Olympische Winterspiele

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Austragung der Olympischen Winterspiele
  • Länder mit einmaliger Austragung
  • Länder mit mehrmaliger Austragung
  • Städte mit einmaliger Austragung
  • Städte mit zweimaliger Austragung

Olympische Winterspiele sind ein Teil der Olympischen Spiele und werden seit 1924 durchgeführt. Zuvor gab es Wintersportwettbewerbe (wie Eiskunstlaufen) als Teil der Olympischen Sommerspiele von London 1908 und Antwerpen 1920. Bis 1992 fanden die Winterspiele im selben Jahr wie die Olympischen Sommerspiele statt. Seit 1994 werden sie im zweijährigen Wechsel mit den Olympischen Sommerspielen durchgeführt.

Im Gegensatz zu den Olympischen Sommerspielen werden bei den Olympischen Winterspielen die Zahl der Spiele und nicht der Olympiaden (das ist der Zeitraum zwischen zwei Spielen) gezählt. Kriegsbedingt ausgefallene Spiele sind daher in der offiziellen Zählung nicht berücksichtigt.

Die letzten Olympischen Winterspiele fanden vom 12. bis 28. Februar 2010 in Vancouver, Kanada, statt.

Inhaltsverzeichnis

Zeittafel Olympische Winterspiele [Bearbeiten]

Übersicht aller bisher durchgeführten olympischen Wettkämpfe in Wintersportarten.

Zählung Jahr Austragungsort Gastgeber Nationen Teilnehmer Wettbewerbe Bemerkung
Gesamt Männer Frauen Disziplin Sportart
I. 1924 Chamonix FrankreichFrankreich Frankreich 16 258 245 13 16 6 Die internationale Wintersportwoche wurde erst nachträglich vom IOC als I. Olympische Winterspiele anerkannt. Als offizielle Wettbewerbe gab es Curling und einen Vergleich im Militärpatrouillenlauf.
II. 1928 St. Moritz SchweizSchweiz Schweiz 25 464 437 27 14 4
III. 1932 Lake Placid Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 17 252 220 32 14 4
IV. 1936 Garmisch-Partenkirchen Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 28 646 566 80 17 4 Erstmalige Durchführung von alpinen Skirennen.
1940 Garmisch-Partenkirchen (3) Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Japan musste wegen des Japanisch-Chinesischen Krieges die Spiele an das IOC zurückgeben. Die Neuvergabe an St. Moritz machte das IOC wegen Differenzen bei den Ski-Wettbewerben rückgängig. Wegen des Zweiten Weltkriegs entfielen die Spiele dann schließlich ganz.
St. Moritz (2) SchweizSchweiz Schweiz
Sapporo (1) JapanJapan Japan
1944 Cortina d’Ampezzo Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Ausgefallen wegen des andauernden Zweiten Weltkrieges.
V. 1948 St. Moritz SchweizSchweiz Schweiz 28 669 592 77 22 4
VI. 1952 Oslo NorwegenNorwegen Norwegen 30 694 585 109 22 4
VII. 1956 Cortina d’Ampezzo ItalienItalien Italien 32 821 689 132 24 4
VIII. 1960 Squaw Valley Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 30 665 521 144 27 4 Keine Bobbahn vorhanden; Aufnahme von Biathlon.
IX. 1964 Innsbruck OsterreichÖsterreich Österreich 36 1091 891 200 34 6 Aufnahme von Rodeln.
X. 1968 Grenoble FrankreichFrankreich Frankreich 37 1158 947 211 35 6
XI. 1972 Sapporo JapanJapan Japan 35 1006 800 206 35 6
XII. 1976 Innsbruck OsterreichÖsterreich Österreich 37 1123 892 231 37 6 Das IOC vergab in einer zweiten Entscheidung die Spiele nach Innsbruck, nachdem Denver sie wegen der Ablehnung durch die Bevölkerung bei einem Referendum zurückgeben musste.
XIII. 1980 Lake Placid Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 37 1072 839 233 38 6
XIV. 1984 Sarajevo Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 49 1272 998 274 39 6
XV. 1988 Calgary KanadaKanada Kanada 57 1423 1108 315 46 6 Das IOC verlängerte die Dauer der Winterspiele von 12 auf 16 Tage.
XVI. 1992 Albertville FrankreichFrankreich Frankreich 64 1801 1313 488 57 6
XVII. 1994 Lillehammer NorwegenNorwegen Norwegen 67 1739 1217 522 61 6 Das IOC hatte die Winterspiele auf die Zwischenjahre der Sommerspiele verlegt, wodurch 1994 zwei Vergleiche im Abstand von nur zwei Jahren stattfanden.
XVIII. 1998 Nagano JapanJapan Japan 72 2302 1514 788 68 7 Aufnahme von Curling als siebte Sportart.
XIX. 2002 Salt Lake City Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 77 2399 1513 886 78 7 Die Winterspiele dauerten 17 Tage. Skeleton war wieder in das Programm aufgenommen worden.
XX. 2006 Turin ItalienItalien Italien 80 2508 1548 960 84 7
XXI. 2010 Vancouver KanadaKanada Kanada 82 2536 1503 1033 86 7
XXII. 2014 Sotschi RusslandRussland Russland 98 7 Mit zwölf neuen Wettbewerben die bisher größte Erweiterung des Programms.
XXIII. 2018 Pyeongchang Korea SudSüdkorea Südkorea

Anmerkung: Die hier aufgeführten Zahlen der teilnehmenden Sportler stützen sich auf die Angaben des IOC und können deshalb von anderen Aufstellungen abweichen, die entweder die tatsächlich angereisten Wettkämpfer oder die Pressemitteilungen vor Beginn der Olympischen Spiele als Grundlage benutzen.

Wettbewerbe bei Olympischen Winterspielen [Bearbeiten]

D = Demonstrationswettbewerb 2D = zusätzlicher Demonstrationswettbewerb (entsprechend 3D, 4D)

Sportart Disziplin bei Winterspielen 08 20 24 28 32 36 48 52 56 60 64 68 72 76 80 84 88 92 94 98 02 06 10 14 Gold Silber Bronze
Ski Ski Alpin Alpine skiing pictogram.svg     2 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 10 10 10 10 10 10 10 10 Sieger
Freestyle Freestyle skiing pictogram.svg     D 2D 4 4 4 4 6 10 Sieger
Skispringen Ski jumping pictogram.svg     1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 3 3 3 3 3 3 3 4 Sieger
Kombination Nordic combined pictogram.svg     1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 3 3 3 3 Sieger
Langlauf Cross country skiing pictogram.svg     2 2 2 3 3 4 6 6 7 7 7 7 7 8 8 10 10 10 12 12 12 12 Sieger
Snowboard Snowboarding pictogram.svg     4 4 6 6 10 Sieger
Biathlon Biathlon Biathlon pictogram.svg     * 1 1 2 2 2 3 3 3 6 6 6 8 10 10 11 Sieger
Eislauf Eiskunstlauf Figure skating pictogram.svg 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3D 3 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 Sieger
Shorttrack Short track speed skating pictogram.svg     D 4 6 6 8 8 8 8 Sieger
Eisschnelllauf Speed skating pictogram.svg     5 4 4D 4 4 4 4 8 8 8 8 9 9 9 10 10 10 10 10 12 12 12 Sieger
Rodeln Rennrodeln Luge pictogram.svg     3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 Sieger
Bob Bobsport Bobsleigh pictogram.svg     1 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 3 3 3 Sieger
Skeleton Skeleton pictogram.svg     1 1 2 2 2 2 Sieger
Curling Curling Curling pictogram.svg     * D D D 2 2 2 2 2 Sieger
Eishockey Eishockey Ice hockey pictogram.svg   1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 Sieger
Entscheidungen 16 14 14 17 22 22 24 27 34 35 35 37 38 39 46 57 61 68 78 84 86 98

Bei den ersten Winterspielen erlaubten die damaligen olympischen Regeln dem Organisationskomitee, zwei zusätzliche Sportarten offiziell in das Programm aufzunehmen. In Chamonix wurden Wettbewerbe im Militärpatrouillenlauf und im Curling abgehalten, die erst nachträglich den Status eines Demonstrationswettbewerbs erhielten.

Demonstrationssportarten [Bearbeiten]

Wettbewerb 1924 1928 1932 1936 1948 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992
Militärpatrouille D D D D
Skijöring D
Schlittenhundrennen D
Stockschießen D D
Bandy D
Winter-Fünfkampf D
Speedski D

Ewiger Medaillenspiegel [Bearbeiten]

Bei sämtlichen Wettkämpfen an Olympischen Winterspielen wird eine Rangliste erstellt. Der ewige Medaillenspiegel ist eine Auflistung von allen Medaillen, geordnet nach Teilnehmerländern, die in der Geschichte der Spiele vergeben worden sind. Die Athleten (oder Mannschaften), die sich an erster, zweiter oder dritter Stelle klassieren, erhalten Medaillen als Auszeichnung. Der Gewinner erhält eine Medaille, die als „Goldmedaille“ bezeichnet wird (eigentlich sind es Silbermedaillen mit einem goldenen Überzug). Der Zweite erhält eine Medaille aus Silber, der Dritte eine Medaille aus Bronze.

Top 10 der Medaillengewinner bei Olympischen Winterspielen
(Stand: 28. Februar 2010)
Platz Athlet Nation Zeitraum Sportart 0 Gold0 0 Silber0 0 Bronze0
1 Bjørn Dæhlie NorwegenNorwegen NOR 1992–1998 Langlauf 8 4 0
2 Ole Einar Bjørndalen NorwegenNorwegen NOR 1998–2010 Biathlon 6 4 1
3 Ljubow Jegorowa Vereintes TeamVereintes Team EUN / RusslandRussland RUS 1992–1994 Langlauf 6 3 0
4 Lidija Skoblikowa Sowjetunion 1955Sowjetunion URS 1960–1964 Eisschnelllauf 6 0 0
5 Claudia Pechstein DeutschlandDeutschland GER 1992–2006 Eisschnelllauf 5 2 2
6 Larissa Lasutina Vereintes TeamVereintes Team EUN / RusslandRussland RUS 1992–2002 Langlauf 5 1 1
7 Clas Thunberg FinnlandFinnland FIN 1924–1928 Eisschnelllauf 5 1 1
8 Thomas Alsgaard NorwegenNorwegen NOR 1994–2002 Langlauf 5 1 0
9 Bonnie Blair Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 1988–1994 Eisschnelllauf 5 0 1
10 Eric Heiden Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 1980 Eisschnelllauf 5 0 0
weitere Listung
Top 10 nach Nationen bei Olympischen Winterspielen
(Stand: 1. März 2010)
Platz Kürzel Mannschaft 0 Gold0 0 Silber0 0 Bronze0 Gesamt Liste
1 GER DeutschlandDeutschland Deutschland 128 129 101 358 Liste
2 RUS RusslandRussland Russland 123 92 93 308 Liste
3 NOR NorwegenNorwegen Norwegen 107 106 90 303 Liste
4 USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 87 95 71 253 Liste
5 AUT OsterreichÖsterreich Österreich 55 70 76 201 Liste
6 CAN KanadaKanada Kanada 52 45 48 145 Liste
7 SWE SchwedenSchweden Schweden 48 33 47 128 Liste
8 SUI SchweizSchweiz Schweiz 46 37 46 129 Liste
9 FIN FinnlandFinnland Finnland 41 59 56 156 Liste
10 ITA ItalienItalien Italien 37 32 37 106 Liste
weitere Listung
Kürzel Mannschaft 0 Gold0 0 Silber0 0 Bronze0 Gesamt
RUS URS Sowjetunion 1923Sowjetunion/Sowjetunion 1955Sowjetunion/SowjetunionSowjetunion Sowjetunion (1952–1988) 78 57 59 194
EUN Vereintes TeamVereintes Team Vereintes Team (1992) 9 6 8 23
RUS RusslandRussland Russland (seit 1994) 36 29 26 91
Kürzel Mannschaft 0 Gold0 0 Silber0 0 Bronze0 Gesamt
GER GER Deutsches ReichDeutsches Reich/Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich (1928–1936) 3 3 3 9
GER (West-) Deutschland(West-) Deutschland (West-) Deutschland (1952) 3 2 2 7
EUA Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956Gesamtdeutsche Mannschaft/Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft Deutschland (1956–1964) 8 6 5 19
FRG Deutschland BRBR Deutschland/Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland (1968–1988) 11 15 13 39
GDR Deutschland Demokratische Republik 1968DDR/Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik (1968–1988) 39 36 35 110
GER DeutschlandDeutschland Deutschland (seit 1992) 64 67 43 174

Bei Olympischen Winterspielen 2014 auszutragende Entscheidungen [Bearbeiten]

Bei den Olympischen Winterspielen werden ab 2014 mindestens 92 Entscheidungen ausgetragen. Davon entfallen 47 Wettbewerbe auf Männer und 40 auf Frauen. Zusätzlich gibt es je einen Mixed-Wettbewerb im Biathlon und Rennrodeln sowie drei Paarwettbewerbe im Eiskunstlauf.  

Disziplin 0 H 0 0 D 0 0 M 0 Wettbewerbe Verband
Ski Alpin 5 5 0 Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom, Alpine Kombination FIS
Freestyle-Skiing 5 5 0 Buckelpiste, Springen, Skicross, Halfpipe, Slopestyle FIS
Skispringen 3 1 0 Normalschanze, Großschanze (H), Mannschaft (H) FIS
Nord. Kombination 3 0 0 Gundersen-Methode, Sprint, Mannschaft FIS
Langlauf 6 6 0 Sprint, Team-Sprint, Einzel, Verfolgung, Massenstart, Staffel FIS
Snowboard 5 5 0 Halfpipe, Snowboardcross, Parallel-Riesenslalom, Parallel-Slalom, Slopestyle FIS
Biathlon 5 5 1 Sprint, Einzel, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel IBU
Eiskunstlauf 1 1 3 Einzel, Paare, Eistanz, Teambewerb ISU
Shorttrack 4 4 0 500 m, 1000 m, 1500 m, Staffel ISU
Eisschnelllauf 6 6 0 500 m, 1000 m, 1500 m, 3000 m, 5000 m (D), 10.000 m (H), Mannschaft ISU
Rodeln 2 1 1 Einsitzer, Doppelsitzer (H), Teambewerb FIL
Bob 2 1 0 Zweierbob, Viererbob (H) FIBT
Skeleton 1 1 0 FIBT
Curling 1 1 0 10 Mannschaften (H), 10 Mannschaften (D) WCF
Eishockey 1 1 0 12 Mannschaften (H), 8 Mannschaften (D) IIHF
H = Herren     D = Damen     M = Mixedwettbewerb

Todesfälle [Bearbeiten]

Der georgische Rennrodler Nodar Kumaritaschwili starb während des letzten Trainings am Tag der Eröffnung der Spiele in Vancouver 2010, als er nach der letzten Kurve aus der Bahn geworfen wurde und gegen einen Stahlträger prallte.[1] Nach dem britischen Rennrodler Kazimierz Kay-Skrzypeski und dem australischen Skifahrer Ross Milne, die beide beim Training einige Tage vor der Eröffnung der Winterspiele von Innsbruck 1964 tödlich verunglückten, sowie nach dem Schweizer Teilnehmer der Demonstrations-Disziplin Geschwindigkeitsskifahren (Speedski) Nicolas Bochatay, der während der Winterspiele von Albertville 1992 auf einer öffentlichen Skipiste mit einer Pistenraupe kollidierte, gilt Kumaritaschwili als der vierte qualifizierte Teilnehmer von Olympischen Winterspielen, der in der Vorbereitung auf olympische Wettkämpfe zu Tode kam.[2][3]

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. sid: Georgischer Rodler stirbt nach schwerem Unfall. Hamburger Abendblatt, 13. Februar 2010, abgerufen am 10. Oktober 2012.
  2. Rob Longley: Georgian luger killed in training, Officials meeting to decide future of competition. Toronto Sun, 12. Februar 2010, abgerufen am 10. Oktober 2012 (englisch, Video auf der Webseite).
  3. Georgian luger fourth-ever Winter Olympian to die. ESPN, 12. Februar 2010, abgerufen am 13. Februar 2009 (englisch).

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Olympische Winterspiele – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen