Franz J. Müller

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Widerstandskämpfer Franz J. Müller. Zum Badmintonspieler siehe Franz-Josef Müller; zum Politiker siehe Franz Joseph Müller.

Franz Josef Müller (* 8. September[1][2] 1924 in Ulm) war Mitglied der „Ulmer Abiturientengruppe“ der Weißen Rose. Er sammelte Geld für Briefmarken und Umschläge, in denen Flugblätter der Weißen Rose verschickt wurden, und war auch in die Verteilung der Briefe eingebunden. Oft traf er sich zu diesem Zweck in der geheimen Orgelkammer der Ulmer Martin-Luther-Kirche mit Hans Hirzel, dem Sohn des damaligen Pfarrers.

Leben[Bearbeiten]

Im Jahr 1943 wurde Müller, der als Soldat in Frankreich war, verhaftet. Er kam mit dem Leben davon und wurde nur zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt, weil der Volkgerichtshofspräsident Roland Freisler glaubte, dass jemand, der so aussehe wie Müller – er hatte blaue Augen und war hellblond – nicht aus ganzem Herzen ein Gegner des Nationalsozialismus sein könne. Zum Ende der Zeit des Nationalsozialismus kam Müller wieder frei. Statt wie geplant 1947 in die USA zu emigrieren, überzeugte ihn der damalige Ulmer Oberbürgermeister Robert Scholl, Vater der Geschwister Scholl, in Deutschland zu bleiben. Müller studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, Basel und Freiburg im Breisgau. Er engagierte sich auch beruflich für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. 1986 rief er mit Mitgliedern und Angehörigen der in München hingerichteten Mitglieder der Weißen Rose die Weiße Rose Stiftung ins Leben, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das geistige Vermächtnis der Weißen Rose weiterzugeben. Bereits seit Anfang der 70er Jahre spricht Müller regelmäßig als Zeitzeuge vor Schulklassen, um über sein Leben und die Weiße Rose zu berichten. Er wird auch in der Ulmer DenkStätte Weiße Rose porträtiert.

Müller ist unter anderem Träger der Auszeichnung München leuchtet. Er soll mit der Yad-Vashem-Medaille ausgezeichnet worden sein[3], taucht allerdings auf der offiziellen Webseite von Yad Vashem unter den deutschen Gerechten unter den Völkern[4] nicht auf.

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Kißener u.a. (Hrsg.), "Weitertragen". Studien zur "Weissen Rose". Festschrift für Anneliese Knoop-Graf zum 80. Geburtstag, Konstanz 2001, S. 35.
  2. Englische Übersetzung des Urteils im zweiten Weiße-Rose-Prozess vom 19. April 1943. In Gestapo Interrogation Transcripts: Willi Graf, Alexander Schmorell, Hans Scholl, and Sophie Scholl, NJ 1704 - Volumes 1-33, Exclamation! Publishers, Los Angeles, California USA, 2002-2003. ISBN 0971054134.
  3. Transkription eines längeren Interviews mit Müller (PDF-Datei; 50 kB) auf BR alpha vom 2. Mai 2003
  4. Liste der deutschen Gerechten unter den Völkern (PDF-Datei; 264 kB), Stand 8. September 2011

Weblinks[Bearbeiten]