Bartolomeo Gradenigo (Doge)

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Golddukat mit dem Bild Bartolomeo Gradenigos

Bartolomeo Gradenigo († 28. Dezember 1342) war der 53. Doge von Venedig. Er regierte von 1339 bis 1342.

Inhaltsverzeichnis

Familie[Bearbeiten]

Der Name der Familie leitet sich wahrscheinlich von der Stadt Grado am Golf von Venedig ab, möglicherweise der Herkunftsort der Familie, deren Name fast von Beginn an mit der Geschichte Venedigs verknüpft ist.

Aus der Familie Gradenigo sind drei Dogen hervorgegangen, neben Bartolomeo der 49. Doge Pietro Gradenigo und der 56. Doge Giovanni Gradenigo. Drei Frauen aus der Familie waren mit Dogen verheiratet, zwei trugen den Titel Dogaressa: Aluica Gradenigo, verheiratet mit Marino Faliero und Regina Gradenigo, die mit Andrea Vendramin verheiratet war.

Leben[Bearbeiten]

Bartolomeo Gradenigo war der Sohn des Herzogs von Candia (Kreta), Angelo da San Lio, hatte aber den Namen eines Onkels mütterlicherseits angenommen. Während seiner politischen Karriere im Dienste der Republik war er unter anderem Prokurator sowie Podestà von Ragusa und Capodistria. Er war in erster Ehe verheiratet mit einer Frau aus der Familie Cappello, mit der er sechs Söhne hatte, und in dritter Ehe mit einer Schwester seines Konkurrenten und späteren Nachfolgers im Amt, Andrea Dandolo.

Gradenigo nutzte sein Amt, um seine große Familie mit möglichst vielen einträglichen Ämtern zu versorgen. Zudem bemühten sich Doge, Dogaressa und Familie mit Erfolg, möglichst umfassend aus dem Warenhandel der Stadt zu profitieren.

1340 wurde Venedig von einer katastrophalen Überschwemmung heimgesucht. Nach der Legende konnte die Stadt nur durch das Eingreifen ihrer drei Schutzpatrone, den Heiligen Markus, Nikolaus und Georg vor dem Untergang gerettet werden. Die drei Heiligen waren in das Boot eines Fischers gestiegen, hatten das tobende Meer besänftigt und sich dann von dem Fischer an ihren jeweiligen Sitz am Lido, auf San Giorgio Maggiore und am Markusplatz, bringen lassen. Der letzte der Heiligen überreichte dem Fischer einen goldenen Ring mit dem Auftrag, ihn dem Dogen zu übergeben.

Gradenigo starb am 28. Dezember 1342 und wurde im Atrium von San Marco begraben. Sein gotischer Sarkophag befindet sich im Narthex der Basilika. Die Vorderseite des Sarkophags zeigt eine Madonna mit Kind und die Heiligen Markus und Bartolemeus sowie eine winzige Figur des knienden Dogen.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I dogi di Venezia. Florenz 2003, ISBN 88-09-02881-3.
  • Claudio Rendina: I dogi. Storia e segreti. Rom 1984, ISBN 88-8289-656-0.
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001.
Vorgänger Amt Nachfolger
Francesco Dandolo Doge von Venedig
1339–1342
Andrea Dandolo