Wilhelmshof.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Urdolmen von Mankmoos, ein Großsteingrab im rechteckigen Hünenbett, ist das älteste Relikt im Gemeindegebiet.

1178 wurde der Name Warin erstmals urkundlich erwähnt. 1229 begann der Bischof von Schwerin mit dem Bau einer „Sommerresidenz“, vier Jahre später erwähnte Bischof Brunward Warin erstmals als Kirchdorf. Die durch Bischof Hermann I. von Schladen 1263 begründete Bischofsburg wurde 1284 als im Bau befindlich erwähnt. Die unter dem Schutz der Burg entstehende Siedlung besaß bereits 1306 einen Rat, war also eine Stadt. Die genaue Verleihung des Stadtrechtes ist jedoch nicht nachweisbar.[3] Die Bischofsburg wurde Pfingsten 1322 teilweise zerstört, der Bischofssitz verpfändet. Erst unter Bischof Friedrich II. von Bülow konnte nach 1366 der Bischofssitz wieder eingelöst und die Burg instand gesetzt werden. Unter Bischof Nicolaus Böddeker wurde die Burg 1447/48 gründlich restauriert und erweitert.[4]

Bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges stieg die Einwohnerzahl auf 250. 1628 besetzten dänische Truppen Warin, von 1634 bis 1635 schwedische Dragoner unter Oberstleutnant Osterling. 1636 brannte ein Großteil der Stadt ab. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte Warin noch 45 Bürger.

Stiftskirche in Warin

1648 kamen die Orte Warin und Bibow dann zum mecklenburgischen Herzogtum. Ein zweiter Großbrand vernichtete 1773 große Teile der Stadt. Von 1833 bis 1926 war Warin der Sitz des Amtes Warin, Neukloster, Sternberg und Tempzin. Auch das 1803 leihweise an Mecklenburg zurückgegebene Wismar wurde zeitweise von hier aus verwaltet. Die Bischofsburg wurde 1838 abgebrochen, die Burgkeller blieben erhalten. An der Stelle der Burg entstand die Großherzogliche Landdrostei als Verwaltungssitz. Warin war ab 1851 gleichberechtigtes Mitglied im mecklenburgischen Landtag. Am 17. August 1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr Warin gegründet. Sie ist damit eine der ältesten Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern. 1878 fand die Weihe der neugotischen Stiftskirche statt. 1887 erhielt Warin einen Bahnanschluss an die Strecke Wismar–Karow. Das Elektrizitätswerk lieferte 1906 der Mühle erstmals Strom, 1932 wurde die ehemalige Landdrostei Reichsbauernschule.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden jüdische Bürger des Ortes verfolgt und ermordet. Der Jüdische Friedhof wurde beim Novemberpogrom 1938 verwüstet, die Reste nach 1945 abgeräumt, jedoch 1961 mit einem Gedenkstein an ihn erinnert.

Am 3. Mai 1945 besetzte die Sowjetarmee Warin. Kurz danach fanden im Schloss Hasenwinkel Vorgespräche zur Potsdamer Konferenz statt. 1948 wurde das Kreiskrankenhaus in Warin seiner Bestimmung übergeben. Ab 1960 fanden die Zwangskollektivierungen in Landwirtschaft und Handwerk statt, 1962 wurden Wohnblocks am Fritz-Reuter-Platz errichtet. 1983 feierte Warin sein 750-jähriges Bestehen. Ab November 1989 bemühte sich das Neue Forum um einen demokratischen Neubeginn. Im Mai 1990 fanden freie Wahlen zur Gemeindevertretung statt.

Nach der Wiedervereinigung wurden rasch neue Infrastruktureinrichtungen geschaffen. Bereits 1992 entstanden ein neues Alten- und Pflegeheim sowie die neue Kläranlage, 1993 wurde der Gewerbepark am Ziegelberg übergeben. Das Matratzenwerk fand einen neuen Eigentümer. Warin verlor aber auch wichtige Infrastruktur: das Kreiskrankenhaus wurde geschlossen, ein neuer privater Investor nicht gefunden. Im Mai 1998 wurde die Bahnstrecke Wismar-Karow stillgelegt, der nächste noch betriebene Bahnhof liegt vier Kilometer südlich in Blankenberg.

Eingemeindungen

Mankmoos wurde am 1. September 1973 eingemeindet.[5] Groß Labenz kam am 1. Januar 2004 hinzu.[6]

Politik[Bearbeiten]

Wariner Rathaus

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 170 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Rot zwei schräg gekreuzte silberne Bischofsstäbe mit abgekehrten goldenen Krümmen.“

Das Wappen wurde 1998 neu gezeichnet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Warin ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot, Gold (Gelb) und Rot gestreift. Die äußeren roten Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der goldene (gelbe) Mittelstreifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnehmend, das Wappen der Stadt Warin. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmal Ernst Lübbert

(siehe auch Liste der Baudenkmale in Warin)

  • Neugotische Stiftskirche, von 1874 bis 1878 nach Entwürfen des Baurates Krüger an der Stelle der ersten, 1233 errichteten Kirche.
  • Predigerwitwenhaus von 1733, das älteste Gebäude der Stadt
  • Denkmal für den in Warin geborenen Zeichner und Illustrator Ernst Lübbert (1879–1915)
  • Ehrengrab auf dem Friedhof mit Gedenkstein zur Erinnerung an den Kommunisten Johann Schulz, der 1945 an den Folgen seiner KZ-Haft in Dreibergen-Bützow verstarb.
  • Ehrengrab der jüdischen Familie Wolff-Stapelmann, die der Shoa zum Opfer fiel.
  • Radebachtal
  • Gedenkstätte mit Gedenkstein von 1963 im Ortsteil Waldheim vor der Ausfahrt nach Ventschow zur Erinnerung an den Jüdischen Friedhof
  • Naturparkzentrum Sternberger Seenland im Rathaus
  • Hünengrab von Pennewitt
  • historischer Rundgang um den Glammsee mit Schautafeln und Aussichtsturm (Blick über den Glammsee)
  • Prinzessinenschlucht
  • Tausendjährige Eiche am Sportplatz
  • Der Urdolmen von Mankmoos ist ein Großsteingrab im rechteckigen Hünenbett.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Warin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://warin.stadt-neukloster.de/index.php?id=345
  3. Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch (= Residenzenforschung, Bd. 15.I), 2003. ISBN 3-7995-4515-8
  4. Dirk Handorf: Die Bischofsburg in Warin, In: Josef Traeger: Das Stiftsland der Schweriner Bischöfe um Bützow und Warin. 1984, S. 38–41.
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004