Hochschule für Philosophie München

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Hochschule für Philosophie München
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Gründung 1925 in Pullach,
seit 1971 in München
Trägerschaft kirchlich (Jesuitenorden)
Ort München
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Präsident Johannes Wallacher
Studenten 475 (SoSe 2012)[1], davon:
359 ordentliche Studierende
62 exmatrikulierte Promovenden
54 Gasthörer
Professoren 10 (SoSe 2014)[2], außerdem:
9 emeritierte Professoren
1 Honorarprofessor
10 Dozenten
10 lehrbeauftragte Professoren
15 weitere Lehrbeauftragte
Website www.hfph.de
Eingang und Bibliothek der Hochschule

Die Hochschule für Philosophie München ist eine Hochschule für Philosophie in Trägerschaft der Gesellschaft Jesu.

Die Hochschule in der Kaulbachstraße in München liegt in unmittelbarer Nähe der Staatsbibliothek München und der Ludwig-Maximilians-Universität. Sie bietet ein staatlich anerkanntes Studium der Philosophie mit den Abschlüssen Bachelor und Master sowie Möglichkeiten zur Promotion und Habilitation.

Ziele[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben sind Ziel und Aufgabe der Hochschule für Philosophie:

  • Philosophie und die Kenntnis ihrer Geschichte zu fördern,
  • methodisch auf die Grundfragen des gläubigen Daseins zu reflektieren und die Beziehung zwischen Philosophie und Theologie zu durchdringen,
  • die für die Philosophie relevanten Beiträge der übrigen Wissenschaften zu analysieren und aufzuarbeiten,
  • die Ergebnisse dieser theoretisch orientierenden Bemühungen für das Leben und Zusammenleben der Menschen praktisch anwendbar zu machen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hochschule wurde 1925 von dem späteren Kardinal Bea als Berchmanskolleg in Pullach bei München gegründet. Der Name stammte von dem 1621 verstorbenen und 1888 heiliggesprochenen flämischen Jesuitenstudenten Jan Berchmans. Das Berchmanskolleg war ursprünglich ein für die Ausbildung der Jesuiten bestimmtes Studienhaus, in dem die Studenten wie die Dozenten aus der Gesellschaft Jesu wohnten und lebten. In diesem Ordenshaus fanden zugleich die auf das Theologiestudium ausgerichteten philosophischen Vorlesungen statt. Bereits in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens erreichte die Ordenshochschule einen hervorragenden wissenschaftlichen Rang als philosophische Ausbildungsstätte.

In der Zeit des Nationalsozialismus war das Berchmanskolleg ein Treffpunkt für die Widerstandskämpfer des Kreisauer Kreises. Eine 1997 angebrachte Gedenktafel am Eingang der heutigen Ordensniederlassung in der Münchner Kaulbachstraße erinnert noch heute an die Jesuiten Augustin Rösch, Rupert Mayer, Lothar König und Alfred Delp.[3]

Schon von 1945 an hatte die Ordenshochschule alljährlich einige nicht dem Orden angehörende Studenten aufgenommen, die sich eine vertiefte Kenntnis der christlichen Philosophie aneignen wollten. Im Jahre 1971 erfolgte dann die Übersiedelung der Hochschule von Pullach nach München, was dem Geist der damaligen durch das II. Vatikanische Konzil geprägten Zeit entsprach. Gleichzeitig öffnete sich die Hochschule auch generell für Studierende, die nicht dem Jesuitenorden angehörten – ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit. Seitdem wird der Name Berchmanskolleg nur noch für die Ordensniederlassung in der Münchner Kaulbachstraße verwendet.

Die unterrichtenden Professoren und Dozenten der Hochschule sind in der Mehrzahl Jesuiten. Das Lehrangebot wird durch externe Professoren und Dozenten ergänzt. Ausbildung und Studium decken Geschichte und Methodik des Faches in einer Vielzahl von Themenbereichen ab.

Philosophische Tradition[Bearbeiten]

Die philosophische Tradition der Hochschule war bis in die 1970er Jahre vom Denken der Neuscholastik geprägt. Man orientierte sich vor allem an der Schule des Thomas von Aquin und anderer Klassiker des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die Zeit ab 1938 gilt als ihre klassische Periode. Hier stand die Hochschule unter dem Einfluss von drei Professoren, die als das „Pullacher Dreigestirn“ galten: Josef de Vries (1898-1989), der vor allem Erkenntnistheorie, aber auch nahezu alle anderen Fächer dozierte und über 30 Jahre der Dekan der Fakultät war, Walter Brugger (1904-1990), der das bekannte „Philosophische Wörterbuch“ herausgab und eine große „Summe einer philosophischen Gotteslehre“ verfasste und Johannes B. Lotz (1903-1992), der sich darum bemühte, die Philosophie der Neuscholastik mit dem Denken Heideggers zu vermitteln. [4]

Mit der Emeritierung der drei prägenden Gestalten der Hochschule verschwand ab den 1970er Jahren zunehmend die Vorherrschaft des scholastischen Erbes und es erfolgte eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Gegenwartsphilosophie wie dem Marxismus, der Phänomenologie, der Existenzphilosophie, der sprachanalytischen Philosophie und der Philosophie des Geistes.

Studiengänge[Bearbeiten]

Neben dem Studium der Philosophie wird auch der Zusatzstudiengang Erwachsenenpädagogik angeboten. Dieser ist so angelegt, dass er berufsbegleitend in zwei bis drei Semestern absolviert werden kann. Als Ergänzung zu einem abgeschlossenen Erststudium bietet der Studiengang die Möglichkeit einer akademischen Weiterbildung im Bereich der Erwachsenenbildung.

Präsidenten[Bearbeiten]

Fakultät[Bearbeiten]

Ehemalige Professoren[Bearbeiten]

Emeritierte Professoren[Bearbeiten]

Lehrende Professoren[Bearbeiten]

Alumni (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mubabinge Bilolo, Professor für Altägyptische Philosophie und Religionswissenschaft
  • Alfred Delp (1907–1945), Jesuit und Mitglied des Kreisauer Kreises, studierte Philosophie am Berchmanskolleg in Pullach
  • Heiner Geißler, CDU-Politiker, von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU
  • Daniela Frank (* 1962), Geschäftsführerin des Catholic Media Council (CAMECO) in Aachen
  • Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Professorin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden
  • Paul Klimpel, Verwaltungsdirektor der Stiftung Deutsche Kinemathek
  • Richard Schaeffler, Professor für philosophisch-theologische Grenzfragen an der Ruhr-Universität Bochum
  • Oswald Schwemmer, Professor für Philosophische Anthropologie und Kulturphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Markus Vogt, Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München

Erwin Teufel, CDU-Politiker und von 1991 bis 2005 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, studierte 5 Semester an der Hochschule, ohne einen Abschluss anzustreben. Er ist somit kein Alumnus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2011/12 (pdf; 6 MB)
  2. Internetauftritt der Hochschule für Philosophie: Lehrkörper
  3. Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben. Bd. 1, Literareron, München 2001, ISBN 3-89675-859-4, S. 47–50 (PDF; 1,1 MB)
  4. Vgl. Vortrag von Gerd Haeffner am 14. November 2003 über Johannes B. Lotz, S. 5-18 (pdf; 234 kB)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

48.1489211.58329Koordinaten: 48° 8′ 56,1″ N, 11° 34′ 59,8″ O