Friede von Basel

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Dieser Artikel behandelt den Frieden von Basel von 1795. Für den Frieden zu Basel von 1499 zur Beendigung des Schwabenkrieges siehe dort.

Der Friede von Basel von 1795 (Basler Frieden) setzte dem Krieg zwischen Frankreich und Preußen bzw. Spanien ein vorläufiges Ende. Diese Parteien, in Koalition mit England, Österreich und den Niederlanden, bekämpften sich im Laufe des Ersten Koalitionskrieges (1792–1797). Der Friede führte dazu, dass das revolutionäre Frankreich als gleichberechtigte Großmacht anerkannt wurde.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die militärische Beteiligung Preußens an der Koalition gegen Frankreich wurde 1794 von Berlin den Reichsständen als nicht mehr zu finanzieren dargestellt. Bei einer Weigerung der anderen Reichsfürsten Finanzmittel zu stellen, drohte Preußen – entgegen den reichsrechtlichen Statuten – mit dem Abzug der Truppen. Der polnische Kościuszko-Aufstand gab Preußen die willkommene Möglichkeit, mit einer Intervention Gebietsgewinne zu erzielen, die es im Krieg gegen Frankreich bis dahin nicht realisieren konnte. Preußen stand also vor dem Staatsbankrott und war auf Finanzhilfen angewiesen, oder musste seinen als erfolglos eingeschätzten Einsatz am Rhein beenden, um sich an der Aufteilung Polens beteiligen zu können.

Vertragsverhandlungen[Bearbeiten]

Der Frieden bestand aus drei separaten Friedensschlüssen:

  • Am 5. April 1795 einigte sich Frankreich mit den Preußen auf einen seit 1794 diskutierten Vertrag. In der Nacht auf den 6. April unterzeichneten die Vertreter von Frankreich und Preußen, François Barthélemy und Karl August von Hardenberg, den Friedensvertrag. Jeder befand sich in seiner eigenen Basler Unterkunft, im Rosshof bzw. dem Markgräflerhof, und die Papiere wurden durch einen Kurier herumgereicht. In dem Vertrag überließ Preußen den Franzosen seine linksrheinischen Besitzungen und erhielt in einem Geheimartikel das Versprechen, dass es rechtsrheinisch entschädigt würde, falls das linke Rheinufer in einem allgemeinen Frieden endgültig an Frankreich fallen sollte. Der Basler Stadtschreiber Peter Ochs hatte als Vermittler wesentlichen Anteil an diesem Abschluss.
  • Am 22. Juli 1795 kam es dann wiederum nachts zur Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Frankreich und Spanien, vertreten durch Domingo de Iriarte. Diesmal im Stadtpalais von Peter Ochs, dem Holsteinerhof. Spanien musste zwei Drittel der Insel Hispaniola mit Haiti an Frankreich abtreten.

Mit Preußen und Spanien schieden damit zwei Hauptgegner der Französischen Republik aus dem Ersten Koalitionskrieg aus.

  • Am 28. August 1795 kam es schließlich auch noch zum Friedensschluss zwischen Frankreich und Hessen-Kassel, vertreten durch Friedrich Sigismund Waitz von Eschen.

Während der Friedensverhandlungen in Basel wurde zudem die Herzogin von Angoulême Marie Thérèse Charlotte de Bourbon, die Tochter des 1793 geköpften französischen Königs Ludwig XVI., gegen fünf Kommissare des Konvents (darunter der ehemalige Kriegsminister Beurnonville) ausgetauscht, die von General Dumouriez den Österreichern in Belgien als Geiseln gestellt worden waren.[3]

Anmerkungen[Bearbeiten]

Der Separatfrieden Preußens mit Frankreich war faktisch ein Austritt aus dem Reichsverbund. Das seit den Kriegen Friedrichs des Großen gegen Kaiserin Maria Theresia ohnehin gespannte Verhältnis zum Koalitionär Österreich erreichte einen Tiefpunkt und förderte bei Österreich eine noch größere Bereitschaft zur Weiterführung des Krieges.

"Seinerseits richtete Österreich sehr bittere Bemerkungen an den Reichstag; es erklärte, es wünsche den Frieden so sehr, wie nur irgend Jemand, halte ihn aber für unmöglich und wolle den günstigen Augenblick erst abwarten, um deßhalb zu unterhandeln; auch für die Staaten des Reiches würde es weit vortheilhafter sein, sich der altbewahrten österreichischen Treue anzuvertrauen, als wortbrüchigen Mächten, die bisher ihren Verpflichtungen noch nicht nachgekommen waren. Um sich den Anschein zu geben, als rüste er sich zum Kriege, obwohl er nur Frieden begehrte, verordnete der Reichstag für diesen Feldzug das fünffache Contingent und setzte fest, daß die Staaten, welche keine Soldaten zu stellen vermöchten, sich mit 240 fl. Für den Mann von dieser Verpflichtung loskaufen könnten." (Adolphe Thiers um 1825)[4]

Der Basler Frieden war eine politische Niederlage für Preußen und die Reichsverfassung; Preußen musste ohne französische Gegenleistungen zustimmen, das Reich teilte sich in der Folge in einen von Preußen dominierten Norden und den von Österreich angeführten Süden und ein wirklicher Friede für das deutsche Reichsgebiet kam erst zwanzig Jahre später zustande. „Damit war ein Wendepunkt erreicht, von dem aus ein gerader und unumkehrbarer Weg zur Auflösung des Alten Reiches führte.“[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Meyers-Konversations-Lexikon, Basler Friede, Band 2, Leipzig 1874
  • Max Plassmann, Die preußische Reichspolitik und der Friede von Basel 1795, Jahrbuch Stiftung Preuß. Schlösser und Gärten, Berlin-Brandenburg, Band 4, 2001/2002 Text online: www.perspectiva.net/content/publikationen/spsg-jb/4
  • Adolphe Thiers, Geschichte der Französischen Revolution, Band 4, 398 ff. Übers. A. Walthner, Mannheim 1844

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers-Konv.-Lexikon, Basler Frieden, Bd. 2
  2. Die Orts- und Länderbezeichnungen sind entnommen der Darstellung der Neutralitaetslinie vom 17 May 1795 zu Basel. SPSG, Atlanten und Karten 14
  3. A. Thiers, Gesch. d. Franz. Rev., Bd. 5, S. 62ff.
  4. A. Thiers, Gesch. d. Franz. Revolution, Bd. 4, S. 399
  5. M. Plassmann, Die preuß. Reichspolitik u. d. Friede v. Basel, S. 147