Lehnin

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52.3191712.74491Koordinaten: 52° 19′ 9″ N, 12° 44′ 42″ O

Lehnin
Eingemeindung: 1. April 2002
Postleitzahl: 14797
Vorwahl: 03382
Lehniner Klosterkirche St. Marien

Lehnin ist seit dem 1. April 2002 ein Ortsteil der nach ihm benannten Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Land Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Lehnin liegt etwa fünfzehn Kilometer südöstlich der Stadt Brandenburg an der Havel, zwanzig Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Potsdam und zwanzig Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bad Belzig in der Landschaft Zauche. Nachbarorte sind die ebenfalls zur Gemeinde gehörenden Dörfer Michelsdorf im Westen, Nahmitz im Nordwesten, Damsdorf im Norden, Emstal im Südosten und Rädel im Süden. Lehnin liegt am kanalartig ausgebauten Fluss Emster, der nach Norden der Havel zufließt. Weiterhin liegt das Dorf am Klostersee, der von der Emster durchflossen wird. Im Dorf kreuzen sich die Landesstraßen 88, die von der Bundesstraße 102 bei Brandenburg im Nordwesten zur Bundesstraße 246 in Beelitz im Südosten, und die Landesstraße 86, die von der Bundesstraße 1 in Groß Kreutz im Norden zur Bundesstraße 102 in Golzow im Südwesten führt.

Geschichte[Bearbeiten]

1180 wurde auf Weisung des Markgrafen Otto I. das Kloster Lehnin gründete. Dieses gehörte zum Orden der Zisterzienser. Bis etwa zum Jahr 1260 wurde der Klosterbau fertiggestellt. 1542 wurde unter Kurfürst Joachim II. das Kloster mit all seinem Besitz in der näheren und weiteren Umgebung im Zuge der Reformation säkularisiert und eingezogen. Im 17. Jahrhundert ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm das bereits verfallene Konversengebäude zu einem Jagdschloss ausbauen.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bedeutendstes Baudenkmal ist die alte Klosteranlage. Weiterhin steht beispielsweise die alte Poststation, das Hotel zur Post, die Klostermühle und die Diesterwegschule unter Denkmalschutz. Die umfassende Liste der Baudenkmale findet sich unter der Liste der Baudenkmale in Kloster Lehnin.[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Rund um das Dorf Lehnin wurden verschiedene Schutzgebiete ausgewiesen. So liegt südlich das Naturschutzgebiet Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster. Dieses ist ebenfalls als FFH-Gebiet unter Schutz gestellt. Ein weiteres FFH-Gebiet ist das Gebiet Kolpinsee und Mückenfenn nördlich Lehnins. Die Flächen im Norden, Osten und Süden des Ortes befinden sich im Landschaftsschutzgebiet Lehniner Wald- und Seengebiet. Nördlich wurden zwei Geschützte Landschaftsbestandteile ausgewiesen. Dies sind die Klosterwiesen Lehnin und die Knüppeldämme Lehnin. Weiterhin gibt eine Vielzahl an geschützter Biotope und mehrere Naturdenkmale.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Heilgard Asmus (*1958) ist eine Theologin und Generalsuperintendentin für den Sprengel Potsdam der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie wurde in Lehnin geboren.
  • Waltraud Kretzschmar (*1948) ist eine ehemalige deutsche Handballspielerin und wurde in Lehnin geboren.
  • Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890) war deutscher evangelischer Theologe und Pädagoge und schrieb das Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Vollrad Kuhn (*1956) ist ein ehemaliger Landtagsabgeordneter und Ingenieur und wurde in Lehnin geboren.
  • Siegfried Lietzmann (*1951) ist ein ehemaliger Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender und Unternehmer. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Friedrich Wilhelm von Loebell (1855–1931) war Reichstagsabgeordneter, Oberpräsident der Provinz Brandenburg und Rittergutbesitzer. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Thilo Götze Regenbogen (*1949) ist ein deutscher Künstler, Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und Autor.
  • Wolfgang Schmidt (*1966) ist ein in Lehnin geborener und als Rosa Riese bekanntgewordener Serienmörder.
  • Maria Seidemann (1944–2010) war eine Schriftstellerin, lebte und starb in Lehnin.
  • Hermann von Stein (1854–1927) war preußischer General und Kriegsminister und starb in Lehnin.
  • Karl Weber (1885–1945) war für die NSDAP Mitglied des Preußischen Landtages und Landrat in Verden. Er wurde in Lehnin geboren.

Quellennachweis[Bearbeiten]

  1. www.brandenburg-info.com Kloster Lehnin. Eingesehen am 18. Juni 2014.
  2. Denkmalliste des Landes Brandenburg Landkreis Potsdam-Mittelmark. Eingesehen am 28. Mai 2014
  3. Karte Schutzgebiete Kreis Potsdam-Mittelmark, Teilbereich Nordwest. Eingesehen am 16. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lehnin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien