Gerald Götting
Gerald Götting (* 9. Juni 1923 in Nietleben bei Halle (Saale)) war langjähriger Vorsitzender der CDU der DDR und Präsident der Volkskammer der DDR.
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Leben [Bearbeiten]
Götting, Sohn eines kaufmännischen Angestellten (der 1934 verstarb), besuchte 1933 bis 1941 die Lateinische Hauptschule (Latina) der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Er beendete den Schulbesuch 1941 mit dem Abitur. Von Ende 1941 bis Anfang 1942 war er beim Reichsarbeitsdienst, dann bei der Nachrichtentruppe der Luftwaffe (letzter Dienstgrad: Obergefreiter). Im Mai 1945 konnte er sich in Böhmen zunächst der Gefangennahme entziehen und ging nach Hause. Im Juni kam er dann doch noch kurz in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Januar 1946 trat Götting der CDU bei. Er studierte von 1947 bis 1949 ohne akademischen Abschluss an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Philologie, Germanistik und Geschichte. Götting war von 1949 bis 1966 als Nachfolger von Georg Dertinger Generalsekretär und bis 1989 als Nachfolger von August Bach Vorsitzender der CDU.
Götting trug wesentliche Verantwortung für die Gleichschaltung der DDR-CDU.[1]
Von 1949 bis März 1990 war Götting Abgeordneter der Volkskammer: bis 1958 als Vizepräsident und stellvertretender Präsident, bis 1963 als Vorsitzender der CDU-Fraktion, bis 1969 als Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, bis 1976 in Nachfolge von Johannes Dieckmann als Präsident und bis 1989 als stellvertretender Präsident. Ab 1975 war er außerdem Präsident der Liga für Völkerfreundschaft, dem Verband der Freundschaftsgesellschaften der DDR.
Außerdem war Götting von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Verteidigung und von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR. 1961 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden.
Am 2. November 1989 trat Götting als CDU-Vorsitzender zurück, wurde am 7. November aus dem Staatsrat abberufen und im Februar 1991 aus der CDU ausgeschlossen. Im Juli 1991 wurde er vom Berliner Landgericht wegen Veruntreuung von Parteigeldern zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.[2]
Gerald Götting ist Mitarbeiter des Berliner Alternativen Geschichtsforums.
Götting heiratete 1952 mit kirchlicher Trauung die Journalistin Sabine Richter. 1956 wurde die Tochter Katharina geboren.
Götting soll seit 1953 inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit unter dem Decknamen „Göbel“ gewesen sein und bereits seit 1951 für den KGB gearbeitet haben.[3] Allerdings wurde auch er von der Staatssicherheit überwacht.[4]
Zitate [Bearbeiten]
„Die Unzufriedenheit der Bevölkerung in Berlin wurde von bezahlten Burschen aus Westberlin ausgenutzt, die mit Fahrrädern und Maureranzügen ausgestattet waren und diese Demonstrationen zum willkommenen Anlass nahmen, um zu rauben und zu zerstören.“[5]
„… hier ist unser Vaterland, dem wir verbunden sind und das wir aktiv mitgestalten …“[6]
Publikationen [Bearbeiten]
- Der Christ sagt ja zum Sozialismus, Berlin 1960
- Begegnung mit Albert Schweitzer, Berlin 1961
- Sternstunde Afrikas 1962
- Der Christ beim Aufbau des Sozialismus, Berlin 1963
- Land unter dem Kilimandscharo 1964
- Zu Gast in Lambarene 1964
- Christliche Mitverantwortung im Sozialismus, Berlin 1965
- Christliche Bewährung im Sozialismus 1967
- Reformation und Revolution 1967
- Albert Schweitzer, Pionier der Menschlichkeit 1970
- mit Paul Verner: Christen und Marxisten in gemeinsamer Verantwortung 1974
- Roter Oktober, Berlin 1977
- Christliche Demokraten in schöpferischer Mitarbeit für das Wohl des Volkes, Berlin 1982
- Beitrag christlicher Demokraten zu Gegenwart und Zukunft, Berlin 1997
- Christliche Demokraten auf dem Weg in die 90er Jahre, Berlin 1988
- mit Kurt Nowak: Paul Gerhard Braune. Ein Christ der Tat 1988 ISBN 3-92246-357-6
- Prediger für eine gerechte Welt, Berlin 1989
- mit Siegwart-Horst Günther: Was heisst Ehrfurcht vor dem Leben? Begegnung mit Albert Schweitzer, Verlag Neues Leben Berlin 2005, ISBN 3-355-01709-4.
Literatur [Bearbeiten]
- Peter Joachim Lapp: Gerald Götting. CDU-Chef in der DDR. Eine politische Biografie. Helios, Aachen 2011, ISBN 978-3-86933-051-8, Rezension
- Helmut Müller-Enbergs: Gerald Götting. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://www.bpb.de/themen/L7465O
- ↑ http://www.adel-genealogie.de/CDU-Ost.html#Kapitel7
- ↑ Stasi-Mann Götting Der Spiegel 23. September 1991
- ↑ Briefe vom Friedensfreund Mitteldeutsche Zeitung 16. September 2010.
- ↑ Im Juli 1953 über den Aufstand vom Juni 1953. Zitiert in http://www.welt.de/print-welt/article239935/Die_Kirche_hat_alles_getan_um_eine_Verschaerfung_zu_mildern.html
- ↑ Auf einer Tagung des Hauptvorstandes der CDU am 22. August 1989. Zitiert in Die Transformation der DDR-Blockparteien während und nach der politischen Wende http://paper.olaf-freier.de/blockpt.htm#4
Johannes Dieckmann | Gerald Götting | Horst Sindermann | Günther Maleuda | Sabine Bergmann-Pohl
Andreas Hermes | Jakob Kaiser | Otto Nuschke | August Bach | Gerald Götting | Wolfgang Heyl | Lothar de Maizière
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Götting, Gerald |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU der DDR), MdV und Präsident der Volkskammer |
| GEBURTSDATUM | 9. Juni 1923 |
| GEBURTSORT | Nietleben bei Halle (Saale) |