Friedrich August von Klinkowström

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Friedrich August von Klinkowström, Gemälde von Philipp Otto Runge, 1808

Friedrich August von Klinkowström (* 31. August 1778 in Ludwigsburg[1] bei Greifswald; † 4. April 1835 in Wien) war ein deutscher Pädagoge, Maler, Schriftsteller und preußischer Offizier. Er gehörte zu den Wiener Romantikern und war unter dem Pseudonym Friedrich Kindmann als Herausgeber tätig.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich August von Klinkowström war der Sohn des Oberstleutnants a.D. Friedrich Ernst Sebastian von Klinkowström (1735–1821) auf Ludwigsburg, Loissin und Niederhoff und der Anna Louise Wilhelmine von Rosenberg (1751–1823). Friedrich August begann 1792 ein Studium an der Universität Greifswald, trat aber bereits im folgenden Jahr auf Wunsch des Vaters in Danzig als Offizier in den preußischen Militärdienst.

1802 nahm er seinen Abschied vom Militär um sich ganz seiner künstlerischen Begabung zu widmen. Zunächst studierte er in Greifswald Malerei bei Johann Gottfried Quistorp. Im Juli 1802 ging er nach Dresden, wo er sich Philipp Otto Runge anschloss. Dort studierte er vor allem die Alten Meister. In den Jahren 1804 und 1805 folgte er Runge nach Hamburg. Nachdem er 1804 und 1806 bis 1808 wegen der Napoleonischen Kriege wieder nach Schwedisch-Pommern zurückgekehrt war, reiste er 1808 über Hamburg und Amsterdam nach Paris. Dort studierte er bis 1810 bei Jacques-Louis David. Anschließend ging er nach Rom, wo er den Nazarenern beitrat, deren Anschauungen er auch außerhalb seines künstlerischen Werks folgte.

1811 ließ er sich in Wien nieder. Dabei unterstützte ihn sein Schwager Joseph Anton von Pilat, dessen Schwägerin Luise Charlotte von Mengershausen er 1812 heiratete. Pilat, Sekretär Metternichs, machte ihn auch mit dem Kreis um Klemens Maria Hofbauer bekannt. Als das Projekt eines Erziehungsinstituts des Adam Heinrich Müller, für das er als Kunstlehrer vorgesehen war, scheiterte, arbeitete er journalistisch unter anderem für den „Österreichischen Beobachter“.

Durch Vermittlung von Stein und Humboldt wurde er Ende 1813 beim Leipziger Generalgouvernement angestellt und beteiligte sich in Sachsen und in der Rheinprovinz an der Organisation der Landwehr.

Nach Wien zurückgekehrt, konvertierte er 1814 zum katholischen Glauben, dem er durch seine Auffassung von Kunst wie durch die Schriften Johann Georg Hamanns schon länger nahestand. 1818 eröffnete er in Wien eine Erziehungsanstalt für - zunächst adlige - Knaben, das „Klinkowströmsche Institut“, der er bis 1834 vorstand. Das ab 1819 im „Scheiblauerhaus“ auf dem Alsergrund (neben dem Haus Karoline Pichlers) eingerichtete Konvikt durchliefen 210 Schüler. Zu ihnen gehörten unter anderem der spätere Politiker Alexander von Auersperg und der in USA wirkende Volksmissionar Franz Xaver Weninger (1805–1888).

Seiner Ehe mit Friederike Luise Charlotte von Mengershausen (1790–1821) entstammten eine Tochter und fünf Söhne, von denen Georg Ernst Joseph Maria von Klinkowström (30. August 1813–1876) ein bekannter Prediger, Jesuit und katholischer Missionar war.

Im Jahr 1912 wurde in Wien Penzing (14. Bezirk) die Klinkowströmgasse nach ihm und seinen Söhnen benannt.

Werke[Bearbeiten]

Malerei[Bearbeiten]

Aus dem malerischen Schaffen, das Kopien von Gemälden von Raffael, Rubens und Tizian beinhaltete, ist wenig nachweisbar:

  • „Die Heilige Nacht“. (Geburt Christi.) 1806/07, Kopie des Gemäldes von Correggio, Altarbild der Marienkirche in Greifswald[2]

Ausstellung[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

Klinkowström übersetzte religiöse Schriften von Denis-Antoine-Luc de Frayssinous und J.N. Grou aus dem Französischen. In den Jahren 1818 bis 1821 gab er unter dem Pseudonym „Friedrich Kindmann“ das „Wiener Sonntagsblatt für die Jugend“ heraus, das starke Beachtung fand.

  • Neues ABC-Buch. ~1820 (2. Auflage 1829)
  • Neues Bilder- und Lesebuch. nach 1820
  • Vater Heinz, eine Sammlung von Märchen und Erzählungen. 1833

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach DNB wurde er in Steinhagen bei Stralsund geboren.
  2. Der Altarbereich der Kirche St. Marien in Greifswald