Gregor XII.

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Gregor XII. in der Schedelschen Weltchronik
Wappen von Papst Gregor XII., moderne Nachzeichnung

Gregor XII. (* 1335 in Venedig; † 18. Oktober 1417 in Recanati; ursprünglich Angelo Correr) war vom 30. November 1406 bis zum 4. Juli 1415 Papst.

Sein Pontifikat ist durch das Abendländische Schisma geprägt: Der Gegenpapst Benedikt XIII. beanspruchte noch immer die Papstwürde für sich. So ging es in seiner Zeit als Papst vorrangig darum, was schwerer wiegt: die Superiorität der Konzilien über den Papst oder das Primat des Papstes über die Konzile. Im Laufe der Zeit ist diese Frage zu Gunsten der Päpste entschieden worden, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bereits das zwölftägige Konklave im November 1406, das Gregor XII. gewählt hat, stand im Zeichen dieser Kirchenspaltung: 14 von 18 Kardinälen waren erschienen und sie leisteten im Konklave vor der Wahl alle den Eid, für die Union der Kirche einzustehen und, wenn erforderlich, die Tiara niederzulegen. Vor diesem Hintergrund wurde der greise Kardinalpriester von San Marco in Venedig Angelo Correr zum Papst gewählt.

Papst Gregor wollte sich anfangs mit Benedikt in Savona treffen. Doch der altersschwache Gregor wäre seinem Kontrahenten Benedikt kaum gewachsen gewesen. Am Ende verhinderten die Nepoten des Papstes dieses Treffen. Wie ein solches Treffen hätte ausfallen können, kann nur Gegenstand von Spekulationen sein. Doch scheint Papst Benedikt glaubwürdiger als sein Widerpart gewesen zu sein. Auch wollten weder König Sigismund von Ungarn noch Ladislaus von Neapel, Sohn des ermordeten Karl III., von Neapel, diese Begegnung; denn beide fürchteten das Wiedererstarken des französischen Einflusses auf das Papsttum.

Am 25. März 1409 trafen sich sieben Kardinäle von Papst Gregor und siebzehn von Papst Benedikt in Pisa zu einem Konzil, setzten die beiden Päpste von Rom und von Avignon ab und wählten den Erzbischof von Mailand, Petros Philargis de Candia, auf den Stuhl Petri. Dieser nannte sich dann Alexander V. Da sich aber die beiden anderen Päpste weigerten zurückzutreten, hatte die Christenheit nun drei Päpste. Nachfolger Alexander V. wurde 1410 Baldassare Cossa als Johannes XXIII. (Gegenpapst).

1410 wurde der ungarische König Sigismund auch deutscher König. Zu seinen Plänen gehörte, das Schisma ein für alle Mal zu beenden. Davon versprach er sich auch die Kaiserkrone. Sigismund traf sich am 10. Dezember 1413 mit Papst Johannes in Lodi und zwang ihn zur Einberufung eines Konzils in Konstanz. Papst Gregor dankte am 4. Juli 1415 ab um eine Neuwahl auf dem Konzil möglich zu machen. Als einziger der drei damals die Legitimität beanspruchenden Päpsten nahm Johannes XXIII. an dieser Kirchenversammlung teil. Er floh jedoch am 20. März 1415 aus Konstanz und wurde am 29. Mai 1415 vom Konzil für abgesetzt erklärt. Nach seiner baldigen Gefangennahme in Freiburg setzte man ihn bis zur Wahl des neuen Papstes fest. In Perpignan versuchte König Sigismund erfolglos, auch Papst Benedikt zur Abdankung zu bewegen. Doch das Konzil setzte Benedikt, der sich geweigert hatte, überhaupt nach Konstanz zu gehen, am 4. Juli 1415 ab. In Konstanz wurde dann Oddo di Colonna als Martin V. zum einzig rechtmäßigen Papst gewählt. Damit war das Abendländische Schisma beendet. Papst Benedikt lehnte unbelehrbar seine Absetzung durch das Konzil ab und betrachtete sich - isoliert und vergessen in einer Festung am Golf von Valencia - bis zu seinem Tod als den einzig legalen Papst.

Nach seinem Rücktritt als Papst wurde Gregor zum Bischof von Macerata und zum Kardinalbischof von Frascati und von Porto ernannt. Er verstarb 1417.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Gregor XII. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Pierre Girard de Puy Kardinalbischof von Frascati
1415–1417
Baldassare Cossa
Ludwig von Bar Kardinalbischof von Porto
1415–1417
Antonio II. Correr
Innozenz VII. Papst
1406–1415
Martin V.
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