Friedrich Wilhelm Kritzinger (Theologe)

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Friedrich Wilhelm Kritzinger (* 24. Januar 1816 in Lehnin; † 12. Juli 1890 in Naumburg (Saale)) war ein deutscher evangelischer Theologe und Pädagoge. Er ging als Autor des Weihnachtsliedes Süßer die Glocken nie klingen in die Geschichte ein.

Leben[Bearbeiten]

Kritzinger besuchte die Klosterschule in Lehnin und das Gymnasium der Ritterakademie in Brandenburg an der Havel. Danach studierte er Theologie in Berlin. Von 1847 bis 1850 leitete er ein Privatinstitut in Pyritz (Pommern). Ostern 1850 wurde er zum Rektor der Stadtschule in Naugard (Pommern) bestellt. Nach Empfehlung des preußischen Kultusministers von Eichhorn hatte Otto Viktor Fürst von Schönburg-Waldenburg (1785–1859) Kritzinger ab 8. Juli 1852 zum 1. Direktor der Lehrerinnenbildungsanstalt in Droyßig bestellt.

Kritzinger war nicht nur Lehrer und Seelsorger, sondern auch Dichter. Während seiner 38-jährigen Tätigkeit als Leiter der Königlichen Erziehungs- und Bildungsanstalten in Droyßig hielt er die täglichen Morgenandachten. Dazu hat er – wie auch zu den hohen kirchlichen Festtagen – religiöse Lieder und Gedichte geschrieben. Sein heute noch bekanntestes Werk ist das Weihnachtslied Süßer die Glocken nie klingen. Die Melodie übernahm er von dem vor 1826 aus Thüringen überlieferten Volkslied Dort sinket die Sonne im Westen. Seine Verdienste brachten ihm zahlreiche Ehrungen ein. 1875 wurde ihm der Adler der Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern verliehen. 1885 wurde er mit dem Titel Königlicher Schulrat geehrt. 1888 bekam er den Roten Adlerorden IV. Klasse und 1890 den Roten Adlerorden III. Klasse mit Schleife.

Gesundheitlich angeschlagen, musste Kritzinger um seine Versetzung in den Ruhestand zum 1. Juli 1890 bitten. Mit seiner Familie siedelte er nach Naumburg (Saale) um. Schon kurz nach dem Umzug starb er dort. Auf Wunsch des Prinzen Hugo von Schönburg-Waldenburg wurde er auf dem Friedhof in Droyßig gegenüber dem Prinzlichen Erbbegräbnis beigesetzt. Sein Grab dort ist noch heute erhalten und in gutem Zustand.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gedenkblätter des Königlichen Lehrerinnen-Seminars zu Droyßig, 1. bis 6. Band, 1857 bis 1890
  • Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Droyßiger Anstalten am 1. Oktober 1902, herausgegeben von Paul Meyer, Breslau 1902
  • Droyßiger Blätter Nr. 1 bis 12 (1927 bis 1932)
  • H. Petrich: Unser Geistliches Volkslied, 1942
  • Monatshefte für Evangelische Kirchengemeinden des Rheinlandes, 34. Jahrgang, 1985, 269 ff.
  • Harry Beyer: KRITZINGER, Friedrich Wilhelm. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 668–670.

Weblinks[Bearbeiten]