Fürchten und Lieben

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Filmdaten
Originaltitel Fürchten und Lieben /
Paura e amore
Produktionsland Frankreich, Italien, Deutschland
Originalsprache Italienisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Margarethe von Trotta
Drehbuch Margarethe von Trotta,
Dacia Maraini
Produktion Angelo Rizzoli,
Eberhard Junkersdorf
Musik Franco Piersanti
Kamera Giuseppe Lanci
Schnitt Enzo Meniconi
Besetzung

Fürchten und Lieben ist ein französisch-italienisch-deutsches Filmdrama von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 1988. Als literarische Vorlage diente das Theaterstück Drei Schwestern (1901) von Anton P. Tschechow, wobei die Handlung vom Russland der Jahrhundertwende ins Italien der 1980er Jahre verlegt wurde.

Handlung[Bearbeiten]

In der kleinen italienischen Universitätsstadt Pavia leben die drei Schwestern Velia, Maria und Sandra Parini. Velia ist die älteste und für die beiden anderen Leitbild und Mutterfigur zugleich, während Maria unglücklich mit einem Fernsehkomiker verheiratet ist und unter Depressionen leidet. Sandra, das Nesthäkchen, ist eine idealistische Medizinstudentin, die gerade ihren 18. Geburtstag feiert.

Die Schwestern leiden, jede auf ihre Weise, darunter, nicht zu wissen, welcher Weg des Lebens, beruflich wie privat, der richtige für sie ist. Velia, die sich schon fast mit dem Alleinsein abgefunden hat, verliebt sich in den verheirateten Universitätsprofessor Massimo. Doch zu ihrem Unmut, erwächst ihr ihre Schwester Maria zur Konkurrentin im Kampf um Massimos Gunst. Als Sandra sich in einen Arzt verliebt, vernachlässigt sie zunehmend ihr Studium. Bei einem Autounfall kommt dieser ums Leben, während Sandra unverletzt bleibt. Nachdem Massimo reumütig zu seiner Ehefrau zurückkehrt, wandelt sich die Rivalität zwischen Velia und Maria in Solidarität und gemeinsam trösten sie Sandra.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach Erfolgen mit deutschen Filmen wie Die bleierne Zeit (1981) und Rosa Luxemburg (1986) verlegte die Regisseurin Margarethe von Trotta ihren Lebensmittelpunkt nach Italien. Fürchten und Lieben war ihr erster italienischer Film, der jedoch nicht an die Erfolge ihrer politischen Filme anknüpfen konnte. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Pavia.

Fürchten und Lieben wurde am 19. April 1988 in Italien uraufgeführt und am 7. Mai 1988 auch bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes vorgestellt, wo das Filmdrama zudem am Wettbewerb um die Goldene Palme teilnahm. In Deutschland wurde Fürchten und Lieben erstmals am 29. September 1988 in den Kinos gezeigt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ironisch-pathetischer, auch sinnbildlich wenig geglückter Versuch, eine ‚postfeministische‘ Situation am Beispiel einer versagenden Kleinstadtgruppe anschaulich zu machen.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Die Kummergeschichten vereinen sich in spröder Melancholie zum schweren Gefühlsreigen. […] Dröges Gefühlsbad mit guter Besetzung.“

Cinema[2]

„Der Film wirkt lose ohne große Momente oder dramatische Ereignisse. Flüchtig von Tschechows Drei Schwestern inspiriert ist dies ein solider, jedoch eher missglückter Film. […] Trotz der Zutaten kommt er nie in Fahrt.“

Corriere della Sera[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fürchten und Lieben nahm bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 1988 am Wettbewerb um die Goldene Palme teil, die letztlich an Bille Augusts Pelle, der Eroberer (Pelle Erobreren) vergeben wurde. Des Weiteren erhielt der Film 1989 eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm, unterlag jedoch erneut der Konkurrenz.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fürchten und Lieben im Lexikon des Internationalen Films
  2. vgl. cinema.de
  3. "La vicenda si snoda senza grandi scosse né avvenimenti drammatici. Vagamente ispirato a Le tre sorelle di A. Chechov, è un film rispettabile e poco riuscito. […] Nonostante gli ingredienti, non lievita mai.", vgl. corriere.it