Giuliano Gemma

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Giuliano Gemma an seinem 70. Geburtstag (2008)

Giuliano Gemma (* 2. September 1938 in Rom; † 1. Oktober 2013 in Civitavecchia) war ein italienischer Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Giuliano Gemma wuchs in Reggio nell’Emilia auf, kehrte aber 1944 mit seinen Eltern zurück nach Rom. Sein markantes, durch eine Narbe gezeichnetes Gesicht verdankt er einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die explodierte, als er sie als Kind beim Spielen fand. Gemma war in seinen frühen Jahren als Sportler aktiv. Sein großes Vorbild war Burt Lancaster.

Nach Anfängen als Stuntman arbeitete er bereits mit 18 Jahren als Statist und bekam zunächst Nebenrollen in Historienfilmen. 1959 war er als badender Römer in William Wylers Monumentalfilm Ben Hur und 1961 als Krios in Kadmos – Tyrann von Theben zu sehen. 1962 engagierte ihn Luchino Visconti für die kleine Rolle eines Generals der Truppen Garibaldis in Der Leopard.

Bekannt geworden als Nicolas in den Angélique-Filmen, spezialisierte sich Gemma ab Mitte der 1960er Jahre auf Italowestern. Mit Adios Gringo schaffte er 1965 den Durchbruch in diesem Genre. In einigen Filmen spielte er unter dem Pseudonym Montgomery Wood. Neben Clint Eastwood war Gemma einer der bekanntesten Darsteller dieses Genres, was seinen Marktwert steigerte.

Anfang der 1970er Jahre spielte Gemma auch anspruchsvollere Charaktere aus der jüngeren Geschichte, wie z. B. 1970 in Valentino Orsinis Die letzten Partisanen oder 1977 in Der eiserne Präfekt. Zu Gemmas besten Leistungen zählten 1976 die Rolle eines einsamen Offiziers in Valerio Zurlinis Die Tatarenwüste und 1980 als Sportarzt in Passioni popolari.

1985 kehrte Gemma für eine Fernsehserie wieder zum Western zurück. In den folgenden Jahren spielte er eher unbedeutendere Rollen. Zuletzt war Gemma vor allem für das italienische Fernsehen tätig.

Neben der Schauspielerei war Gemmas Leidenschaft die Bildhauerei. Gemma war mit der Journalistin Baba Richerme verheiratet und hatte zwei Töchter aus erster Ehe. Eine Tochter ist die Schauspielerin Vera Gemma.

Gemma wurde am 1. Oktober 2013 bei einem Autounfall in seinem Wohnort Cerveteri schwer verletzt und starb kurz darauf in einem Krankenhaus in Civitavecchia.[1][2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten]

Fernsehproduktionen[Bearbeiten]

  • 1978: Der tödliche Kreis (Circuito chiuso)
  • 1985: Tex und das Geheimnis der Todesgrotten (Tex e il Signore degli abissi)
  • 1988: Rally (Fernsehserie)
  • 1990: Marco – Über Meere und Berge (Dagli Appennini alle Ande)
  • 1991: Jo, Fotomodell (La moglie nella cornice) – Regie: Philippe Monnier
  • 1992: Zwei Brüder in einem Boot (Una storia italiana) – Regie: Stefano Reali
  • 1997: Prinzessin Amina (Deserto di fuoco) – Regie: Enzo G. Castellari
  • 1999: Ruf der Berge (Premier de cordée)
  • 2001: Bel Ami – Liebling der Frauen (L’uomo che piaceva alle donne – Bel Ami)
  • 2005: Papst Johannes Paul II. (Pope John Paul II)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giuliano Gemma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alessandra Vitali: Addio Giuliano Gemma. La Repubblica, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  2. Italo-Westernheld Giuliano Gemma 75-jährig gestorben. Tiroler Tageszeitung, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.