Ethnische Minderheit

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Ethnische Minderheiten sind Ethnien, die als Minderheit auf dem Territorium eines Staates leben. Als Teil eines Staatsvolkes unterscheidet sich die Minderheit vom Rest der Bevölkerung in mehreren Merkmalen wie Sprache, Kultur oder Religion.

In vielen Regionen der Erde leben ethnische Minderheiten auch über mehrere Staaten verstreut. Im Regelfall verbindet sie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, doch wird die Möglichkeit grenzüberschreitender Kontakte oft von den betreffenden Staaten eingeschränkt. Beispiele dafür gibt es in Spanien (Basken, Katalanen), in Rumänien (Ungarn), im Nahen Osten (Kurden) oder in Vietnam (annamitische Gebirgsvölker).

Wenn in Europa eine ethnische Minderheit unter das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates fällt und staatsrechtlich anerkannt ist, so wird sie völkerrechtlich oft als nationale Minderheit bezeichnet.

Kriterien[Bearbeiten]

Eine ethnische Minderheit kann sich durch folgende Merkmale von weiteren Ethnien unterscheiden:

Oft liegen jedoch nicht alle dieser Merkmale gleichzeitig vor – nimmt man jedoch als Basis die gemeinsamen Punkte aus den Minderheitsdefinitionen von Europarat und UNO, so sind als objektive Merkmale eindeutige Abgrenzungen hinsichtlich ethnischer, religiöser oder sprachlicher Charakteristika und die numerische Unterlegenheit bzw. Nicht-Dominanz vonnöten, während subjektive Kriterien wie z. B. die Selbstdefinition allein nicht ausreichend sind. Es kann sich also bei einer Gruppe auch im Falle nur eines objektiv feststellbaren charakteristischen Unterschiedes wie z. B. Sprache oder Religion trotzdem um eine ethnische Minderheit handeln.

Typen ethnischer Minderheiten[Bearbeiten]

Nach der Genese lassen sich unterscheiden:

  1. Minderheiten, die bereits ursprünglich einer gemeinsamen Ethnie angehörten: Diese Minderheiten bilden teils hochstabile Volksgruppen. Beispiele: Basken in Spanien, Kelten in Großbritannien (beide wohl aus vorchristlicher Zeit), Zimbern (etwa 11./12. Jahrhundert)
  2. Minderheiten ohne vorherige Gemeinsamkeiten: Typisch für solche Minderheiten ist die Herausbildung von Kreolsprachen. Klassisches Beispiel: Schwarze Bevölkerungsgruppen Amerikas

Ein Spezialfall ist die Diaspora, bei der eine bestimmte Bevölkerung ihr angestammtes Gebiet – aus welchen Gründen auch immer – verlässt und sich in der Folge verstreut über den Erdball niederlässt. Die gemeinsame Kultur und Identität wird bewusst gepflegt und erhalten, so dass Kultur und kultureller Zusammenhalt trotz der Verstreutheit erhalten bleiben. Typisches Kennzeichen ist auch eine gewisse Absicht, einst in die „Heimat“ zurückzukehren.

Beispiele dafür sind Juden, Armenier, Kurden und Auslandschinesen.

Entstehung von Minderheiten[Bearbeiten]

Minderheiten können auf verschiedene Weisen entstehen. Die Entstehungsgeschichte einer bestimmten Minderheit hat in der Folge Auswirkungen auf ihre soziale Identität sowie auf das Konfliktpotenzial, das von ihr ausgeht.

Je nachdem, ob die Individuen weiterhin Kontakt mit Angehörigen ihrer Ethnie haben oder nicht, bleibt die kulturelle Identität mehr oder weniger erhalten. Es kann jedoch auch geschehen, dass sich in der Fremde eine neue kulturelle Identität entwickelt

Invasion und Immigration[Bearbeiten]

Eine existierende, auf einem bestimmten Territorium vorhandene Bevölkerung kann durch militärische Invasion oder massive Immigration eines anderen Volkes verdrängt respektive dezimiert werden. Die Invasoren installieren ihre politische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Struktur und die ehemals einheimische Bevölkerung lebt als Minderheit auf ihrem eigenen Territorium weiter.

Beispiel: Die Indianervölker auf dem amerikanischen Kontinent, die Aborigines in Australien, die Inuit Grönlands, die Sorben und Kärntner Slowenen

Erzwungene Migration[Bearbeiten]

Menschen oder ganze soziokulturelle Einheiten werden von ihrem angestammten Gebiet vertrieben und siedeln sich in der Folge auf einem anderen Territorium an oder werden systematisch umgesiedelt.

Beispiel: Amische und Mennoniten

Freiwillige Migration[Bearbeiten]

Angehörige bestimmter soziokultureller Gruppen verlassen freiwillig ihr angestammtes Gebiet und migrieren an einen Ort, an dem sich bereits Menschen mit gemeinsamer Sprache, Kultur, Religion etc. befinden. Dabei kann unter Umständen eine neue kulturelle Identität entstehen, die sich von der Ursprünglichen grundsätzlich unterscheidet.

Beispiel: Frankokanadier

Territoriale Veränderungen[Bearbeiten]

Durch kriegerische oder diplomatische Aktionen wie Staatenbildung oder Grenzverschiebungen werden Teile einer Volksgruppe, ohne ihr angestammtes Siedlungsgebiet zu verlassen, politisch, wirtschaftlich und kulturell vom Rest ihrer Kultur durch eine Staatsgrenze abgeschnitten. Sprachlich-kulturelle Grenzen verlaufen zumeist anders als staatliche Grenzen.

Beispiel: Rumänien, Slowakei, Serbien (Ungarn) oder Litauen,Weißrussland mit der polnischen Minderheit in Litauen

Verschwinden von Minderheiten[Bearbeiten]

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Assimilation[Bearbeiten]

Beispiele: Die Griechen des Hellenismus, die Mogulen Indiens

Verschmelzen zu neuen Ethnien[Bearbeiten]

Klassisches Beispiel: Die Nation USA

Mehrheitsbildung[Bearbeiten]

Beispiele: Die Anglosaxons Australiens, Neuseelands, die Bewohner der Westindies

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martina Boden: Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in Europa. Olzog Verlag, München 1993, ISBN 3-7892-8640-0.
  • Andreas Heinemann-Grüder: Föderalismus als Konfliktregelung. Indien, Russland, Spanien und Nigeria im Vergleich. Opladen, 2012. ISBN 978-3-86649-420-6.
  • Stephan Maninger: Ethnische Konflikte entlang der Entwicklungsperipherie. In: Ordo Inter Nationes 6, Juni 1998, Institut für internationale Politik und Völkerrecht, München

Zu Spezialfällen:

  • Heiko Faust, Johannes Winter: Ursachen und Wirkungen ethnischer Konflikte im Pazifik. Gesellschaftliche Desintegration in Fidschi. In: Kreisel, W., Marsden, P.H. und Waibel, M. (Hrsg.): Wandel, Werte und Wirtschaft im pazifischen Raum. Duehrkohp & Radicke, Göttingen 2003, S. 153–168 (=Pazifik Forum, 8); verfügbar als webdokument (pdf)
  • Csaba Földes: Ethnic, Cultural and Linguistic Diversity Problems in the Carpathian Basin. In: Lipóczi, Sarolta, Oomen-Welke, Ingelore (Hrsg.): Students East – West. Language, Society, Arts, Education. Fillibach, Freiburg i.Br. 1999, S. 31–54.
  • Csaba Földes, Ewa Drewnowska-Vargáné: Deutsch als Nationalitätensprache/Minderheitensprache. Eine Komponente in der Auslandsgermanistik. In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 25/1999, S. 417–426.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]