Friedrich Christian Delius

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Friedrich Christian Delius (2012)

Friedrich Christian Delius (* 13. Februar 1943 in Rom) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Christian Delius wurde 1943 in Rom geboren, wo sein Vater Pfarrer an der Deutschen Evangelischen Kirche war.[1] Er ist das älteste von vier Geschwistern und wuchs von 1944 bis 1958 im hessischen Wehrda auf. Das Abitur erlangte er 1963 (Alte Landesschule Korbach). Von 1963 bis 1970 studierte er Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin sowie an der Technischen Universität Berlin, wo er bei Walter Höllerer studierte und 1971 mit der Dissertation „Der Held und sein Wetter“ zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Von 1970 bis 1973 arbeitete er als Lektor im Verlag Klaus Wagenbach, von 1973 bis 1978 in derselben Funktion im Rotbuch Verlag. Seit 1978 ist er freier Schriftsteller.

Delius begann in den 1960er Jahren mit gesellschaftskritischer Lyrik und dokumentarischen, für gewöhnlich stark satirischen Texten. Von 1964 bis 1967 nahm er an den letzten vier Tagungen der Gruppe 47 teil. Seit den Siebzigerjahren schreibt er vorwiegend Romane, häufig zu Themen aus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, z. B. zum Deutschen Herbst.

Friedrich Christian Delius ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und seit 1998 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie seit 1997 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Friedrich Christian Delius, 2006

Nach vielen Auszeichnungen erhielt er 2007 den Joseph-Breitbach-Preis, den höchstdotierten Literaturpreis für deutschsprachige Autoren. 2011 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt, dem bedeutendsten Literaturpreis im deutschen Sprachraum. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründete dies u. a. damit, dass er als „kritischer, findiger und erfinderischer Beobachter […] in seinen Romanen und Erzählungen die Geschichte der deutschen Bewusstseinslagen im 20. Jahrhundert erforscht“ habe.[2]

Delius ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Er lebt in Berlin und Rom.

Werke[Bearbeiten]

Autograph

Autorschaft[Bearbeiten]

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Konservativ in 30 Tagen. Reinbek bei Hamburg 1988

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David-Christopher Assmann: „Nicht fiction, sondern action“. F.C. Delius’ „Der Königsmacher“ oder Beschädigt der Literaturbetrieb die Gegenwartsliteratur? In: Maik Bierwirth u.a. (Hg.): Doing Contemporary Literature. Praktiken, Wertungen, Automatismen. Fink, München 2012, S. 241–262.
  • Wilfried F. Schoeller: Kleiner Rückblick auf die Tugend des Zersetzens. Rede auf Friedrich Christian Delius. In: Juni. Magazin für Kultur und Politik am Niederrhein. Nr. 2/88. Juni-Verlag, Viersen 1988, ISSN 0931-2854
  • Karin Graf (Hrsg.): Friedrich Christian Delius. München 1990, ISBN 3-89129-067-5.
  • Themenheft F. C. Delius der Zeitschrift Literatur für Leser. Frankfurt am Main 1995.
  • Manfred Durzak und Hartmut Steinecke (Hrsg.): F. C. Delius – Studien über sein literarisches Werk. Tübingen 1997.
  • Thomas Hoeps: Arbeit am Widerspruch. „Terrorismus“ in deutschen Romanen und Erzählungen (1837–1992). Dresden 2001, ISBN 3-93359224-0.
  • TEXT+KRITIK 197: Friedrich Christian Delius, edition text + kritik, München 2013, ISBN 978-3-86916-239-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Christian Delius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFriedrich Christian Delius: Kurzbiografie. Abgerufen am 18. Mai 2011.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDeutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Friedrich Christian Delius erhält den Georg-Büchner-Preis 2011. 18. Mai 2011, abgerufen am 18. Mai 2011 (PDF; 61 kB).