Francesco Dandolo

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Wappen Francesco Dandolos

Francesco Dandolo († 1339) war der 52. Doge von Venedig. Er regierte von 1329 bis 1339. Mit ihm begann Venedigs Politik einer Erweiterung seines Territoriums auf das Festland, die Terra ferma.

Familie[Bearbeiten]

Die Familie Dandolo spielte in der Geschichte Venedigs vom 12. bis zum 15. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Urkundlich nachgewiesen ist sie seit dem 11. Jahrhundert, sie gehört aber nicht zu den so genannten alten Familien (case vecchie), das heißt zur Liste der bis auf die Gründung des Doganats von Venetien zurückzuführenden Familien. Sie stellten insgesamt vier Dogen: Außer Franceso die Dogen Giovanni Dandolo, Andrea Dandolo und Enrico Dandolo. Zwei Frauen der Familie waren mit Dogen verheiratet, Giovanna Dandolo mit Pasquale Malipiero und Zilia Dandolo mit Lorenzo Priuli.

Leben[Bearbeiten]

Dandolo gehörte zu den erfolgreichsten Diplomaten Venedigs. Er war lange Botschafter der Päpste Clemens V. und Johannes XXII. am Hof von Avignon. Dandolo hatte den Spitznamen cane (Hund). Er war mit Elisabetta Contarini verheiratet und hatte drei Kinder.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Unter seiner Regierung kam es zu ersten Scharmützeln zwischen den Venezianern und den Türken, für die nächsten Jahrhunderte Konkurrenten Venedigs um die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer.

Ungleich heftiger verliefen jedoch die Auseinandersetzungen mit Mastino della Scala, dem Herrn Veronas, der die Territorialpolitik seines Onkels Cangrande mit gleicher Aggressivität fortsetzte. Venedig sah sich durch seine Aneignung der Städte Feltre, Belluno und Vicenza bedroht, wurde aber erst aktiv, als die Veroneser anfingen, den Flusshandel zu kontrollieren , Salinen einzurichten und schließlich in Chioggia einen Handelsstützpunkt einrichten wollten. 1336 kam es zu einer Koalition zwischen Venedig und den Städten Florenz, Perugia, Siena und Bologna, die sich ebenfalls durch Verona bedroht sahen.

Im Gegensatz zu dem in der Zeit üblichen Verfahren, verzichtete Venedig auf ein Heer von Söldnern, sondern verpflichtete seine Bürger zwischen 20 und 60 Jahren zum Kriegsdienst. Auf diese Weise gelang es der Serenissima, eine Streitmacht von 40 000 Personen zu formieren. Die Schlachten fanden auf dem gesamten Territorium der Scaliger statt, mit wechselndem Kriegsglück für die Parteien. Schließlich musste sich Mastino jedoch geschlagen geben. Im März 1337 kam es nach längeren Verhandlungen zu Vereinbarungen zwischen den Parteien, bei denen die alten Herren wieder ihre Städte und Ländereien zurückerhielten. Venedig erhielt Handelsgarantien für die betreffenden Gebiete. Mastino, in jeder Hinsicht der Verlierer, rief Kaiser Ludwig den Baiern als Vermittler um Hilfe, der jedoch die Partei des Dogen ergriff, und diesem zudem die Rechte über die Stadt Mestre verlieh.
Am 24. Januar 1339 wurde der Frieden feierlich im Markusdom besiegelt. Treviso gehörte jetzt zum Herrschaftsbereich Venedigs, Florenz erhielt einige Burgen aber nicht die Stadt Lucca, was in Florenz zu Verstimmungen führte und eine der Ursachen für die späteren Spannungen zwischen der Serenissima und Florenz war.

Dandolo starb an Allerheiligen 1339. Er wurde in der Frari-Kirche begraben.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Soranzo Doge von Venedig
13291339
Bartolomeo Gradenigo