Fritz Karl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz Karl (Romyverleihung 2011 in Wien)

Fritz Karl (* 21. Dezember 1967 in Gmunden, Oberösterreich; eigentlich Karl Friedrich) ist ein österreichischer Theater-, Film- und Fernsehschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Fritz Karl eine Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben absolviert hatte, besuchte er für die Dauer von zwei Semestern das Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Ab 1986 hatte er Engagements vorwiegend an Wiener Theaterbühnen, dem Volkstheater und für fünf Jahre am Theater in der Josefstadt.

Der Regisseur Dieter Berner setzte Karl 1988 erstmals im Fernsehen in der Arbeitersaga Die Verlockung ein. Im gesamten deutschsprachigen Raum wurde er als Sebastian Reidinger in der Serie Julia – Eine ungewöhnliche Frau bekannt, den er in ersten drei Staffeln spielte. 1994 spielte Karl in Houchang Allahyaris Höhenangst den jungen Mario, der, aus dem Gefängnis entlassen, in einem Dorf eine Stelle als Knecht findet und sich dort gut einlebt. Mit dem Auftauchen des Vaters, der ihn zurückholen will, holt Mario seine Vergangenheit ein. Für diese Rolle wurde er 1995 als bester Nachwuchsschauspieler mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet.

In der romantischen Vorweihnachts-Komödie Schneemann sucht Schneefrau spielte er 2002 den von einem Engel gesandten Joe Müller. 2003 verkörperte er neben August Schmölzer und Christoph Waltz im Fernsehdrama Jennerwein, das eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis erhielt, den oberbayerischen Wilderer Georg Jennerwein. Durch die mysteriösen Begleitumstände seines Todes und vor allem durch eine Schussverletzung im Rücken wurde der Wildschütz zu einer Legende und zum Symbol der Auflehnung gegen die Obrigkeit.

2006 spielte Karl in der vielfach ausgezeichneten Kinokomödie von Marcus H. Rosenmüller Wer früher stirbt, ist länger tot den „Kandlerwirt“ und Witwer auf Brautschau, Lorenz Schneider. Im selben Jahr sah man Fritz Karl in der belgischen Produktion Henry Dunant: Du rouge sur la croix, einem biografischen Historienfilm um das Leben des Initiators des Roten Kreuzes, in der Rolle des französischen Offiziers Colonel Delaroche. Ebenfalls 2006 übernahm er neben Heino Ferch in der Geschichte einer Lebensfreundschaft Auf ewig und einen Tag die Rolle des leidenschaftlichen Gregor Luckner, der, hin- und hergerissen zwischen Lebensgier und Selbstzweifeln, an der unverrückbar kalten Ablehnung durch den eigenen Vater zu zerbrechen droht. 2006 wirkte er auch bei Stars in der Manege in einer Shaolin-Nummer des Zirkus Krone mit, bei der er unter anderem durch die Mitte eines schwertgespickten Reifens zu springen hatte.[1]

2007 verkörperte Karl die Figur des Kommissars Benno Söder in Eine folgenschwere Affäre, einem Psychothriller um Mord, Verrat und Schuld unter Kollegen. Für diese Rolle war Fritz Karl als Bester Schauspieler in einem Fernsehfilm 2008 für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. 2008 spielte Fritz Karl in dem Coming-of-Age-Drama Die Zeit, die man Leben nennt mit Kostja Ullmann, Jan Niklas und Billie Zöckler die Rolle eines geschiedenen Vaters, Oskar, der die schwierige Lebenssituation mit seinem unfalltraumatisierten Sohn Luca zu bewältigen hat. Im Jahr 2009 gründete Fritz Karl gemeinsam mit anderen österreichischen Filmschaffenden die Akademie des Österreichischen Films.

Gastauftritte hatte Karl im Übrigen in den Fernsehserien Soko Kitzbühel, Polizeiruf 110, Tatort, Kommissar Rex (1998; 2002; 2008) und in der Nachtschicht–Folge Blutige Stadt.

Privatleben[Bearbeiten]

Fritz Karl wohnt mit seiner Schauspielkollegin Elena Uhlig, die er 2006 kennenlernte, in München und in Wien. Mit ihr hat er zwei Söhne (* 2007 und 2010), des Weiteren drei Kinder aus einer vorherigen Ehe, die bei der Mutter aufwuchsen, darunter die schauspielerisch tätigen Valerian Karl (* 1988) und Aaron Karl (* 1990).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Karl wurde 1995 mit dem Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsschauspieler für seine Rolle des jungen Straftäters Mario in Houchang Allahyaris Höhenangst ausgezeichnet. 1998 erhielt er die Auszeichnung als österreichischer Shooting Star des europäischen Films.

2008 war er für Eine Folgenschwere Affäre (2007) für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert als Bester Schauspieler in der Kategorie Fernsehspiel/Fernsehfilm. 2011 wurde Karl als beliebtester Schauspieler mit dem österreichischen Fernsehpreis Romy ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Foto Schwertreifensprung Fritz Karl auf circus-krone.de