Friedhelm Hengsbach

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Friedhelm Hengsbach, 2000
Friedhelm Hengsbach, 2009

Friedhelm Hengsbach SJ (* 15. Juli 1937 in Dortmund) ist ein deutscher Jesuit und zählt heute zu den bekanntesten Sozialethikern in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Nach dem Abitur trat er 1957 als Zwanzigjähriger der Gesellschaft Jesu bei und studierte 1959 bis 1962 an der ordenseigenen Hochschule für Philosophie in München, später Katholische Theologie und Wirtschaftswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Ruhr-Universität Bochum. 1977 wurde er mit einer Arbeit zur Frage der Assoziierung afrikanischer Staaten an die Europäischen Gemeinschaften promoviert; 1982 habilitierte er sich mit einer Schrift über Arbeitsethik.

1967 erhielt er das Sakrament der Priesterweihe. Von 1977 bis 1982 war er Lehrbeauftragter, von 1985 bis zu seiner Emeritierung 2005 Professor für Christliche Sozialwissenschaft bzw. Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Er leitete von 1992 bis 2006 das nach Oswald von Nell-Breuning benannte Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik. Sein Nachfolger als Institutsleiter ist seit 2007 Bernhard Emunds.

Hengsbachs Arbeiten kreisen um die Themen Zukunft der Arbeitsgesellschaft, Verbindung von Erwerbssystem und sozialer Sicherung, politische Wirtschaftsethik und die Theorie demokratiefähiger Marktwirtschaften.

Seit 2008 lebt er in Ludwigshafen und gehört der Jesuitenkommunität im dortigen Heinrich-Pesch-Haus an.

[Bearbeiten] Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1998 wurde er mit dem 1977 von der SPD gestifteten Gustav-Heinemann-Bürgerpreis ausgezeichnet.
  • 2004 „Regine-Hildebrandt-Preis für Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut“. In der Begründung heißt es sinngemäß, Friedhelm Hengsbach habe als prominenter Vertreter der christlichen Soziallehre nie Wissenschaft ohne Wirklichkeitsbezug betrieben, sondern oft streitbar und kritisch seine Stimme erhoben, damit Menschen solidarisch und frei, in Würde leben könnten. Auch in der Diskussion um die Einführung von Arbeitslosengeld II habe er deutlich Stellung bezogen, wobei die betroffenen Menschen im Mittelpunkt seines Denkens und Handelns geblieben seien. [1]
  • 2006 „Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte“. Undotierte Auszeichnung der Humanistischen Union Marburg und des Magistrats der Stadt Marburg. Mit der Auszeichnung wird sein Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben gewürdigt. [2]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Schriften (Auswahl)

  • Friedhelm Hengsbach: Die Assoziierung afrikanischer Staaten an die europäischen Gemeinschaften. Eine Politik raumwirtschaftlicher Integration? Nomos, Baden-Baden 1977, ISBN 3-7890-0293-3
  • Friedhelm Hengsbach, Matthias Möhring-Hesse: Aus der Schieflage heraus: Demokratische Verteilung von Reichtum und Arbeit. 2. Auflage. Dietz, Bonn 1999, ISBN 3-8012-0278-X
  • Friedhelm Hengsbach: Die andern im Blick. Christliche Gesellschaftsethik in den Zeiten der Globalisierung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-11897-9
  • Friedhelm Hengsbach: Das Reformspektakel. Warum der menschliche Faktor mehr Respekt verdient. Herder Spektrum 5544. 2. Auflage. Herder, Freiburg i. Br. 2004, ISBN 3-451-05544-9

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Friedhelm Hengsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.stiftung-solidaritaet.de/archiv.php?content=prtr&begruendung=0&jahr=2004
  2. Laudatio
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