Sophie Scholl – Die letzten Tage

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Sophie Scholl – Die letzten Tage ist ein deutscher Film des Regisseurs Marc Rothemund aus dem Jahr 2005 nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer. Er schildert die letzten Tage im Leben von Sophie Scholl. Der Film wurde auf der Berlinale 2005 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie und für die beste Hauptdarstellerin (Julia Jentsch) ausgezeichnet. Die Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche, German Films, wählte das Drama im September 2005 als offiziellen Kandidaten für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Die Oscar-Nominierung wurde am 31. Januar 2006 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekanntgegeben, bei der Verleihung ging der Film jedoch leer aus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

In einem Studentenwohnheim in München beugen sich Sophie Scholl und eine Freundin, Gisela Schertling, über ein Radio und singen leise Billie Holidays „Sugar“ mit, als Sophie plötzlich sagt, dass sie gehen müsse.

Sie geht durch dunkle Straßen und tritt durch eine Tür ein. In einem Keller befinden sich die Mitglieder der Weißen Rose, eine Widerstandsgruppe in München, und bearbeiten die Kopien von ihrem sechsten Flugblatt. Sie haben mehr vervielfältigt, als sie es über die Post verteilen können, daher hat Hans, Sophies Bruder, die Idee, die Extrablätter am nächsten Tag in der Universität zu verteilen. Da Willi dies für zu gefährlich hält, kündigt Hans an, dass er die volle Verantwortung übernehmen wird. Sophie versucht die anderen zu beruhigen und meldet sich freiwillig, um Hans zu unterstützen und erklärt dass eine Frau wohl weniger Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals auf sich ziehen wird.

Am nächsten Tag gehen Sophie und Hans während der Vorlesungen in das Hauptgebäude der Universität und legen die Flugblätter in die Nähe der Hörsaaltüren. Im dritten Stockwerk legen sie die restlichen Flugblätter auf die Balustrade und Sophie schiebt sie impulsiv über den Rand, sodass die Flugblätter in das Atrium fallen. In diesem Moment öffnen sich die Türen der Hörsäle und die Studierenden strömen heraus. Sophie und Hans wähnen sich in der Menschenmasse sicher, jedoch wurden sie während ihrer Aktion vom Hausmeister beobachtet. Dieser hält sie zurück, bis die Polizei eintrifft und sie festnimmt. Die Geschwister werden ins Münchener Wittelsbacher Palais (Gestapo-Gefängnis) gebracht, wo Sophie durch den Gestapo-Ermittler Robert Mohr verhört wird. Anfangs behauptet sie, dass sie ein unpolitischer Mensch sei und sie und ihr Bruder nichts mit den Flugblättern zu tun hätte. Sie hätte sie lediglich in der Halle bemerkt und sie über die Balustrade geworfen, weil es in ihrer Natur läge, Streiche zu spielen.

Den leeren Koffer erklärt sie dem Beamten so, dass sie zu ihren Eltern nach Ulm fahren wolle, um saubere Wäsche mitzunehmen. Ihre Darstellungen scheinen einleuchtend und sie soll entlassen werden. Als jedoch die Entlassungspapiere genehmigt werden sollen, trifft plötzlich die Anweisung ein, sie doch nicht gehen zu lassen. Untersuchungen haben ergeben, dass Sophie und Hans in der Tat für den Vertrieb dieses und anderer Flugblätter verantwortlich sind.

Sophie als auch Hans gestehen, aber um die anderen Mitglieder der Weißen Rose zu schützen, behaupten sie, die Produktion und die Verteilung der tausenden Flugblätter wäre allein ihr Werk.

Der Gestapobeamte Mohr ermahnt sie, die Gesetze zu beachten, die die Ordnung in einer Gesellschaft, die ihre Ausbildung – und die ihrer Freunde – finanziert hat, aufrechterhalten, doch Scholl entgegnet, dass die Gesetze vor 1933 das Recht der freien Meinungsäußerung enthielten. Sie sagt, dass sie Polizisten gesehen haben, die in das Gesicht ihres jüdischen Lehrers gespuckt haben, dass sie gesehen hat, wie geistig behinderte Kinder in Lastwagen weggebracht wurden, dass sie von Soldaten, die von der Ostfront zurückkamen, von den Vernichtungslagern erfahren hat.

Auf die Aussage Mohrs, manche Leben seien unwürdig, entgegnet Sophie, dass jedes Leben kostbar sei und es den Menschen nicht zustehe, endgültige Entscheidungen zu treffen. Mohr kann nicht verstehen, wie das Gewissen eine verlässliche Grundlage für das Handeln sein kann. „Ohne Recht gibt es keine Ordnung. Auf was können wir uns verlassen, wenn nicht auf das Recht?“ wird Sophie von Mohr gefragt. „Ihr Gewissen. Gesetze ändern sich, das Gewissen nicht“ antwortet Sophie.

Als sie sagt, dass sie bereit ist, die gesamte Schuld auf sich zu nehmen und sich weigert, die Namen ihrer Komplizen zu nennen, beendet Mohr das Verhör. Sophie, ihr Bruder Hans und Christoph Probst werden des Hochverrats, Wehrkraftzersetzung und landesverräterischer Feindbegünstigung angeklagt. Im Schauprozess vor dem Volksgerichtshof muss sich Christoph Probst als erster vor dem Vorsitzenden Roland Freisler verantworten. Dieser ist gnadenlos und führt die Verhandlung weniger als Richter, denn als Ankläger. Die Bitten Christoph Probsts, ihn aufgrund seiner drei Kinder zu verschonen, werden von Freisler verächtlich abgewiesen.

Hans schafft es, während Freislers zunehmend ungeduldiger Befragung, Haltung zu bewahren und sagt, dass die Niederlage des Nationalsozialismus aufgrund der Allianz zwischen Russland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten unvermeidlich sei und alles, was Hitler noch tun könne, sei den Krieg zu verlängern.

Sophie sagt aus, dass viele Leute mit dem, was die Weiße Rose gesagt und geschrieben habe, übereinstimmen, aber sie nicht den Mut hätten, ihre Gedanken zu äußern. Freisler verkündet die Urteile. Alle drei Angeklagten werden schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. In ihrer Abschlusserklärung sagt Sophie dem Gericht „Wo wir heute stehen, werdet ihr bald stehen.“

Obwohl Sophie gesagt wurde, dass eine Exekution nicht innerhalb von 99 Tagen nach der Urteilsverkündung stattfindet, erfährt sie, dass sie noch am selben Tag exekutiert werden soll. Sie hat Mühe, ihre Haltung zu bewahren und wird in einen Raum gebracht, in dem sie ihr Testament schreiben kann. Schließlich erfährt sie, dass sie Besuch von ihren Eltern hat, die das, was sie getan hat, vollkommen unterstützen. Sophie versichert ihrer Mutter, dass sie sich im Himmel wiedersehen werden, als der Gefängnispfarrer kommt und sie den Segen Gottes erhält. Anschließend wird sie in eine Zelle, in der Hans und Christoph Probst warten, geführt, wo sie gemeinsam eine letzte Zigarette rauchen und sich das letzte Mal umarmen.

Sophie wird in den Raum, in dem die Guillotine steht, gebracht. Als das Beil fällt, wird das Bild schwarz. Der Zuschauer hört nur noch Schritte, dann die Stimme von Hans, der „Es lebe die Freiheit“ ruft, bevor er hingerichtet wird. Schließlich noch einmal Fußschritte und das dritte Mal das Geräusch des fallenden Beiles.

In der letzten Szene fallen unzählige Flugblätter vom Himmel und es wird erklärt, dass Kopien der Flugblätter über Skandinavien nach England geschmuggelt wurden, wo die Alliierten das Manifest millionenfach kopierten und sie über deutschen Städten abwarfen.

[Bearbeiten] Drehbuch

Das Drehbuch von Fred Breinersdorfer orientiert sich an den Verhörprotokollen von Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst, die in der DDR bis zur Wende in den Archiven der Stasi lagerten und erst seit 1990 von Historikern eingesehen werden konnten.

[Bearbeiten] Kritik und Literaturhinweise

„ Nicht zuletzt durch das großartige Spiel der Darsteller ein erschütterndes Zeitdokument. “

Lexikon des Internationalen Films

  • Martin, Ellen: "Sophie Scholl - die letzten Tage" und "Der Untergang". Spielfilme und ihre perspektivische Vermittlung der NS-Zeit.In: PÄD Forum: Unterrichten-Erziehen,1,(2006),S. 29-33.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Für ihre Darstellung der Scholl gewann Jentsch als beste Schauspielerin in der European Film Awards, die beste Schauspielerin an der Deutscher Filmpreis (Lolas), zusammen mit den Silberner Bär für die beste Schauspielerin an der Berlin Film Festival. Zudem wurde der Film für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.

  • Internationale Filmfestspiele Berlin 2005
    • Silberner Bär: Beste Regie – Marc Rothemund
    • Silberner Bär: Beste Hauptdarstellerin – Julia Jentsch
    • Preis der ökumenischen Jury
  • Deutscher Filmpreis 2005
    • Bester Spielfilm in Silber
    • Beste Hauptdarstellerin: Julia Jentsch
  • Europäischer Filmpreis 2005
    • Beste Schauspielerin: Julia Jentsch
    • Publikumspreis Bester Regisseur: Marc Rothemund
    • Publikumspreis Bester Darsteller: Julia Jentsch
  • Jupiter
    • Bester deutscher Film
    • Beste deutsche Darstellerin: Julia Jentsch
    • Bester deutscher Regisseur: Marc Rothemund

[Bearbeiten] Weblinks

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