Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

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Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Schönefeld, Deutschland
Leitung Hartmut Mehdorn
Mitarbeiter 1.667
Umsatz 307 Mio. Euro
Branche Flughafenbetreiber
Website www.berlin-airport.de
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) ist die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft, betreibt den Brandenburger Flughafen Schönefeld und als Muttergesellschaft den Berliner Flughafen Tegel. Dem Bau des neuen Flughafens Berlin Brandenburg steht sie als Bauherr vor. Die Gesellschaft fertigte im Jahre 2013 rund 26,3 Millionen Passagiere ab und nahm damit mit einem Marktanteil von rund 12 Prozent den dritten Platz in Deutschland in der Abfertigung von Flugpassagieren ein.

Organisation[Bearbeiten]

Besitzverhältnisse[Bearbeiten]

Die FBB ist die Betreibergesellschaft des Flughafens Schönefeld. Der Flughafen Tegel wird von der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH (BFG) betrieben (dies galt bis 2008 auch für den Flughafen Tempelhof). Eine weitere hundertprozentige Tochtergesellschaft ist die Flughafen Energie & Wasser GmbH (FEW), eine Pro-forma-Gesellschaft ohne eigenes Personal. Eine zehnprozentige Beteiligung besteht bei der Berlin Tourismus & Kongress GmbH.

Gesellschafter der FBB sind die Länder Berlin und Brandenburg zu je 37 Prozent sowie die Bundesrepublik Deutschland zu 26 Prozent.[1] Die FBB ist somit ein vertikal gemischtöffentliches Unternehmen.

Geschäftsführung[Bearbeiten]

Die Geschäftsführung besteht aus:[2]

  • Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung
  • Heike Fölster, Geschäftsführerin Finanzen

Der Vorgänger von Hartmut Mehdorn war Rainer Schwarz. Als Sprecher der Geschäftsführung wurde er nach mehreren Verschiebungen des Eröffnungstermins für den neuen Hauptstadtflughafen aufgrund baulicher Mängel im Januar 2013 abberufen.[3] Im Juni 2013 beschloss der Aufsichtsrat, Schwarz fristlos zu kündigen.[4] Eine juristische Prüfung soll etwaige Schadenersatzansprüche gegen Schwarz und den ehemaligen Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen klären.[5] Am 23. Oktober 2013 wurde entschieden, Horst Amann zum 31. Oktober 2013 von den Aufgaben eines Technik-Geschäftsführers der FBB zu entbinden und diese Stelle in der Führungsstruktur entfallen zu lassen. Amanns – seit Dezember 2012 bestehende – Geschäftsführertätigkeit bei der FEW blieb erhalten.[6]

Führungsstruktur[Bearbeiten]

Die oberste Führungsebene der FBB ist folgendermaßen strukturiert:[7]

 
 
 
 
 
 
 
 
Vorsitzender der
Geschäftsführung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Recht
 
 
Interne Revision
 
 
 
Pressestelle
 
 
Zentrale Planung
und Strategie
 
 
Beschleunigungsprojekt
SPRINT
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Geschäftsführer
Technik
(bis 31. Oktober 2013)
 
 
Geschäftsführer
Finanzen
 
 
Geschäftsleiter
Operations
 
 
Geschäftsleiter
Marketing und Vertrieb
 
 
Geschäftsleiter
Personal


Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Mitglieder des Aufsichtsrats der FBB sind:[8][9]

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten je Sitzung eine Aufwandsentschädigung von 128 Euro, der Vorsitzende und sein Stellvertreter 256 Euro.[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB)[Bearbeiten]

Die FBB wurde nach der Deutschen Wiedervereinigung als Schönefelder Betriebsteil der Interflug ausgegliedert und 1991 als neue Betreibergesellschaft des Flughafens Schönefeld als Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) gegründet. Mit der Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding GmbH (BBF) im Dezember 1991 wurde die FBS als auch die BFG unter einem Dach zusammengefasst. Die später für den Bau des BBI gebildete Projektplanungsgesellschaft Schönefeld GmbH (PPS) als auch die Flughafen Projektgesellschaft Schönefeld GmbH (FPS) wurden ebenfalls der BBF unterstellt.

Die Gründung der Holding war seinerzeit in Kreisen der BFG mit Sorge betrachtet worden, weil die prosperierende BFG mit dem Flughafen Tegel nur ungerne mit dem Verlustbringer Schönefeld in einen Topf geworfen werden wollte. Die Gründung der Holding war indessen ein politisch motivierter Beschluss und wurde durchgesetzt.

Nach dem Scheitern einer Privatisierung der BBF im Mai 2003 beschloss der damalige BBF-Aufsichtsrat eine Verschlankung der Flughafenverwaltung. Die Holding wurde Ende September 2003 ebenso aufgelöst wie die PPS und FPS, deren Befugnisse der FBS übertragen wurden, die nun die Verantwortung nicht nur für das Projekt BBI erhielt, sondern auch federführend für alle Berliner Flughäfen. Die BFG erhielt den Status einer hundertprozentigen Tochter der FBS mit der Maßgabe ihrer Auflösung nach Schließung des Flughafens Tegel.[11] Zum Jahreswechsel 2011/2012 wurde die FBS in Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) umfirmiert.[12]

Aufgrund der Bauverzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen wies die Gesellschaft im Jahr 2012 – trotz eines positiven operativen Ergebnisses – einen Verlust von 185 Millionen Euro aus.[13]

Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH (BFG)[Bearbeiten]

Die BFG wurde am 19. Mai 1924 nach der Inbetriebnahme des Flughafens Tempelhof gegründet. Aufgabe der Gesellschaft war der „Ausbau und Betrieb des Flughafens auf dem Tempelhofer Feld und anderer Luftverkehrseinrichtungen in Berlin“. Sie wurde zunächst mit 500.000 Mark städtischem Kapital ausgestattet. Am 27. September 1924 beteiligte sich das Deutsche Reich an der Gesellschaft, wodurch das Kapital auf 1,2 Mio. Mark erhöht wurde. Am 27. April 1925 erfolgte eine weitere Kapitalerhöhung auf zwei Millionen Mark und nachdem sich 1925 auch der Freistaat Preußen an der Gesellschaft beteiligte, vermehrte sich das Kapital auf insgesamt vier Millionen Mark. Die Stadt Berlin hielt davon 52 Prozent, das Reich und Preußen jeweils 24 Prozent.

Erster Aufsichtsratsvorsitzender der BFG war Leonhard Adler. Erster Geschäftsführer wurde Oberbaurat Otto F. Saurnheimer. Ein Jahr nach der Gründung der Gesellschaft, im Jahr 1925, wurde Major Rudolf Böttger zum zweiten Geschäftsführer berufen. Oberbaurat Saurnheimer schied im Jahr 1933 aus der Geschäftsführung aus und Major Böttger führte die Geschäfte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges allein weiter.

Heute betreibt die BFG noch den Flughafen Tegel.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beteiligungsstruktur der FBB bei berlin-airport.de, abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Geschäftsführung der FBB bei berlin-airport.de, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  3. Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Schwarz bei spiegel.de, 16. Januar 2013, abgerufen am 19. Mai 2013.
  4. Beurlaubter Flughafenchef fristlos gekündigt bei sueddeutsche.de, 12. Juni 2013, abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. Aufsichtsrat erwartet Ansprüche gegen Ex-Flughafen-Chef Schwarz bei focus.de, 15. Mai 2013, abgerufen am 19. Mai 2013.
  6. BER-Aufsichtsrat setzt Geschäftsführer Amann ab bei zeit.de, 23. Oktober 2013, abgerufen am 24. Oktober 2013.
  7.  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012. SXF, TXL & BER. Berlin 2013 (online (PDF; 2,6 MB), abgerufen am 18. August 2013).
  8. Aufsichtsrat der FBB bei berlin-airport.de, abgerufen am 11. April 2014.
  9. FBS-Pressemitteilung vom 13. Dezember 2013 bei berlin-airport.de, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  10. Das verdient der Aufsichtsrat bei pnn.de, 12. Februar 2013, abgerufen am 20. Oktober 2013.
  11. FBS-Pressemitteilung vom 6. Oktober 2003 bei berlin-airport.de, abgerufen am 19. Mai 2013.
  12. FBS-Pressemitteilung vom 30. Dezember 2011 bei berlin-airport.de, abgerufen am 19. Mai 2013.
  13.  Silke Kersting: „Die Teileröffnung kommt“. In: Handelsblatt. Nr. 114, 14. Juni 2013, ISSN 0017-7296, S. 18.