Pappenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pappenheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pappenheim
Pappenheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pappenheim hervorgehoben
48.93472222222210.974444444444405Koordinaten: 48° 56′ N, 10° 58′ O{{#coordinates:48,934722222222|10,974444444444|primary
dim= globe= name= region=DE-BY type=city
  }}
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 64,32 km²
Einwohner: 3964 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91788
Vorwahl: 09143
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 158
Stadtgliederung: 14 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
91788 Pappenheim
Webpräsenz: www.pappenheim.de
Bürgermeister: Uwe Sinn (SPD)
Lage der Stadt Pappenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Pappenheim ist eine Stadt mit 3.964 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Altmühltal rund 70 Kilometer südlich von Nürnberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick vom Weinberg
Blick von der Burg auf die Altstadt
Eine knapp 530 Meter lange Lindenallee führt vom Bahnhof bis in die Nähe der Innenstadt

Die Stadt Pappenheim liegt an der Altmühl zwischen Treuchtlingen und Eichstätt in der Region Westmittelfranken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Pappenheim besteht aus 14 amtlichen Stadtteilen:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Prähistorische Siedlungsspuren lassen sich auf der knapp westlich der Stadt gelegenen Höhensiedlung „Alte Bürg“ und im darunter liegenden Ortsteil Niederpappenheim bis ins Jungneolithikum zurückverfolgen. Von der „Alten Bürg“ stammen auch Funde der frühen Bronze- und der Hallstattzeit. Ein mehrfach gestaffeltes System von Abschnittswällen zeugt dort von mehreren Befestigungsphasen. Eine weitere und vermutlich jüngere Höhensiedlung der späten Hallstattzeit existierte auf dem „Schlossberg“, auf dem später die Burg errichtet wurde. Nach einer längeren Unterbrechung nutzten Germanen im 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. die Anhöhe erneut für eine Befestigung.[3] Es steht zu vermuten, dass zumindest in vorgeschichtlichen Perioden auch kleinere Ansiedlungen im Tal bestanden haben, da die Altmühl hier durch eine Furt leicht passierbar war.

Die Gründung der heute noch existierenden Siedlung Pappenheim lässt sich namenkundlich erst in der Zeit um 750 fassen. Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 802 als „Papinhaim im Sualafeld“. Darin schenkt Reginsind, die Witwe des Grafen im Thurgau, Vermögen und Besitz „in und um Pappenheim“ dem Kloster St. Gallen. Die im 9. Jahrhundert errichtete Galluskirche ist noch heute Zeugnis dieser Verbindung nach St. Gallen und nicht nur Pappenheims ältestes noch stehendes Bauwerk, sondern auch eines der ältesten in Franken. Oberhalb der St.-Gallus-Kirche findet sich auf dem „Weinberg“ eine weitere Abschnittsbefestigung, bei der es sich vermutlich um eine (vielleicht nicht fertiggestellte) Befestigungsanlage aus der Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert handelt, die zum Schutz der St. Galler Besitzungen errichtet worden sein könnte.

Blick ins Altmühltal von der Burg Pappenheim aus

Die frühmittelalterliche Ansiedlung dürfte im Bereich um diese Kirche herum entstanden sein. Vermutlich bestand zu dieser Zeit auch wieder eine Befestigung auf der „Alten Bürg“, die nach Ausweis von Funden bis ins Hochmittelalter hinein bestand hatte. Nach ihrer Zerstörung wurde sie nicht wieder aufgebaut, sondern die Burgstelle auf den Sporn in die Altmühlschlinge hinunter verlegt, was einem allgemeinen Trend der Zeit entsprach. Diese Staufersche Burganlage wurde im Jahr 1175 fertiggestellt, wie das Weihedatum der Burgkapelle verrät. Erbaut wurde diese Anlage vermutlich als kaiserliche Burg und anfänglich dem Reichsministerialengeschlecht der Calatine, die sich nun Marschälle von Pappenheim nannten, als Lehen, später als Allod überlassen. Acht Jahrhunderte hindurch übte dieses Geschlecht bei allen Kaiserkrönungen sein Amt aus.

Als Residenzstadt wurde Pappenheim zum regionalen Mittelpunkt, und neben vielen Privilegien der Reichserbmarschälle wie Halsgericht und Judenregal hatte die Stadt auch das Asylrecht. 1288 wurde ihr das Stadtrecht nach Weißenburger Vorbild verliehen. 1634 wurde Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden belagert, die alsbald die Stadt einnehmen konnten. Die Burg musste nach Widerstand erst nach einem Artillerietreffer auf die Brunnenstube übergeben werden. Sie spielte noch einmal 1705 im Spanischen Erbfolgekrieg eine kurze Rolle und wurde von französischen Truppen eingenommen und beschädigt. Danach zerfiel sie zusehends und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in eine romantische Ruine umgewandelt, die eher dem Zeitgeschmack entsprach.

Die Reichsministerialen wurden 1627 mit Gottfried Heinrich (siehe: Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim) in den Reichsgrafenstand erhoben.

Denkmal - Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Übermatzhofen eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Bieswang, Geislohe, Göhren, Neudorf, Osterdorf und Zimmern hinzu.[5]

Zitat: Ich kenne meine …[Bearbeiten]

Bekannt ist der Name der Stadt vor allem durch den Ausspruch: „Ich kenne meine Pappenheimer.“ Das Zitat geht auf Schillers Drama Wallensteins Tod zurück, in dem der Feldherr Albrecht von Wallenstein sagt: „Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer“. Er sagt es anerkennend zu einer Abordnung der Kürassiere des Regimentes Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim, die Wallenstein ihrerseits vorher fragten, ob das Gerücht, dass er mit den feindlichen Schweden hinter dem Rücken des Kaisers Verhandlungen führe und damit Verrat übe, wahr sei. Wallenstein sagt den berühmten Satz also nicht abwertend, sondern die Treue der „Pappenheimer“ anerkennend, da diese der Gerüchteküche keinen Glauben schenken und sich nicht automatisch gegen ihn wenden, sondern von ihm selbst aus eigenem Munde hören wollen, „was Sache ist“.

Im Lauf der Zeit wurde die Verwendung unscharf, der Ausspruch hat nunmehr eher etwas Abwertendes (etwa im Sinn von „ich kenne meine Spitzbuben“) oder eine ironische Bedeutung. Als „Pappenheimer“ wurden seit dem Spätmittelalter auch die Kloakenreiniger in Nürnberg bezeichnet. Diese Bezeichnung ist auf die Aufgabe der Marschälle zurückzuführen, die Städte vor dem Besuch des Kaisers zu reinigen. Diese Aufgabe wurde nicht von den Pappenheimern selbst übernommen, sondern von ortsansässigen Bediensteten, auf die der Name übertragen worden ist.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Teile dieses Artikels scheinen seit 2008 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2008

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2008

Die Sitzverteilung der 17 Sitze im Stadtrat ist seit den Kommunalwahlen im Jahr 2008 wie folgt:

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Patenschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altes Schloss
Neues Schloss

Pappenheim ist ein Luftkurort und wegen der gut erhaltenen Altstadt sehenswert. Auf dem Burgberg befindet sich ein Jagdmuseum. Im Alten Schloss gibt es eine Heimatstube der Buchauer.

Bauwerke[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Siehe hierzu Liste der Baudenkmäler in Pappenheim.

Verkehr[Bearbeiten]

Pappenheims Bahnhof an der Bahnstrecke Ingolstadt-Treuchtlingen wird im Stundentakt vom Regionalexpress bedient. Der ÖPNV wird durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) bedient.

Durch den Ort führt die Staatsstraße 2230, die Bundesstraße 2 verläuft etwa 4 Kilometer westlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sohne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten die vor Ort wirken, wirkten oder verstarben[Bearbeiten]

  • Emil Johannes Meyer (* 30. Juli 1885 in Frickenfelden (Ortsteil von Gunzenhausen); † 31. Oktober 1949 in Pappenheim), Autor bedeutender Schriften über historische Rechen- und Schreibmaschinen in zwei Bänden (Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, 1921, und Die Rechenmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, 1925)
  • John M. Shalikashvili (* 1936, † 2011), US-amerikanischer General und Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs; lebte von 1945 bis 1953 als staatenloser Flüchtling in Pappenheim.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. M. Schußmann: Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. in: Beiträge zur Archäologie in Mittelfranken 3, 1997, 97-108.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 593.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. von Wilke: Pappenheim. Mit zwölf Abbildungen. In: Vom Fels zum Meer 22. Jg., Bd. 2, 1903, S. 1150-1155

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pappenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Pappenheim – Quellen und Volltexte