Nationale Autonome Universität von Mexiko

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Nationale Autonome Universität von Mexiko
Logo
Motto Por mi raza hablará el espíritu
(Für meine Art wird der Geist sprechen)
Gründung 25. Januar 1553
Trägerschaft staatlich
Ort Mexiko-Stadt
Rektor José Narro Robles
Studenten 324.413 (2012)[1]
Jahresetat ca. 32 Milliarden Mexikanische Pesos (~1,9 Milliarden Euro) (2012)[1]
Website unam.mx/index/de
Rektoratsturm der UNAM
Architekten: Enrique del Moral, Mario Pani Darqui und Salvador Ortega Flores
Zentralbibliothek
Architekt: Juan O’Gorman

Die Nationale Autonome Universität von Mexiko[2] (Universidad Nacional Autónoma de México, kurz UNAM) ist eine der ältesten und größten Universitäten des amerikanischen Kontinents. Sie ist nach dem jährlichen „World University Ranking“ der britischen Beratungsfirma QS für 2010 die beste lateinamerikanische Universität, rangiert dabei aber weltweit auf dem 222. Platz.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Am 21. September 1551 stellte der spätere König Philipp II. im Namen seines Vaters Karl V. die Gründungsurkunde für die Real y Pontificia Universidad de México aus. Am 25. Januar 1553 wurde sie von Neuspaniens Vizekönig Luis de Velasco in der Straße Calle de San Ildefonso im Centro Histórico („Historisches Zentrum“) von Mexiko-Stadt eingeweiht. Die Universität wurde 1865 vom mexikanischen Kaiser Maximilian aufgelöst.

Im Frühjahr 1910 wurde die Universität auf Initiative von Justo Sierra als Universidad Nacional de México neu gegründet und am 22. September 1910 durch Staatspräsident Porfirio Díaz eröffnet. Nach den entbehrungsreichen Jahren der Revolution konnte sich die Universität ab 1920 als Institution verfestigen. Die vollständige Autonomie errang die Universität jedoch erst nach dem ersten Studenten- und Professorenstreik ihrer Laufbahn am 26. August 1929. Weitere Ausstände folgten 1936 und 1944.

1954 bezogen Studenten und Lehrkräfte die neue „Universitätsstadt“ Ciudad Universitaria im Süden von Mexiko-Stadt.

Soziale Bewegungen[Bearbeiten]

1968 befand sich die UNAM inmitten von studentischen Protesten, die im Massaker von Tlatelolco (Matanza de Tlatelolco) auf dem Platz Plaza de las Tres Culturas gipfelten. Bei dem Massaker, für das sich seit dem 30. Juni 2006 der damalige Innenminister und spätere Präsident Luis Echeverría Álvarez (1970-76) wegen Völkermord verantworten muss, starben Hunderte von Studenten. Es markierte eine Zäsur in der Geschichte Mexikos.

Die UNAM erlebte zahlreiche weitere studentische Aufstände, unter anderem in den Jahren 1987 und 1999. Jene beiden waren die Reaktion auf den Versuch der Regierung, den öffentlichen und unentgeltlichen Universitätscharakter einzustellen. Der Streik gegen die neoliberale Bildungspolitik von 1999 zog sich über neun Monate hin und hatte die vollständige Lahmlegung des Universitätsbetriebs zur Folge.

Studentenschaft[Bearbeiten]

Aufnahmebedingungen:

  • Abitur (Bachillerato) mit einer Mindestdurchschnittsnote von „7“ (das mexikanische Notensystem geht von 0 bis 10, wobei die niedrigste Bestehensnote 6 ist)
  • Aufnahmeprüfung (aufgrund begrenzter Aufnahmeplätze)

Fachbereiche[Bearbeiten]

Academia de San Carlos[Bearbeiten]

Die Escuela Nacional de Artes Plásticas (ENAP) und die Escuela Nacional de Arquitectura (ENA), Fachbereiche für Kunst und Architektur, gingen 1929, aus der Academia de San Carlos hervor.

Berühmte Dozenten[Bearbeiten]

siehe hierzu auch Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Autonome Universität von Mexiko)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Ensemble der Gebäude, Sportanlagen und Freiflächen der Ciudad Universitaria wurde 2007 in die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

2009 wurde der Universität der spanische Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften zugesprochen. Zur Begründung hieß es, die Universität sei in ihrer hundertjährigen Geschichte ein akademisches und erzieherisches Modell für zahlreiche Generationen von Studenten gewesen und habe die iberoamerikanische Sphäre mit den bedeutendsten Intellektuellen und Wissenschaftlern bereichert. Sie habe ferner berühmten Exilanten des Nachkriegs-Spanien großzügig Zuflucht gewährt, leistungsfähige Strömungen humanistischer, liberaler und demokratischer Gedanken in Amerika gefördert und ihren maßgeblichen Einfluss durch Schaffung einer Vielzahl von Institutionen erweitert, die die akademische Welt bereichern und mit der Gesellschaft verbinden, der sie dienen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Meissner: Die Gründung der Real y Pontifícia Universidad de México als europäische „Grenzuniversität“. Kolonialgründung oder europäischer Normalfall? In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7, 2004, S. 11–26.
  • Enrique Rajchenberg: Rebellion X. Das Jahr des Streiks an der Universität in Mexiko-Stadt. Unrast, ISBN 3-89771-009-9 [1]
  • John Ross: Mexiko. Geschichte-Gesellschaft-Kultur. Unrast, ISBN 3-89771-018-8 [2]
  • Taibo II, Paco Ignacio: 1968 / Gerufene Helden/ Ein Handbuch zur Eroberung der Macht Schwarze Risse/Libertäre Assoziation, Berlin, ISBN 3-922611-63-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationale Autonome Universität von Mexiko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b La UNAM en números. Nationale Autonome Universität von Mexiko. Abgerufen am 12. Juli 2012.
  2. Über die UNAM.“ Nationale Autonome Universität von Mexiko.
  3. Fundación Principe de Asturias, 10. Juni 2009