Pappenheim
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Weißenburg-Gunzenhausen | |
| Höhe: | 405 m ü. NN | |
| Fläche: | 64,32 km² | |
| Einwohner: |
3995 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 62 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91788 | |
| Vorwahl: | 09143 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WUG | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 77 158 | |
| Stadtgliederung: | 14 Gemeindeteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 91788 Pappenheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Uwe Sinn (SPD) | |
| Lage der Stadt Pappenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen | ||
Pappenheim ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und liegt im Altmühltal rund 70 km südlich von Nürnberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Geographische Lage[Bearbeiten]
Die Stadt Pappenheim liegt an der Altmühl zwischen Treuchtlingen und Eichstätt.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Pappenheim besteht aus 14 amtlich benannten Orten[2]:
Geschichte[Bearbeiten]
Prähistorische Siedlungsspuren lassen sich auf der knapp westlich der Stadt gelegenen Höhensiedlung „Alte Bürg“ und im darunter liegenden Ortsteil Niederpappenheim bis ins Jungneolithikum zurückverfolgen. Von der „Alten Bürg“ stammen auch Funde der frühen Bronze- und der Hallstattzeit. Ein mehrfach gestaffeltes System von Abschnittswällen zeugt dort von mehreren Befestigungsphasen. Eine weitere und vermutlich jüngere Höhensiedlung der späten Hallstattzeit existierte auf dem „Schlossberg“, auf dem später die Burg errichtet wurde. Nach einer längeren Unterbrechung nutzten dann Germanen des 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. die Anhöhe erneut für eine Befestigung.[3] Es steht zu vermuten, dass zumindest für die vorgeschichtlichen Perioden auch kleinere Ansiedlungen im Tal bestanden, da die Altmühl hier zudem durch eine Furt leicht passierbar war.
Die Gründung der heute noch existierenden Siedlung Pappenheim lässt sich namenkundlich erst in der Zeit um 750 fassen. Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 802 als „Papinhaim im Sualafeld“. Darin schenkt Reginsind, die Witwe des Grafen im Thurgau, Vermögen und Besitz „in und um Pappenheim“ dem Kloster St. Gallen. Die im 9. Jahrhundert errichtete Galluskirche ist noch heute Zeugnis dieser Verbindung nach St. Gallen und nicht nur Pappenheims ältestes noch stehendes Bauwerk, sondern auch eines der ältesten in Franken. Oberhalb der St.-Gallus-Kirche, auf dem „Weinberg“, findet sich eine weitere Abschnittsbefestigung, bei der es sich vermutlich um eine (vielleicht nicht fertiggestellte) Befestigungsanlage aus der Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert handelt, die zum Schutz der St. Galler Besitzungen errichtet worden sein könnte.
Die frühmittelalterliche Ansiedlung dürfte im Bereich um diese Kirche herum entstanden sein. Vermutlich bestand zu dieser Zeit auch wieder eine Befestigung auf der „Alten Bürg“, die nach Ausweis von Funden bis ins Hochmittelalter hinein bestand hatte. Nach ihrer Zerstörung wurde sie nicht wieder aufgebaut, sondern die Burgstelle auf den Sporn in die Altmühlschlinge hinunter verlegt, was einem allgemeinen Trend der Zeit entsprach. Diese staufische Burganlage wurde im Jahre 1175 fertiggestellt, wie das Weihedatum der Burgkapelle verrät. Erbaut wurde diese Anlage vermutlich als kaiserliche Burg und anfänglich dem Reichsministerialengeschlecht der Calatine, die sich nun Marschälle von Pappenheim nannten, als Lehen, später als Allod überlassen. Acht Jahrhunderte hindurch übte dieses Geschlecht bei allen Kaiserkrönungen sein Amt aus.
Als Residenzstadt wurde Pappenheim zum regionalen Mittelpunkt, und neben vielen Privilegien der Reichserbmarschälle wie Halsgericht und Judenregal hatte die Stadt auch das Asylrecht. 1288 wurde ihr das Stadtrecht nach Weißenburger Vorbild verliehen. 1634 wurde Pappenheim von den Schweden belagert, die alsbald die Stadt einnehmen konnten. Die Burg musste nach tapferem Widerstand erst nach einem Artillerietreffer auf die Brunnenstube übergeben werden. Sie spielte noch einmal 1705 im spanischen Erbfolgekrieg eine kurze Rolle und wurde von französischen Truppen eingenommen und beschädigt. Danach zerfiel sie zusehends und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in eine romantische Ruine umgewandelt, die eher dem Zeitgeschmack entsprach.
Die Reichsministerialen wurden 1627 mit Gottfried Heinrich (siehe: Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim) in den Reichsgrafenstand erhoben.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Übermatzhofen eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Bieswang, Geislohe, Göhren, Neudorf, Osterdorf und Zimmern hinzu.[5]
Zitat: Ich kenne meine …[Bearbeiten]
Bekannt ist der Name der Stadt vor allem durch den Ausspruch: „Ich kenne meine Pappenheimer.“
Das Zitat geht auf Schillers Drama Wallensteins Tod zurück, in dem der Feldherr Albrecht von Wallenstein sagt: „Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer“.
Er sagt es anerkennend zu einer Abordnung der Kürassiere des Regimentes Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim, die Wallenstein ihrerseits vorher fragten, ob das Gerücht, dass er mit den feindlichen Schweden hinter dem Rücken des Kaisers Verhandlungen führe und damit Verrat übe, wahr sei. Wallenstein sagt den berühmten Satz also nicht abwertend, sondern die Treue der „Pappenheimer“ anerkennend, da diese der Gerüchteküche keinen Glauben schenken und sich nicht automatisch gegen ihn wenden, sondern von ihm selbst aus eigenem Munde hören wollen, „was Sache ist“.
Im Lauf der Zeit wurde die Verwendung unscharf, der Ausspruch hat nunmehr eher etwas Abwertendes (etwa im Sinn von „ich kenne meine Spitzbuben“) oder auch eine ironische Bedeutung.
Als „Pappenheimer“ wurden weiterhin seit dem Spätmittelalter auch die Kloakenreiniger in Nürnberg bezeichnet. Diese Bezeichnung ist auf die Aufgabe der Marschälle zurückzuführen, die Städte vor dem Besuch des Kaisers zu reinigen. Diese Aufgabe wurde nicht von den Pappenheimern selbst übernommen, sondern von ortsansässigen Bediensteten, auf die der Name übertragen worden ist.
Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Die Sitzverteilung der 17 Sitze im Stadtrat ist seit den Kommunalwahlen im Jahr 2008 wie folgt:
- CSU – 7 Sitze
- SPD – 5 Sitze
- Freie Wähler – 4 Sitze
- Parteilos – 1 Sitz
Städtepartnerschaft[Bearbeiten]
- Städtepartnerschaft mit Coussac-Bonneval, Frankreich
Patenschaft[Bearbeiten]
- 1955 wurde eine Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Buchau im ehemaligen Kreis Luditz übernommen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Pappenheim ist ein Luftkurort und wegen der gut erhaltenen Altstadt sehenswert. Auf dem Burgberg befindet sich ein Jagdmuseum. Im Alten Schloss gibt es eine Heimatstube der Buchauer.
Bauwerke[Bearbeiten]
- die Burg Pappenheim (1050)
- die St. Galluskirche aus dem 9. Jahrhundert
- das romanische „Obere Tor“
- der Jüdische Friedhof aus dem 12. Jahrhundert
- das ehemalige Augustinereremitenkloster (gegründet 1372) mit der Klosterkirche „Heiliger Geist“ aus dem Jahre 1493 (die Kirche dient seit 1700 ausschließlich als Gruftkirche der Marschälle von Pappenheim), siehe Kloster Pappenheim
- die spätgotische evangelische Stadtkirche St. Marien (1476 vollendet)
- das so genannte „Alte Schloss“, ein Renaissancebau aus dem Jahre 1593
- das Pappenheimer Rathaus (1595)
- das im klassizistischen Stil von Leo von Klenze erbaute „Neue Schloss“ aus dem Jahre 1819/1820.
- die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem 19. Jahrhundert
- die Weidenkirche der evangelischen Jugend (2007)
Baudenkmäler[Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Pappenheim
Verkehr[Bearbeiten]
Pappenheim besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Ingolstadt-Treuchtlingen, der im Stundentakt vom Regionalexpress bedient wird.
Durch den Ort führt die Staatsstraße 2230, die Bundesstraße 2 verläuft ca. 4 km westlich.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Conrad III. von Pappenheim († 14. April 1482), Jägermeister unter Herzog Wilhelm III. und herzoglicher Rat und sächsischer Hofmeister
- Karl Theodor von Pappenheim († 26. August 1853), bayerischer Feldzeugmeister und letzter regierender Reichsgraf der Grafschaft Pappenheim
- Gerhard Gollwitzer (* 7. Juni 1906 in Pappenheim, † 13. April 1973 in Mühlheim, Markt Mörnsheim),1946-1965 Professor der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Künstler und Schriftsteller.
- Helmut Gollwitzer (* 29. Dezember 1908 in Pappenheim; † 17. Oktober 1993 in Berlin), evangelischer Theologe und Schriftsteller, Mitglied in der Bekennenden Kirche der NS-Zeit, später als Professor an der Freien Universität Berlin engagiert in der 68er-Studentenbewegung.
- Sophie Hoechstetter (* 15. August 1873 in Pappenheim; † 4. April 1943 in der Moosschwaige bei Dachau), fränkische Schriftstellerin und Malerin
- John M. Shalikashvili (* 1936, † 2011), US-amerikanischer General und Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs; lebte von 1945 bis 1953 als staatenloser Flüchtling in Pappenheim.
- Emil Johannes Meyer (* 30. Juli 1885 in Frickenfelden (Ortsteil von Gunzenhausen); † 31. Oktober 1949 in Pappenheim), Autor bedeutender Schriften über historische Rechen- und Schreibmaschinen (Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte in zwei Bänden, 1921 und Die Rechenmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, 1925).
- Eduard Metzger (Friedrich Eduard Metzger) (* 13. Februar 1807 in Pappenheim; † 16. September 1894) war Architekt, Maler sowie Professor an der Technischen Universität München. Er studierte von 1825 bis 1828 bei Friedrich von Gärtner und vollendete nach dessen Tod 1847 bis 1850 das Siegestor in München.
- Bertha Kipfmüller (* 28. Februar 1861 in Pappenheim; † 3. März 1948 ebenda), Lehrerin, Frauenrechtlerin, Pazifistin und Privatgelehrte; erste Frau, die in Bayern zum Dr. phil. promoviert wurde
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/214125&attr=OBJ&val=1515
- ↑ M. Schußmann: Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. in: Beiträge zur Archäologie in Mittelfranken 3, 1997, 97-108.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 593.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
Literatur[Bearbeiten]
- A. von Wilke: Pappenheim. Mit zwölf Abbildungen. In: Vom Fels zum Meer 22. Jg., Bd. 2, 1903, S. 1150-1155.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Touristikseite der Stadt Pappenheim
- Pappenheim: Wappengeschichte vom HdBG
- Pappenheim.info - Informationsportal rund um Pappenheim
- Pappenheimein Skribent - Nachrichten aus Pappenheim
- Pappenheim: Amtliche Statistik des LStDV
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