Friß oder stirb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Film Friß oder stirb. Für andere Bedeutungen siehe Friß oder stirb (Begriffsklärung).
Filmdaten
Deutscher Titel Friß oder stirb
Originaltitel Vivi o preferibilmente morti
Produktionsland Italien, Spanien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Duccio Tessari
Drehbuch Duccio Tessari
Giorgio Salvioni
Musik Gianni Ferrio
Kamera Manuel Rojas
Schnitt Mario Morra
Besetzung

Friß oder stirb (Originaltitel: Vivi o preferibilmente morti) ist eine Italowestern-Komödie von Duccio Tessari aus dem Jahr 1969.

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden ungleichen Brüder, der überschuldete Spieler und Draufgänger Monty und der Farmer Ted, mögen sich nicht besonders und sind sich bislang erfolgreich aus dem Weg gegangen, bis der Tod ihres reichen Onkels sie zusammenführt. Um in den Genuss der Erbschaft zu kommen, müssen die beiden jedoch eine Bedingung erfüllen: sechs Monate friedlich miteinander auskommen. Das Zusammenleben der beiden gestaltet sich jedoch alles andere als friedlich. Kaum ist Monty auf Teds Farm eingetroffen, wird diese von Pferdedieben unter der Führung des ruchlosen Banditen Jim überfallen. Dabei geht die Farm in Flammen auf. Die beiden Brüder, nunmehr mittellos, versuchen sich bis zum Erhalt der Erbschaft mit Gaunereien über Wasser zu halten. Doch sowohl die Entführung einer verwöhnten Bankierstochter als auch Überfälle auf eine Postkutsche und einen Geldtransport scheitern und enden jedes Mal in wüsten Prügeleien. Ein Gutes haben die Misserfolge jedoch: Sie schweißen die Streithähne Monty und Ted zusammen.

Kritiken[Bearbeiten]

Die Kritiken waren meist positiv gestimme: Hermine Fürstweger befand, es handle sich um „eine flott inszenierte, mit gepfefferten Dialogen aufgepulverte Western-Groteske, in der sich Giuliano Gemma und Nino Benvenuti als Komikerkanonen entpuppen“.[1]. Ulrich Bruckner analysiere, dies sei „ein komplett anderer Film als Tessaris vorherige Western, eine im modernen Western angesiedelte Komödie, die die späteren Terence Hill & Bud Spencer-Komödien schon vorwegnimmt. Auch hier gibt es zahlreiche auf lustig getrimmte Faustkämpfe und andere witzige Aktionen. Giuliano Gemma und Nino Benvenuti sind hervorragend und lassen ein Feuerwerk an komischen Einfällen abbrennen. […] Überraschend, wie gut der Regisseur den Übergang vom klassischen harten Italo-Western zur Western-Persilflage gefunden hat.“[2] Günther Pflaum schließlich kam zum Urteil, „der dritte „Western“ des Italieners Duccio Tessari gehört in vieler Hinsicht zu den bemerkenswerten Ausnahmen seiner Gattung. Es ist sicher mehr Geld reingesteckt worden als in viele andere Italo-Western, und es ist auch mehr dabei herausgekommen, nämlich ein sehr sorgfältig gemachter Film, dem man es ansieht, daß der Regisseur mit Liebe, Mühe und gutem Material gearbeitet hat. […] Die Episodenform, in der die komischen Abenteuer erzählt werden, bringt gelegentliche Flauten und Durststecken, doch dann folgen immer wieder schöne Momente; die Gags sind zum Teil recht originell, und der simple Klamauk steigert sich zu gekonnt inszenierten Slapstick-Szenen. Die Schlägereien laufen fast balletreif ab und parodieren den blutrünstigen Ernst des italienischen Western. Trotz der deutschen Synchronisation, die unentwegt die Sprüche Al Mundys aus der gleichnamigen Fernsehserie nachplappern lässt, ist Tessaris Western-Komödie ein Film, bei dem der Zuschauer einmal nicht um sein Vergnügen betrogen wird.“[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film ist unter zahlreichen verschiedenen Titeln erschienen. Aus Vermarktungszwecken lief er in den USA unter dem Titel Sundance Cassidy and Butch the Kid im Kino, obwohl er nichts mit der ebenfalls 1969 erschienenen und ungleich erfolgreicheren Westernkomödie Butch Cassidy and the Sundance Kid (mit Robert Redford und Paul Newman) zu tun hat. Auch in Deutschland erschien der Film unter dem Titel Sundance Cassidy und Butch The Kid auf DVD. Frühere Titel waren unter anderem Halleluja für 2 Galgenvögel, Halleluja für zwei Pistolen und Eine verrückte Erbschaft.

Die Rolle des Ted übernahm der italienische Profiboxer Nino Benvenuti, der 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom die Goldmedaille gewann und 1967 WBA- und WBC-Weltmeister im Halbmittelgewicht wurde.

Zu hören sind die Filmlieder Monty and Ted von The Wilder Brothers, December 24th von I Cantori Moderni sowie Yes Sir von Lilian Terry.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die Deutsche Synchron in Berlin besetzte unter der Regie von Karlheinz Brunnemann und nach dem Dialogbuch von Ursula Buschow u.a.:[4]

sowie Fritz Tillmann und Gerd Martienzen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermine Fürstweger in Film-Echo, nach Joe Hembus: Das Westernlexikon, München 1995
  2. Ulrich P. Bruckner: Für ein paar Leichen mehr, München 2006, S.214
  3. Günther Pflaum in Film Dienst, FD 16 781
  4. laut Synchronkartei