Ehrenfriedersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ehrenfriedersdorf
Ehrenfriedersdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ehrenfriedersdorf hervorgehoben
50.64611111111112.969722222222530Koordinaten: 50° 39′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 530 m ü. NHN
Fläche: 15,86 km²
Einwohner: 4892 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 308 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09427
Vorwahl: 037341
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 160
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
09427 Ehrenfriedersdorf
Webpräsenz: www.stadt-ehrenfriedersdorf.de
Bürgermeister: Frank Uhlig (SPD)
Lage der Stadt Ehrenfriedersdorf im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Pockau-Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Marienberg Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Ehrenfriedersdorf ist eine Stadt im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Durch die Stadt führt die Silberstraße.

Geographie[Bearbeiten]

Ehrenfriedersdorf liegt am oberen Lauf im Tal des Flusses Wilisch auf einer Höhe von rund 600 m. Im Westen befinden sich die Höhen der Greifensteine und im Osten der Sauberg sowie der Kalte Muff mit der Franzenshöhe (703 m).

Blick über einen Großteil von Ehrenfriedersdorf, gesehen vom heutigen Besucherbergwerk am Sauberg

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an Ehrenfriedersdorf (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend): Thum, Drebach, Thermalbad Wiesenbad, Tannenberg, Geyer und Zwönitz.

Greifensteine[Bearbeiten]

Die Greifensteine sind eine Felsformation im Erzgebirge im Waldgebiet zwischen den Ortschaften Geyer, Ehrenfriedersdorf, Jahnsbach und Thum auf dem Gebiet der Stadt Ehrenfriedersdorf. Sie erreichen eine Höhe von 732 m über dem Meeresspiegel und gelten als höchster Punkt auf Ehrenfriedersdorfer Flur. Die Felsengruppe mit der Naturbühne sind als Naturdenkmal überregional bekannt.

Franzenshöhe[Bearbeiten]

Die Franzenshöhe ist einer der höchsten Punkte der Stadt. Sie befindet sich in einem Wald (dem sogenannten Huuf-Buhsch) und ist daher von verschiedenen Aussichtspunkten nicht zu erkennen. Besonders auffällig sind die imposanten Felsformationen auf dem Gipfel.

Geschichte[Bearbeiten]

Historischer Poststationsstein im Ort am Neumarkt

Besiedlung und Bergbau[Bearbeiten]

Ehrenfriedersdorf wurde wie auch das übrige Gebiet des mittleren Erzgebirges im 12. Jahrhundert besiedelt. Im 13. Jahrhundert kam es durch Funde von Zinn zum Aufschwung. 1339 wurde die Siedlung als Erinfritstorf erstmals urkundlich erwähnt. Mitte des 15. Jahrhunderts hatte der Ort volle Stadtrechte erhalten und galt als einer der reichsten im Erzgebirge. Er besaß eine Sparkasse und ein Amtsgericht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählte Ehrenfriedersdorf 6263 Einwohner. Die folgenden Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des jeweiligen Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993: 5925
  • 1994: 5828
  • 1995: 5753
  • 1996: 5769
  • 1997: 5788

1998 bis 2002

  • 1998: 5727
  • 1999: 5672
  • 2000: 5576
  • 2001: 5520
  • 2002: 5524

2003 bis 2007

  • 2003: 5442
  • 2004: 5368
  • 2005: 5310
  • 2006: 5238
  • 2007: 5179

ab 2009

  • 2009: 5094
  • 2011: 4991
  • 2012: 4915
  • 2013: 4892
Quelle bis 2006: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Quelle 2007: Stadt Ehrenfriedersdorf (Stand: 31. Mai 2007)

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 56,5 % (2009: 52,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,3 %
25,2 %
8,8 %
8,9 %
3,4 %
4,4 %
3,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,7 %p
+2,8 %p
-9,7 %p
-0,1 %p
-3,0 %p
+4,4 %p
+3,0 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g Einzelkandidat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 9 Sitze
  • Freie Wähler – Bürgerforum (FWBF): 5 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • LINKE: 1 Sitz

Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1990–1994: Klaus Meinig (CDU)
  • seit 1994: Frank Uhlig (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Rot-gold schräglinks geteilt; oben ein goldener Ring mit blauem Stein, unten gekreuzte blaue Schlägel und Eisen.“

Das Stadtwappen zeigt den Siegelring der Waldenburger Herrschaft, zu der Ehrenfriedersdorf einst gehörte. Hammer und Schlägel sind das bekannte Symbol für den Bergbau, der die Stadt jahrhundertelang prägte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten, Kultur und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

St. Niklaskirche

St. Niklaskirche[Bearbeiten]

Kostbarstes Kunstwerk der St. Niklaskirche ist der im Jahre 1507 hier aufgestellte und bis 1512 vervollständigte spätgotische Schrankaltar, der zweimal gewandelt (geschlossen) werden kann. Der durch den Bergbau hervorgerufene Wohlstand der Stadt wird unter anderem daran sichtbar, dass die Kirche es sich leisten konnte, den großen Meister HW (Hans Witten) zu verpflichten, den Altar zu gestalten. Als Material verwendete er Lindenholz. Bis in die äußersten Spitzen des Gesprenges besteht der Altar aus Holz.

Museen[Bearbeiten]

Auf dem Sauberg befindet sich im ehemaligen Zinnbergwerk ein Besucherbergwerk mit mineralogischem Museum. Dort wird dargestellt, wie bis 1990 industriell Zinn abgebaut wurde. Die Beschaffenheit der Stollen entspricht dem damaligen Stand.

Das Bergbaugebiet Ehrenfriedersdorf ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Musik[Bearbeiten]

Im Jahr 1973 wurde die Erzgebirgsgruppe Ehrenfriedersdorf gegründet, ein Ensemble, das sich der Pflege der erzgebirgischen Mundart verschrieben hat und mit zu den populärsten Vokalformationen der Region gehört. Zahlreiche Radio- und Fernsehauftritte machten die Gruppe bereits zu DDR-Zeiten überregional bekannt. Nach der politischen Wende folgten auch Tourneen in die USA.

Theater[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre wurde in Ehrenfriedersdorf das Mundarttheater am Greifenstein e. V. gegründet. Diese Theatergruppe übernahm die Tradition des Mettenspiels bei der Mettenschicht, welche bis dahin von den Angehörigen der Bergbruderschaft, in den Gebäuden des ehemaligen Zinnerzbergwerks Sauberg , durchgeführt wurde. Die Ehrenfriedersdorfer Mettenschicht zeichnet sich neben dem Gedenken an die verunglückten Bergleute durch das volkstümliche Theaterstück, welches vom Mundarttheater aufgeführt wird, aus.

Ortspyramide auf dem Markt zur Weihnachtszeit

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit etwa 1991 gibt es die jährlichen Feste zum Maibaumumsetzen und einem Hexenfeuer am 30. April am Skihang an der Hühnerfarm, außerdem findet am 1. Mai ein Bergaufzug der Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf e.V. statt.[3] In der Weihnachtszeit wird das Pyramidenanschieben von den Einwohnern und Gästen feierlich zelebriert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Erzbergbau in der der Ehrenfriedersdorfer Zinngrube (1980)

Von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis 1990 wurde in Ehrenfriedersdorf Zinn abgebaut. Nach der deutschen Wiedervereinigung war eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. In der Folgezeit wurde das Bergwerk für Besucher umgebaut. Ein integrierter und wissenschaftlich erforschter Heilstollen bietet zahlreiche Therapien an, unter anderem für Atemwegserkrankungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Ehrenfriedersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 65.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  3. RegioTicker, Veranstaltungen. In: Wochenspiegel vom 30. April 2011, S. 2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ehrenfriedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Mineralien aus Ehrenfriedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: VEB Zinn- und Spatgruben Ehrenfriedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bergbauregion Ehrenfriedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien