Greifensteine

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Greifensteine
Panoramablick auf das Naturtheater Greifensteine

Die Greifensteine, bis um 1900 der Greifenstein, sind eine Felsformation im Erzgebirge im Waldgebiet zwischen den Ortschaften Ehrenfriedersdorf, Geyer, Jahnsbach und Thum auf dem Gebiet der Stadt Ehrenfriedersdorf. Der höchste der sieben Granitfelsen erreicht eine Höhe von 731 m über NN. Weitere sechs Felsen wurden durch Steinbrucharbeiten abgetragen, die 1923 endeten.

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch stellen die Greifensteine die Spitze eines Plutons dar. Während der Variskischen Gebirgsbildung stieg Magma in den entstandenen Verwerfungen auf, erkaltete jedoch bereits unterhalb der Erdoberfläche. Im Zuge der Hebung der erzgebirgischen Pultscholle stieg auch der entstandene Granitstock weiter auf. Die darüber liegenden Gesteinsschichten erodierten, bis der härtere Granit frei lag. Die weitere chemische und thermische Verwitterung gab den Felsen ihr heutiges Aussehen mit ihren typischen „Wollsäcken“.

Durch Auswaschung und die anschließende Rekristallisierung im umgebenden Gestein entstanden ergiebige Erzlagerstätten. Nachdem bereits im 13. Jahrhundert Zinn-Bergbau betrieben worden und 1990 die letzten Bergwerke aus Rentabilitätsgründen geschlossen worden waren, waren die Lagerstätten, die zu den ergiebigsten Europas zählten, noch immer nicht erschöpft. Ein weiteres Beispiel für die jahrhundertelange Bergbautradition in der Region ist die Binge in Geyer.

Mineralfunde[Bearbeiten]

Greifensteinit aus der Typlokalität Greifenstein (Bildbreite: 3 mm)
Natrodufrénit vom Greifenstein (Bildbreite: 3 mm)

Aufgrund der Ergiebigkeit der Erzlagerstätte sind die Greifensteine auch ein bekannter Fundort für viele verschiedene Minerale und ihre Varietäten. Bisher (Stand: 2014) wurden hier insgesamt rund 50 Minerale und 10 Varietäten entdeckt wie unter anderem die bekannten Minerale Andalusit, Beryll, Gips, Hämatit, Muskovit, Sphalerit, Pyrit, Topas, Wavellit und Zirkon sowie verschiedene Granate, Turmaline (Dravit, Elbait, Schörl) und Wolframite. Daneben finden sich hier auch seltene Minerale wie der Childrenit und der Natrodufrénit sowie die radioaktiven Minerale Autunit und Torbernit.

Für die Minerale Fluorapatit, Greifensteinit, Lacroixit und Roscherit gelten die Greifensteine zudem als Typlokalität.[1][2]

Tourismus[Bearbeiten]

Das Gebiet um die Greifensteine ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und wegen der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt ein Landschaftsschutzgebiet. Sehenswert sind unter anderem der Aussichtsfelsen, das Heimatmuseum, die Stülpner-Höhle und das Naturtheater Greifensteine. In der näheren Umgebung befinden sich der Greifenbachstauweiher, der Röhrgraben und das Hormersdorfer Hochmoor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhart Heppner, Jörg Brückner, Helmut Schmidt: Sächsisch-böhmische Aussichtsberge des westlichen Erzgebirges in Wort und Bild mit touristischen Angaben, Horb am Neckar, 2001, S. 73–75
  • Günter Schubert: Greifenstein - Burg, Bewohner und der Bergbau des 14. und 15. Jahrhunderts. in: Sächsische Heimatblätter 36 (1990) Nr. 3, S. 108–114
  • Dietmar Werner: Die Greifensteine und ihre Sagen In: Erzgebirgische Heimatblätter 1/1979, S. 27–31, ISSN 0232-6078

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Greifensteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mineralienatlas - Typlokalität Greifensteine (Steinbruch Kopper), abgerufen am 26. Juni 2014.
  2. Mindat - Typlokalität Greifenstein Rocks, Ehrenfriedersdorf, Erzgebirge, Saxony, Germany

50.64888888888912.930277777778Koordinaten: 50° 38′ 56″ N, 12° 55′ 49″ O