Saalkreis

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Dieser Artikel behandelt den Saalkreis in der preußischen Provinz Sachsen und den Saalkreis im Land Sachsen-Anhalt (1990–2007). Für den Saalkreis im Bezirk Halle der DDR (1952–1990) siehe Saalkreis (Bezirk Halle).
Wappen Karte
Wappen des Saalkreises Lage des Saalkreises in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Halle (Saale)
Fläche: 605,9 km²
Einwohner: 75.712 (31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Kreisschlüssel: 15 2 65
Kfz-Kennzeichen: SK
Kreisgliederung: 40 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Wilhelm-Külz-Straße 10
06108 Halle (Saale)
Letzter Landrat: Knut Bichoel (CDU)
Karte
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Über dieses Bild

Der Saalkreis war ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt mit dem Landkreis Merseburg-Querfurt zum neuen Saalekreis fusioniert. Nachbarkreise waren im Norden die Landkreise Bernburg, Köthen und Bitterfeld im Osten der sächsische Landkreis Delitzsch, im Süden der Landkreis Merseburg-Querfurt und im Westen der Landkreis Mansfelder Land. Die kreisfreie Stadt Halle (Saale) ragte von Süden pilzförmig in das Kreisgebiet und formte dieses zu einem unten offenen Ring.

Geographie[Bearbeiten]

Durch das frühere Gebiet des Saalkreises fließt neben der Saale auch die Salza. Weitere kleine Flüsse sind die Laweke, Würde, Kabelske, Strengbach und die Götsche. Während im westlichen Teil des Gebiets vorwiegend Hügel und eingeschnittene Täler vorherrschen, ist der Norden und Osten geprägt durch flache Ebenen. Der Petersberg bei Halle ist mit 250,4 m ü. NN die höchste Erhebung des ehemaligen Saalkreises und liegt in dessen Nordosten.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Saalkreis umfasste 1790 die folgenden Städte und Gemeinden:

Am 1. Januar 1945 waren es dagegen:

  • die vier Städte Ammendorf, Könnern, Löbejün und Wettin
  • sowie 79 weitere Gemeinden.

Die Landräte entstammten seit 1553 den ältesten adligen Familien des Kreises: Dieskau, Rauchhaupt, Trotha und Loeben. Im Herzogtum Magdeburg waren zu Landräten bestellt:

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Saalkreis (Herzogtum Magdeburg)
Neumarkt
Neumarkt
Halle
Halle
Glaucha
Glaucha
Könnern
Könnern
Alsleben
Alsleben
Löbejün
Löbejün
Wettin
Wettin
Städte des Saalkreises im Herzogtum Magdeburg (blau) um 1790, Hintergrund: Karte des heutigen Sachsen-Anhalts (grau)

Unter der Bezeichnung „Saalkreis“ wurden schon die Besitzungen des Erzstifts Magdeburg in der Gegend von Halle zusammengefasst, die seit 1680 mit dem nun weltlichen Herzogtum Magdeburg zu Brandenburg-Preußen gehörten. 1807, im Frieden von Tilsit, verlor Preußen auch den Saalkreis an das französische Kaiserreich, von dem die preußischen Gebiete an der mittleren Elbe an das neu gegründete Königreich Westphalen überstellt wurden. Dort gehörte das Kreisgebiet zum neugebildeten Distrikt Halle des Saale-Departements. Nach der Niederlage Napoleons nahm der preußische König mit seinen „alten Provinzen“ auch den Saalkreis wieder in Besitz. 1815 wurde aus diesem „Altbesitz“ aus der Zeit vor 1807 und den aufgrund der Regelungen des Wiener Kongresses erworbenen sächsischen Gebieten die Provinz Sachsen gebildet und als untere Verwaltungsbehörde der Saalkreis zum 1. Oktober 1816 wiederhergestellt. Der Kreis gehörte zum Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen. Das Landratsamt war in Wettin.

Zum 10. November 1819 wurden aus dem Saalkreis in den Stadtkreis Halle a. S. eingegliedert:

  • die Weinberge zwischen Gimritz und Passendorf,
  • die Gimritzer und Kreuzschäferei,
  • das Rittergut Freiimfelde,
  • das Dorf Wörmlitz.

Zum 1. Oktober 1833 wurde das Landratsamt von Wettin nach Halle a. S. verlegt.

Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis als Teil des Königreichs Preußen zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 10. August 1876 wurde der Gutsbezirk Freiimfelde aus dem Saalkreis in den Stadtkreis Halle a. S. eingegliedert. Am 1. April 1900 traten die Landgemeinden Cröllwitz, Giebichenstein und Trotha und der Gutsbezirk Gimritz vom Saalkreis zum Stadtkreis Halle a. S. über.

Zum 30. September 1929 fand im Saalkreis entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. April 1942 wurde zur Beseitigung von Exklaven die Gemeinde Löbnitz a./Linde des Saalkreises in den Landkreis Dessau-Köthen des Landes Anhalt eingegliedert.

Als Teil des ehemaligen Regierungsbezirks Merseburg gehörte der Kreis seit der Auflösung der Provinz Sachsen mit Wirkung vom 1. Juli 1944 zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet zunächst durch die US-amerikanischen Alliierten Streitkräfte besetzt.

DDR[Bearbeiten]

Für den Saalkreis im Bezirk Halle der DDR siehe Saalkreis (Bezirk Halle).

Landräte[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste (territorial.de)

Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten]

Die Saalkreis gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Könnern (bis 1911: Cönnern), Löbejün und Wettin führten jetzt die Bezeichnung Stadt. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Am 15. Februar 1937 erhielt die Gemeinde Ammendorf die Bezeichnung „Stadt“ verliehen. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die eingeführten Ortsnamen wurden bis 2007 beibehalten. Allerdings wurden Schreibweisen mit „c“ beseitigt.

1911:

  • Cönnern: Könnern

1937:

  • Canena: Kanena
  • Custrena: Kustrena
  • Mucrena: Mukrena


Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. März 1995 durch das Innenministerium genehmigt, dabei wurde das bereits am 31. Mai 1937 verliehene Wappen bestätigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1 und 4: von Rot und Silber geteilt, Feld 2: in Gold ein schwarzer rot bewehrter Löwe, Feld 3: in Gold zwei blaue Pfähle.“

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Einheitsgemeinden

Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft *

  1. Brachstedt (915)
  2. Götschetal [Sitz: Wallwitz] * (5863)
  3. Krosigk (874)
  4. Kütten (422)
  5. Morl (920)
  6. Ostrau (1260)
  7. Petersberg (690)
  1. Braschwitz (1264)
  2. Hohenthurm (1916)
  3. Landsberg, Stadt * (8518)
  4. Niemberg (1482)
  5. Oppin (1551)
  6. Peißen (1071)
  7. Schwerz (541)
  1. Brachwitz (1009)
  2. Döblitz (189)
  3. Domnitz (806)
  4. Dößel (360)
  5. Gimritz (364)
  6. Löbejün, Stadt (2287)
  7. Nauendorf (1835)
  8. Neutz-Lettewitz (913)
  9. Plötz (760)
  10. Rothenburg (867)
  11. Wettin, Stadt * (2076)
  1. Beesenstedt (1266)
  2. Bennstedt (1497)
  3. Fienstedt (236)
  4. Kloschwitz (478)
  5. Lieskau (2652)
  6. Salzmünde * (2486)
  7. Schochwitz (1251)
  8. Zappendorf (1543)
  1. Angersdorf (1195)
  2. Dornstedt (752)
  3. Höhnstedt (1584)
  4. Langenbogen (2622)
  5. Steuden (955)
  6. Teutschenthal * (9397)

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1995 fanden im Saalkreis viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich neun Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch fünf Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 59 auf 40.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen SK. Es wird im Saalekreis bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Gringmuth: Die Behördenorganisation im Herzogtum Magdeburg – ihre Entwicklung und Eingliederung in den brandenburgisch-preußischen Staat. Dissertation Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1934.
  • Johann Ludwig von Heineccius: Ausführliche topographische Beschreibung des Herzogthums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld, Magdeburgischen Antheils. Decker, Berlin 1785.