Fédération Internationale de Luge de Course

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Fédération Internationale de Luge de Course
Logo der FIL
Gründung: 1957
Gründungsort: Davos
Präsident: Josef Fendt
Vereine (ca.): 49
Verbandssitz: Salzburg
Offizielle Sprache(n): Deutsch und Englisch [1]
Homepage: www.fil-luge.org

Die Fédération Internationale de Luge de Course (FIL) oder Internationaler Rennrodelverband ist der Dachverband für alle Rodelsportarten, also sowohl für das Naturbahnrodeln als auch für das Rennrodeln auf Kunsteisbahnen. Sie wurde im Jahr 1957 mit dreizehn Nationen in Davos gegründet, mittlerweile umfasst der Verband 49 nationale Rodel-Verbände und hat seinen Sitz in Salzburg.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die FIL bezweckt:

  • den Rennrodelsport durch Organisation und Förderung des Sportverkehrs weltweit zu entwickeln, zu überwachen und zu lenken.
  • im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Zielsetzungen der NFs zu unterstützen in Form von Hilfe in Theorie und Praxis.
  • den Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Entwicklung des Rennrodelsports auf internationaler Ebene zu fördern.
  • Werbung für und mit dem Rennrodelsport zu betreiben.
  • den Rennrodelsport im Rahmen der Internationalen Olympischen Sportbewegung zu vertreten.
  • mit anderen internationalen Sport- und Sportwissenschaftsorganisationen zusammenzuarbeiten.
  • Weltmeisterschaften, Kontinental-Meisterschaften, Welt- und Kontinentalcups sowie weitere vom Kongress oder von der Exekutive genehmigte Wettkämpfe im Rennrodeln zu veranstalten.
  • Regeln für alle Rennrodeldisziplinen aufzustellen.
  • als höchste Berufungsinstanz für Proteste und andere Rechtsfragen aus internationalen Rennrodelwettbewerben sowie für alle Fragen, welche die FIL-Statuten und Richtlinien betreffen, zu dienen.
  • alle Maßnahmen zur Unfallverhütung in möglichst wirksamer Weise zu betreiben.
  • auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen.
  • dem Prinzip des „Fairplay“ Geltung zu verschaffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Anfänge[Bearbeiten]

Der erste Rodel-Wettbewerb fand am 12. Februar 1883 auf einem vier Kilometer langen Kurs zwischen Davos und seinem Nachbarort Klosters statt, die gemeinsamen Sieger aus Australien und der Schweiz hatten eine Zeit von 9 Minuten und 15 Sekunden.

Österreich, die Schweiz und Deutschland gründeten 1913 in Dresden den Internationalen Schlittensportsverband (ISSV), welcher ein erster Versuch zu einem internationalen Rodel-Verband war. Die erste Rennrodel-Europameisterschaft fand 1914 in Reichenberg (heute Liberec) in Böhmen statt. Der Erste Weltkrieg veranlasste den ISSV dazu, seinen Betrieb auszusetzen, alle zusätzlichen Wettbewerbe bis 1927 wurden dadurch verhindert.

Wiederaufbau und Fusion mit der FIBT[Bearbeiten]

Im Jahr 1927 begann der ISSV mit der in Schreiberhau (heute das polnische Szklarska Poręba) ausgetragenen zweiten Europameisterschaft, seine Arbeit wieder aufzunehmen, im darauf folgenden Jahr gab es auch einen Frauen-Wettbewerb. 1935 fusionierte der ISSV mit der Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing (FIBT) und war bis in die frühen 1950er ein Teil der Section de Luge. Noch heute trennen viele Nationalverbände Rodeln nicht von Bobsport und Skeleton.

Trennung von der FIBT[Bearbeiten]

Bei einem Treffen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Jahr 1954 in Athen wurde beschlossen, dass Rodeln Skeleton als olympische Sportart ersetzen würde. Skeleton, das sowohl bei den Olympischen Winterspielen 1928 als auch 1948 betrieben wurde, konnte erst 2002 sein "olympisches Comeback" geben. Am Holmenkollen nahe Oslo fand 1955 dann auch die erste Rennrodel-Weltmeisterschaft statt. Die Trennung von der FIBT wurde 1957 in Davos vollzogen, der neu gegründeten FIL wurde noch im gleichen Jahr auf der IOC-Sitzung in Sofia die Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee gewährt. Der erste Präsident der FIL wurde der Österreicher Bert Isatitsch.

Wachstum der FIL[Bearbeiten]

Auf der IOC-Sitzung 1959 in München wurde Kunstbahnrodeln endgültig für die Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck als Sportart bestimmt. Die Rodel-Konkurrenzen fanden im benachbarten Igls statt, an ihnen nahmen zwölf Nationen teil. Zuerst wurden die Zeiten im Rennrodeln auf die 1/100 Sekunde genau gemessen, doch nach einem Unentschieden im Herren-Doppel-Wettkampf bei den Olympischen Winterspielen 1972 zwischen der DDR und Italien begann die FIL, die Zeiten auf bis zu 1/1000 Sekunden genau zu bestimmen. Diese Praxis bewährte sich und gilt noch heute.

Auch im Naturbahnrodeln gab es Entwicklungen: Die erste Naturbahnrodel-Europameisterschaft fand 1970 in Kapfenberg statt, die erste Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft 1979 in Inzing. Während im Rennrodeln bereits seit 1977/1978 ein eigener Weltcup ausgetragen wurde, organisiert die FIL diesen im Naturbahnrodeln erst seit der Saison 1992/1993. Im Kunstbahnrodeln wiederum wurden die ersten Junioren-Weltmeisterschaften 1982 in Lake Placid ausgetragen.

FIL heute[Bearbeiten]

Nach Isatitschs plötzlichem Tod am 8. Februar 1994 übernahm der Vize-Präsident für Sport, Josef Fendt, das Präsidentenamt.

Veranstaltungen der FIL[Bearbeiten]

Die FIL regelt Wettkämpfe auf globaler und europäischer Ebene, also Welt- und Europameisterschaften auf Kunsteis- und Naturbahnen. Bei Olympischen Spielen ist nur Rennrodeln Sportart, die Einführung von Naturbahnrodeln ist umstritten. Einzelne Wettbewerbe sind Männer-Einzel, Männer-Doppel, Frauen-Einzel sowie ein Teamwettbewerb, bei dem Athleten aus allen drei Disziplinen für ein Land starten.

Kunstbahnen finden sich derzeit sechzehnmal auf der ganzen Welt, Naturbahnen größtenteils in den Alpenländern sowie in den Vereinigten Staaten.

FIL Hall of Fame[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 wurde für die besten Rodelsportler von der FIL eine Hall of Fame eingerichtet. Aufgenommen wurden bisher:

Präsidenten[Bearbeiten]

In ihrer langjährigen Geschichte hatte die FIL bisher nur zwei Präsidenten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Bert Isatitsch: 100 Jahre Rodelsport, 1883-1983, Herausgeber FIL

Links zu Wettkämpfen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. FIL-Statuten und Ordnungen 1.5 (PDF; 455 kB)