FL Studio

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FL Studio
Entwickler Image-Line Software
Aktuelle Version 11.1
(26. März 2014)
Betriebssystem Microsoft Windows
Kategorie Musiksoftware
Lizenz proprietär
Deutschsprachig nein
www.image-line.com

FL Studio (ehemals Fruity Loops) ist ein patternbasierter Software-Sequenzer des Unternehmens Image-Line Software. Das Programm ermöglicht das Komponieren von Musikstücken mithilfe von Samples, Software-Synthesizern und externen MIDI-Geräten, die Aufnahme und Bearbeitung von Tonmaterial und die musikalische Darbietung in Echtzeit.

Das Programm ist nur unter Windows-Betriebssystemen lauffähig. Eine funktionseingeschränkte Version für mobile Geräte mit Apple iOS und Android existiert unter dem Namen FL Studio Mobile.

Etymologie[Bearbeiten]

Ursprünglich vermarktet unter dem Namen Fruity Loops, nannte der Hersteller das Produkt in FL Studio um, da es in den Vereinigten Staaten Rechtsstreitigkeiten mit Kellogg's gab. Außerdem implizierte das im alten Namen enthaltene Loops laut Image Line, dass zur Musikkomposition Loops benutzt werden; Professionelle Künstler würden dies abschreckend finden. Auch von Fruity sah man ab, da dieses Wort vor allem im US-amerikanischen Bereich missverstanden werden könnte.[1]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Das Programm bietet die Möglichkeit, das Tempo nach Belieben zu verändern. Dies, kombiniert mit der Möglichkeit, Samples zu integrieren und diese auch auf Tempo, Pitch, Tonhöhe etc. bearbeiten zu können, macht das Programm für Künstler jeden Genres zugänglich.

Patterns[Bearbeiten]

Patterns können mithilfe des Step Sequencers oder der Piano Roll, welche eine genauere Bearbeitung zulässt, erstellt werden. Hierbei wird für jede Note innerhalb der Dauer eines Patterns die Tonhöhe, die Dauer und eine Reihe weiterer Parameter einzeln festgelegt (die Pattern-Erstellung kann sowohl manuell im Programm als auch durch direkte Aufnahme von MIDI-Signalen erfolgen). Im Gegensatz zu anderen Programmen und Drumcomputern können Patterns beliebige Längen besitzen und beliebig verschoben und geschnitten werden.

Arrangement[Bearbeiten]

Einzelnen Patterns werden in der Playlist arrangiert. In diesem Bereich können auch dynamische Hüllkurven kreiert werden, die auf frei wählbare Parameter, etwa die eines Synthesizers, gelegt werden können. Audiosamples können auch als gewöhnliche Tonspuren in der Playlist verwendet werden, was mehr Freiheit als bei Verwendung in Patterns bietet.[2]

Virtuelle Effekte und Instrumente[Bearbeiten]

FL Studio unterstützt die Einbindung von VST-Erweiterungen, die es als virtuelle Effekte ermöglichen, bestehende Klangquellen zu verändern und als virtuelle Instrumente Klänge zu generieren. Es können sowohl die zum Lieferumfang gehörenden VST-Erweiterungen, als auch die VST-Erweiterungen von unabhängigen Drittanbietern verwendet werden.

Neben den mitgelieferten virtuellen Effektgeräten und Synthesizern, können mit dem virtuellen Sampler und dem Drumcomputer Audiodateien modifiziert und in das Projekt eingebettet werden.

Dank ASIO-Fähigkeit können die Instrumente nahezu latenzfrei (d. h. in Echtzeit, ohne zeitliche Verzögerung) angespielt werden (eine ASIO-kompatible Soundkarten-/Treiberkombination vorausgesetzt).

Parameter von Effekten und Instrumenten können zeitlich im Programm sowie über interne und externe MIDI-Quellen verändert und diese Veränderungen aufgezeichnet werden (Automation).

Mixer[Bearbeiten]

Im integrierten Mixer können die zugewiesenen Klangquellen in ihrer Lautstärke und Panorama-Position angepasst und mit verschiedenen Effekten wie beispielsweise einem Equalizer oder einem Kompressor bearbeitet werden. Jeder Mixerkanal ist in der Lage, einen anderen Anzusteuern (Routing), ohne dabei direkt in den Master-Output zu gelangen.[2]

Hintergründe[Bearbeiten]

Vertrieb und Produktpolitik[Bearbeiten]

Die Software wird in zwei verschiedenen Versionen angeboten, der im Funktionsumfang eingeschränkten Fruity Edition und der vollwertigen Producer Edition. Darüber hinaus kann man die Software als Signatur Bundle erwerben und erhält dabei Zugriff auf zusätzliche VST-Erweiterungen.

Ursprünglich konnte man die Software lediglich über das Internet beziehen, mittlerweile ist sie auch im Fachhandel erhältlich. Der Hersteller Image-Line verspricht beim Kauf der Software die sogenannten Lifetime-Free-Updates, die dem Käufer lebenslänglich kostenfreie Programmaktualisierungen auf folgende Versionen ermöglichen.[3]

Entwicklung[Bearbeiten]

Agierte die Software, entwickelt von Didier Dambrin, in der ersten Version 1.0 im Jahr 1997 noch als reiner MIDI-Drumcomputer,[4] wurde der Funktionsumfang bald um VST- und DirectX-Unterstützung erweitert. Spätere Releases machten FL Studio zu einer komplexen Digital Audio Workstation-Software. Entwickelt wurde die Software mit der Entwicklungsumgebung Delphi.[5]

In Version 11 der Software wurde der Live-Modus des Arrangement-Fensters als "Performance-Modus" neu implementiert.

Nutzer[Bearbeiten]

Zahlreiche etablierte Künstler verwenden FL Studio, darunter Madeon, Avicii, Brian Transeau, Basshunter, Martin Garrix, Deadmau5, Feed Me, Mike Oldfield, 9th Wonder und Afrojack.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marco Schillig: FL Studio in der Praxis. Die Referenz für Einsteiger und Profis. PPV-Medien, Bergkirchen 2006, ISBN 3-937841-04-0.
  •  Jim Aikin: Fruityloops. The Ultimate Electronic Virtual Music Studio. Wizoo, Bremen 2003, ISBN 0-8256-2712-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Company - History. How FruityLoops became FL Studio… Image-Line, abgerufen am 24. April 2014 (englisch).
  2. a b Matthias Steinwachs: Test: Image Line, FL Studio 10, Sequencer. In: AMAZONA.de. proxenos GmbH, 4. Januar 2012, abgerufen am 24. April 2014.
  3. Lifetime free updates. Free FL Studio updates for life! Image-Line, abgerufen am 24. April 2014 (englisch).
  4. Image-Line FL Studio 9. Music Tech review. MusicRadar, abgerufen am 24. April 2014 (englisch).
  5. FL Studio History. Version History. Image-Line, abgerufen am 24. April 2014 (englisch).
  6. FL Studio Power Users. Image-Line, abgerufen am 24. April 2014 (englisch).