Bertha von Suttner

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Foto mit Unterschrift, um 1886 entstanden

Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner (* 9. Juni 1843 in Prag, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau; † 21. Juni 1914 in Wien; Pseudonyme: B. Oulot, Jemand) war eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin, die 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Bertha von Suttner stammte als gebürtige Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau aus einer böhmischen Adelsfamilie. Ihr Vater Franz Michael Graf Kinsky, der vor ihrer Geburt im 75. Lebensjahr verstarb, war General, ihr Großvater mütterlicherseits war Hauptmann der Kavallerie. Sie wuchs bei ihrer Mutter Sophie Wilhelmine (geb. von Körner, entfernt verwandt mit dem Dichter Theodor Körner) im aristokratischen Umfeld der österreichisch-ungarischen k.u.k. Monarchie und dessen militaristischem Hintergrund auf. Als Kind und Jugendliche lernte sie mehrere Sprachen, beschäftigte sich mit Musik und reiste viel.

Suttners Wohnhaus im ehemaligen deutschen Viertel von Tiflis („Neu-Tiflis“)

Nachdem das vererbte Vermögen ihres Vaters (nicht zuletzt aufgrund der Spielleidenschaft der Mutter) weitgehend aufgebraucht war, nahm Bertha 1873 eine Stelle als Gouvernante bei dem Industriellen Freiherr Karl von Suttner in Wien an und erteilte den vier Töchtern der Familie Unterricht in Musik und Sprache. In dieser Zeit verliebte sie sich in den sieben Jahre jüngeren Arthur Gundaccar von Suttner, den jüngsten Sohn der Suttners. 1876 reiste sie nach Paris, wo sie für knappe zwei Wochen die Privatsekretärin von Alfred Nobel war – Arthurs Mutter hatte, um das Verhältnis zwischen Bertha und ihrem Sohn zu beenden, Bertha entlassen, ihr jedoch, um sie nicht mittellos aus dem Haus zu werfen, die Stelle bei Nobel verschafft, der aber bald vom schwedischen König in seine Heimat berufen wurde. Bertha kehrte zurück nach Wien und heiratete Arthur Gundaccar heimlich am 12. Juni 1876, gegen den Willen seiner Eltern. Arthur Suttner wurde in der Folge enterbt und das Ehepaar zog für mehr als acht Jahre, von 1876 bis 1885, in den Kaukasus nach Georgien zu Fürstin Ekatarina Dadiani von Mingrelien, wo die beiden unter schwierigen finanziellen Umständen von Gelegenheitstätigkeiten lebten, insbesondere vom Schreiben von Unterhaltungsromanen sowie von Übersetzungen. Unvollendet blieb dabei die Übersetzung des georgischen Nationalepos Der Recke im Tigerfell ins Deutsche.

Arthur fing 1877 mit Beginn des Russisch-Türkischen Krieges erfolgreich an, Berichte über den Krieg sowie über Land und Leute in deutschen Wochenblättern zu veröffentlichen. Bertha von Suttner begann ebenfalls 1877 mit ihrer journalistischen Tätigkeit und hatte unter dem Pseudonym B. Oulot, wie ihr Mann, großen Erfolg. Sie schrieb für österreichische Zeitungen Kurzgeschichten und Essays, ihr Mann Kriegsberichte und Reisegeschichten. Im Jahre 1885 kehrten sie gemeinsam nach Wien zurück, söhnten sich mit der Familie aus und bezogen das Familienschloss in Harmannsdorf (Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring) in Niederösterreich.

Die letzten Jahre des Georgien-Aufenthalts, an den Suttner sich später als trotz der schwierigen Verhältnisse glückliche Zeit erinnerte, lebten sie in Tiflis.[1]

Journalistische und schriftstellerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Nach ihrer Rückkehr blieb Bertha von Suttner journalistisch aktiv, wobei sie einen Fokus auf eine friedlichere Gesellschaft setzte und sich dem Thema Pazifismus verschrieb. So schrieb sie etwa 1886 das Buch High Life, in dem sie den Respekt vor dem Menschen und seiner freien Entscheidungskraft thematisierte. Kurz darauf erfuhr sie durch eine Gesprächsrunde mit dem französischen Philosophen Ernest Renan von der Existenz der International Arbitration and Peace Association, die der Brite Hodgson Pratt 1880 gegründet hatte.

„Die Waffen nieder!“[Bearbeiten]

„Die Waffen nieder!“ (Volltext des Buches)

Im Herbst des Jahres 1889, mit 46 Jahren, veröffentlichte sie den pazifistischen Roman Die Waffen nieder!, der großes Aufsehen erregte und Bertha von Suttner zu einer der prominentesten Vertreterinnen der Friedensbewegung machte. Sie beschrieb die Schrecken des Krieges aus der Sicht einer Ehefrau und traf damit den Nerv ihrer Gesellschaft, die zu dieser Zeit in heftigsten Diskussionen über den Militarismus und den Krieg begriffen war. Dieses Buch wurde ihr größter literarischer Erfolg, der in 37 Auflagen erschien und in zwölf Sprachen übersetzt wurde. In ihrem Nachruf auf Bertha von Suttner schrieb Marie Eugenie Delle Grazie über diesen Roman: „Vielleicht wird man einmal wenig oder gerade nur so viel mehr von jenem Romane wissen, als die Literaturgewaltigen dekretieren. Sein Titel steht aber schon heute auf der ersten Seite einer neuen Weltgeschichte!“[2]

Mit dem Roman beteiligte sich Suttner am damaligen pazifistischen Diskurs. Sie definierte Frieden als naturrechtlich verbürgten Normalzustand, dem der Krieg als eine Folge menschlichen „Irrwahns“ gegenüberstehe. Dadurch wird das Recht auf Frieden völkerrechtlich einforderbar. Sie bezieht sich dabei auf eine dynamische Geschichtsauffassung der Evolutionstheorie und geht von einer steten Höherentwicklung der Menschheit im Sinne einer Selektion der „Edelsten“ aus.[3]

Den Winter 1890/91 logierte das Ehepaar in Venedig. Bertha von Suttner regte mit anderen dabei die Gründung einer „Friedensgesellschaft Venedig“ an. So lernte sie auch den Marchese Benjamino Pandolfi kennen, über den sie wiederum weitere Vertreter der „Interparlamentarischen Konferenzen“, vorgestellt bekam. Die Interparlamentarischen Konferenzen nannten sich ab 1910 „Interparlamentarische Union“.

Friedens- und Frauenbewegung[Bearbeiten]

Bertha von Suttner (Fotografie von Carl Pietzner, 1903)

Am 3. September 1891 forderte sie die Gründung einer „Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde“ in einem Artikel der Neuen Freien Presse mit den Worten: „Darum ist es nothwendig, daß überall dort, wo Friedensanhänger existieren, dieselben auch öffentlich als solche sich bekennen und nach Maßstab ihrer Kräfte an dem Werke mitwirken.“[4] Der Erfolg dieses Aufrufs war überwältigend. Bertha von Suttner wurde von ihrer Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde sogleich zur ersten Präsidentin ernannt, die sie bis zu ihrem Tode 1914 blieb. Im November 1891 wurde sie anlässlich des Weltfriedenskongresses in Rom zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt und gründete 1892 die Deutsche Friedensgesellschaft, die binnen kurzer Zeit über 2.000 Mitglieder hatte. In der Folge nahm sie an mehreren internationalen Friedenskongressen teil, so etwa 1892 in Bern, 1894 in Antwerpen und 1897 in Hamburg. Am 3. Juni 1897 überreichte sie Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) eine Unterschriftenliste mit dem Plädoyer für ein internationales Schiedsgericht.

1898 wandte sich Bertha von Suttner mit ihrer Schrift Schach der Qual entschieden gegen Tierversuche (damals: Vivisektion). Eine ihrer Begründungen lautete, dass auf Mitleid, „dieses unfehlbare Attribut edler Menschlichkeit“, eine starke Hoffnung des sozialen Fortschritts gesetzt sei und nur mitleidsfähige Menschen daran arbeiten würden, die Unterdrückung, den Gewaltmissbrauch, die Grausamkeit, das Elend aus der Welt zu schaffen: „Wer irgendwo das Mitleid erstickt, wer der Hartherzigkeit ein Privilegium gibt, der schadet der Mit- und Nachwelt weit mehr, als durch irgendwelche physiologische und medizinische – dabei problematische – Ergebnisse genützt werden kann.“[5] Physiologen verglich von Suttner mit Jägern und Kriegführern, bezeichnete sie als „unsere verfeinerten Grausamkeitsverüber“, die aus einem Beweggrund handelten, „der so stark ist in seiner Gewohnheits- oder Pflichtsgewalt, dass er in ihnen jedes andere Verständnis übertäubt“.[6]

1899 war sie in der Folge an den Vorbereitungen zur Ersten Haager Friedenskonferenz in Den Haag beteiligt, auf der Regierungsvertreter Fragen der nationalen wie internationalen Sicherheit, des Abrüstens und der Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichts behandelten. Die von den Initiatoren erwarteten Ergebnisse wurden jedoch nicht erzielt. Kriegerische Konflikte konnten zwar beigelegt werden, eine Beendigung aller Kampfhandlungen oder eine Reduzierungen der Rüstung sowie die Einrichtung von internationalen Schiedsgerichten setzte sich jedoch nicht durch.

„Die Religion rechtfertigt nicht den Scheiterhaufen, der Vaterlandsbegriff rechtfertigt nicht den Massenmord, und die Wissenschaft entsündigt nicht die Tierfolter.“

Berta von Suttner: Schach der Qual (1898)[6]

Weil ihr Ehemann 1902 aufgrund einer schweren Krankheit reiseunfähig war, nahm Bertha von Suttner allein an einem Friedenskongress in Monaco teil, reiste dann jedoch mit ihrem Mann zur Erholungssuche ins Böhmische. Am 10. Dezember 1902 verstarb Arthur Gundaccar von Suttner in Harmannsdorf. Wegen Überschuldung musste daraufhin der Gutshof des Paares versteigert werden und Bertha von Suttner zog zurück nach Wien, wo sie weiterhin publizierte (unter anderem auch in der deutschsprachigen ungarischen Zeitung Pester Lloyd). In ihren literarischen Beiträgen zeigte sie sich als Anhängerin der darwinschen Evolutionstheorie und eines ungebrochenen liberalen Fortschrittsglaubens. 1903 reiste sie erneut nach Monaco und nahm an der Eröffnung des „Institut International de la Paix“ teil, das Fürst Albert I. (1848–1922) gegründet hatte.

Bertha von Suttner gehörte im Juni 1904 zu den bedeutendsten Teilnehmerinnen der „Internationalen Frauenkonferenz“ des Frauenweltbundes in Berlin. Diese Konferenz endete mit einer Friedensdemonstration in der Philharmonie, bei der Bertha von Suttner einen Vortrag hielt. Im gleichen Jahr bereiste sie die Vereinigten Staaten von Amerika. Anlass dazu war der Weltfriedenskongress in Boston (Massachusetts) gewesen. Sie reiste von Stadt zu Stadt und hielt bis zu drei Vorträge täglich. Ihr Ruf war ihr schon vorausgeeilt, und so wurde sie in Washington DC zu einer Unterredung mit Präsident Theodore Roosevelt (1858–1919) ins Weiße Haus geladen. Die „Friedens-Bertha“, wie sie etwas abfällig in deutschnationalen Kreisen genannt wurde, kam begeistert aus den USA zurück. Ihre siebenmonatige Reise hatte einem Siegeszug geglichen und es war deutlich geworden, dass die Friedensbewegung in den USA schon wesentlich fortgeschrittener war als in Europa. Überrascht war sie nach damaligen Zeitungs- und Zeitschriftenberichten (so die tschechische „Ženský svět“) von den allgemeinen Friedensaktivitäten und dem Friedensunterricht an amerikanischen Schulen.

Friedensnobelpreis[Bearbeiten]

Bertha von Suttner (sitzende Reihe, Zweite von links) im Kreise bekannter Pazifisten auf dem Weltfriedenskongress 1907, München

Am 10. Dezember 1905 erhielt Bertha von Suttner als erste Frau den von ihr mit angeregten Friedensnobelpreis, den sie am 18. April 1906 in Kristiania entgegennahm. Auch wenn Alfred Nobel bei der Einführung seines Friedenspreises gleich an Bertha von Suttner als Preisträgerin gedacht hatte, wurde sie erst in dieser fünften Preisrunde bedacht. 1907 war sie auch bei der zweiten Friedenskonferenz in Den Haag anwesend, die diesmal noch mehr als 1899 auf Regelungen des Kriegsrechts fokussiert war als auf die Frage einer stabilen Friedensordnung. In der Folge versuchte sie vermehrt über die Gefahren der internationalen Aufrüstung und die Interessen der Rüstungsindustrie zu informieren, ab 1912 mahnte sie auch die Gefahr eines internationalen Vernichtungskrieges an und begab sich auf eine zweite Amerikareise, die sie als Vortragende von der Ostküste bis zur Westküste in über fünfzig Städte brachte.

Gedenktafeln an ihrem Wohn- und Sterbehaus in Wien

Bertha von Suttner erlag am 21. Juni 1914, wenige Wochen vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs, vor dem sie wiederholt gewarnt hatte, einem Krebsleiden. Für den Herbst 1914 war der nächste Weltfriedenskongress vorgesehen. Er hätte in Wien stattfinden sollen. Alfred Hermann Fried überlieferte in seinem Nachruf ihre letzten Worte: „Die Waffen nieder! –.– sag’s vielen – vielen.“[7]

1963 wurde an ihrem Sterbehaus in der Zedlitzgasse 7 eine Gedenktafel angebracht.[8]

Bertha von Suttner war Mitglied im österreichischen Verein „Die Flamme“, der die Feuerbestattung propagierte. Sie förderte den Bau des ersten deutschen Krematoriums in Gotha und verfügte testamentarisch, dass ihr Leichnam nach Gotha überführt und dort verbrannt werden solle. Die Urne mit ihrer Asche wird noch heute im dortigen Columbarium aufbewahrt.

Würdigung von Suttners Leistungen[Bearbeiten]

Gedenktafel an einem EU-Gebäude in Brüssel

Eine ehrenvolle Würdigung erhielt ihr Schaffen in einer Ansprache Stefan Zweigs bei der Eröffnung des Internationalen Frauenkongresses zur Völkerverständigung 1917 in Bern.

Anlässlich ihres 70. Todestages 1984 würdigte der Friedensrat der DDR die Pazifistin im Columbarium von Gotha (Thüringen) mit Kranzniederlegung und einer Gedenkrede durch den Kirchenhistoriker Walter Bredendiek.[9] In ganz Europa fanden Suttners energische Friedens- und Abrüstungsforderungen breite gesellschaftliche Resonanz, und die politische Führung der ehemaligen DDR forcierte die Benennung von Straßen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens nach ihr. In Wien-Leopoldstadt (2.Bezirk) ist eine Bezirksstelle des Wiener Roten Kreuzes nach Bertha von Suttner benannt.

Der Regisseur Harald Braun hat das kämpferische Leben von Bertha von Suttner 1952 in dem Spielfilm Herz der Welt für die Nachwelt anschaulich gemacht. Die Rolle der Bertha von Suttner spielte Hilde Krahl. [10]

Seit 1993 gibt es die Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK, die sich „für die Förderung der Völkerverständigung, des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit“ einsetzt und entsprechende Projekte unterstützt oder veranlasst.[11]

Zahlreiche Städte in Österreich und Deutschland bewahren durch Benennung von Schulen, Plätzen und Straßen sowie eine Brücke in Graz das Andenken der Freifrau von Suttner. So sind unter anderen folgende Schulen nach ihr benannt:

Das Schiff mit dem Bertha von Suttner-Gymnasium in Wien
Bertha von Suttner auf dem österreichischen 1000–Schilling-Schein (1966)
Österreichische 2€-Münze

Außerdem existiert in verschiedenen Städten wie in Düsseldorf, Hamburg, Bonn und Hannover ein Bertha-von-Suttner-Platz. Zudem findet sich auf der österreichischen 1000–Schilling-Banknote von 1966 und der österreichischen 2-Euro-Münze ein Porträt von Bertha von Suttner.

Am 21. September 2013, dem von der UNO ausgerufenen Internationalen Tag des Friedens, wurde an der Ecke Bertha-von-Suttner-Platz/Sandkaule in Bonn eine von der Finnin Sirpa Masalin entworfene, 2,50 Meter hohe Edelstahl-Stele zu Bertha von Suttners Ehren enthüllt.[15]

Asteroid (12799) von Suttner im Asteroidengürtel wurde ihr zu Ehren benannt.

Die einzig erhaltene Aufnahme mit ihrer Stimme wird in der österreichischen Mediathek verwahrt.[16] Sie fand sich auf einem alten Tonzylinder und stammt aus dem Jahre 1904. Ein Tagebucheintrag Suttners beweist ihre Urheberschaft.

Politische Einstellung[Bearbeiten]

In Drei wesentliche Programmpunkte zur Neuregelung der Staatenbeziehungen legte sie dar, wie Konflikte zwischen Staaten ohne Gewalt gelöst werden können:

  • 1. Durch Schiedsgerichtsverträge, um die Konflikte zwischen Staaten mit friedlichen Mitteln beizulegen.
  • 2. Durch eine Friedensunion aller Staaten, die jeden Angriff eines Staates gegen einen anderen mit gemeinschaftlicher Kraft zurückweisen müsse.
  • 3. Durch eine internationale Institution, die als ein Gerichtshof im Namen der Völker das Recht vertrete.

Die Quintessenz ihrer Reformvorschläge lautete: Abschaffung der Notwendigkeit, Zuflucht zum Krieg zu nehmen.

Zitate[Bearbeiten]

„Wer die Opfer nicht schreien hören, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass es schreit und zuckt – der hat wohl Nerven, aber – Herz hat er nicht.“

„Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.“

„Der nächste Krieg wird von einer Furchtbarkeit sein wie noch keiner seiner Vorgänger.“

„Wer gegen arme, hilflose Mitgeschöpfe, die unter ihm stehen, erbarmungslos gewesen ist, hat kein Recht, wenn er in hilflose Lage kommt, zu einem höher stehenden Wesen zu beten: Herr, erbarme dich meiner!“

Schriften[Bearbeiten]

Bertha von Suttner (Fotografie von Carl Pietzner, 1906)
  • Ein schlechter Mensch. München 1885.
  • Daniela Dormes. München 1886.
  • High Life. 1886
  • Das Maschinenzeitalter. 1889.
  • Die Waffen nieder! 1889.
  • Die Waffen nieder! (Hrsg.), Monatszeitschrift 1892–1899. Digitalisierte Ausgaben
  • Vor dem Gewitter. Wien 1894.
  • Einsam und arm. Dresden 1896.
  • Schach der Qual. 1898.
  • Die Haager Friedenskonferenz. Leipzig 1900.
  • Marthas Kinder (Die Waffen nieder. – Teil II). 1902.
  • Franzl und Mirzl. Leipzig 1905.
  • Die Entwicklung der Friedensbewegung. Leipzig 1907.
  • Eva Siebeck. 1892
  • Randglossen zur Zeitgeschichte. 1892–1900 und 1907–1914.
  • Rüstung und Überrüstung. Berlin 1909.
  • Der Menschheit Hochgedanken. Berlin 1911.
  • Die Barbarisierung der Luft. Berlin 1912.

Literatur[Bearbeiten]

  • Valentin Belentschikow: Bertha von Suttner und Russland. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2012, ISBN 978-3-631-63598-8 (= Vergleichende Studien zu den slavischen Sprachen und Literaturen).
  • Claus Bernet: Bertha von Suttner. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 1435–1471.
  • Walter Bredendiek: Bertha von Suttner – Vorkämpferin für eine Welt ohne Krieg, Stimme der Humanität in unmenschlicher Zeit. In: Ann-Charlott Settgast: Wagnis einer Frau. Berlin 1967, S. 231–246.
  • Laurie R. Cohen (Hg.): „Gerade weil Sie eine Frau sind...“ Erkundungen über Bertha von Suttner, die unbekannte Friedensnobelpreisträgerin. Braumüller, Wien 2005, ISBN 3-7003-1522-8.
  • Maria Enichlmair: Abenteurerin Bertha von Suttner: Die unbekannten Georgien-Jahre 1876 bis 1885. Ed. Roesner, Maria Enzersdorf 2005, ISBN 3-902300-18-3.
  • Stefan Frankenberger (Hg.): Der unbekannte Soldat - Zum Andenken an Bertha von Suttner. Mono Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-902727-52-7
  • Christian Götz: Die Rebellin Bertha von Suttner – Botschaften für unsere Zeit. Klein & Blechinger, Dortmund 1996, ISBN 3-927658-48-0.
  • Brigitte Hamann: Bertha von Suttner - Ein Leben für den Frieden. Piper Verlag GmbH, München 2002, ISBN 3-492-23784-3
  • Ilse Kleberger: Die Vision vom Frieden – Bertha von Suttner. Klopp, Berlin 1985, ISBN 3-7817-7112-1.
  • Helmut Lensing: Bertha von Suttner – „Der Kampf um die Vermeidung des Weltkrieges“ In: Horst Gründer (Hrsg.): Geschichte und Humanität, Lit, Münster / Hamburg 1993, S. 181–195, ISBN 3-89473-354-3 (= Europa - Übersee. Historische Studien Band 1).
  • Beatrix Müller-Kampel (Hg.): „Krieg ist der Mord auf Kommando“. Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte. Bertha von Suttner und Pierre Ramus. Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2005, ISBN 3-9806353-7-6.
  • Heinrich Reinhart: Bertha von Suttner - Dokumente um ein Leben. Sonderausstellung im Krahuletz-Museum. Eggenburg 1972.
  • Liselotte von Reinken (Hrsg.): Bertha von Suttner: Memoiren. Verlag C. Schünemann, Bremen 1965.
  • Angelika U. Reutter, Anne Rüffer: Frauen leben für den Frieden. Die Friedensnobelpreisträgerinnen von Bertha von Suttner bis Shirin Ebadi. Piper-Verlag, München 2004, ISBN 3-492-24209-X.
  • Harald Steffahn: Bertha von Suttner. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-50604-1.
  • Irene Stratenwerth: Warum tut ihr nichts, ihr jungen Leute? In: Charlotte Kerner (Hrsg): Madame Curie und ihre Schwestern – Frauen, die den Nobelpreis bekamen. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1997, ISBN 3-407-80845-3.
  • Bernhard Tuider: Alfred Hermann Fried – ein Adlatus oder Inspirator von Bertha von Suttner? Neue Perspektiven auf die Beziehung zweier Leitfiguren der österreichischen Friedensbewegung. In: Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit. Jg. 9, 2009/2, S. 134–162.

Musik[Bearbeiten]

  • Franz von Suppé (1819 - 1895) schrieb den Chor Die Waffen nieder, nach Bertha von Suttner (T: Julius Steinberg), für den Weltfriedenskongreß in Bern 1892.[17]
  • Die Komposition Heilig ist die Freude von Alexander Doent (T: Bertha von Suttner, aus Ein Testament) für Gemischten Chor und Violine wurde am 11. Mai 2014 in Eggenburg - nahe Schloß Harmannsdorf - uraufgeführt.[18]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tiroler Tageszeitung: 1914/2014- 1914/2014 - Letzte Spuren Bertha von Suttners im Kaukasus verschwinden, 17. Juni 2014
  2. Die Persönlichkeit Berta v. Suttners.. In: Neue Freie Presse, 23. Juni 1914, S. 11 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  3. Philosophinnen und Frauen in der Philosophie. (Abgerufen am 10. Juni 2014.)
  4. Der nächste Friedenscongreß in Rom.. In: Neue Freie Presse, 3. September 1891, S. 1 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp und Fortsetzung auf S. 2
  5. Berta von Suttner: Schach der Qual. In: Manuela Linnemann (Hg.): Brüder, Bestien, Automaten: Das Tier im abendländischen Denken. Harald Fischer Verlag, Erlangen 2000, S. 247–253, hier S. 251.
  6. a b Berta von Suttner: Schach der Qual. In: Manuela Linnemann (Hg.): Brüder, Bestien, Automaten: Das Tier im abendländischen Denken. Harald Fischer Verlag, Erlangen 2000, S. 247–253, hier S. 252.
  7. Alfred Hermann FriedBerta v. Suttner. Ein Blatt des Gedenkens. In: Neue Freie Presse, 23. Juni 1914, S. 10 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  8. Suttner-Gedenktafel in der Zedlitzgasse In: Rathauskorrespondenz vom 19. April 1963. (Abgerufen am 18. Juli 2012)
  9. Artikel in der CDU-Zeitung Thüringer Tageblatt, 22. Juni 1984.
  10. Günter Wirth: Die Hauser-Chronik. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1982, S. 90.
  11. Homepage der Bertha-von-Suttner-Stiftung
  12. Website der Bertha-von-Suttner-Schule in Berlin-Reinickendorf
  13. Website der Bertha-von-Suttner Realschule in Stuttgart-Freiberg, Bezirk Mühlhausen
  14. Website der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf
  15. http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/bonn-zentrum/2-50-Meter-hohe-Edelstahlskulptur-erinnert-an-die-Friedensaktivistin-article1154063.html
  16. Gespräch von „Tante Boulotte“ (Abgerufen am 7. Februar 2011)
  17. Österreichisches Musiklexikon ONLINE (Abgerufen am 13. Juni 2014)
  18. Franz Zeitelberger: Werk uraufgeführt. In: Niederösterreichische Nachrichten (NÖN), 21. Mai 2014