Hanged, drawn and quartered

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Die Hinrichtung von Hugh the Younger Despenser (dargestellt von Jean Froissart, ca. 1470)

Hanged, drawn and quartered (englisch für erhängt, ausgeweidet und gevierteilt) war die in England verhängte Strafe für Hochverrat, insbesondere wenn es um Land, Herrscher oder Falschmünzerei ging. Verhängt wurde sie von den Assisen, einem von der Krone eingesetzten Gerichtshof für Kapitalverbrechen, der Delikte „jenseits von Mord und Totschlag“ verhandelte.

Die Strafe wurde erstmals unter dem englischen König Edward I. („Longshanks“) 1283 an dem walisischen Prinzen Dafydd ap Gruffydd vollstreckt. Im Jahre 1305 erlitt auch der schottische Nationalheld Sir William Wallace dieses Schicksal. 1605 wurden die Mitverschwörer von Guy Fawkes, die an der Schießpulververschwörung beteiligt waren, zu dieser Todesart verurteilt. Fawkes selbst wurde zum Tode am Strick verurteilt. Er verkürzte sein Sterben, da es ihm gelang, vom Galgenpodest zu springen, wobei er sich das Genick brach.[1] Auch der englische Humanist Thomas Morus sollte infolge seiner Weigerung, für Heinrich VIII. den Suprematseid abzulegen, auf jene Art sterben. Das Urteil wurde allerdings dahingehend vom König entschärft, dass Morus 1535 enthauptet wurde.

Erst ab 1814 wurden Teile der Strafe postum vollstreckt (drawing, quartering).

Vorgehensweise[Bearbeiten]

Aus überlieferten und gesicherten Quellen stellte sich die Bestrafung so dar:

  • Als Ort der Vollstreckung war der Heimatort des Verurteilten vorgesehen, nicht der Ort seiner Festnahme oder der Sitz des Gerichts.
  • Der Verurteilte wurde auf einem Gatter (Holzrost) zum Richtplatz gezerrt (drawing).[2]
  • Er wurde am Hals aufgehängt und, kurz bevor er starb, heruntergenommen (hanging).
  • Danach wurde er bei lebendigem Leib ausgeweidet: Die Genitalien wurden abgeschnitten und seine Gedärme aus dem Körper geholt (manche Quellen sehen dies als alte Bedeutung von drawing an).[2]
  • Sie wurden dem Verurteilten und der zusehenden Menge zur Begutachtung gezeigt.
  • Sein Herz wurde herausgeschnitten und zusammen mit den Eingeweiden vor den Augen aller Zuschauer verbrannt (Quellen berichten von noch lebenden Verurteilten, was aus medizinischen Gründen aber eher unwahrscheinlich ist).
  • Dann wurde er geköpft, und der Torso wurde in vier Teile zerhackt oder zersägt (quartering).
Kupferstich der Hinrichtung von Thomas Armstrong 1684

Diese – mit dem Kopf in der Regel fünf – verbleibenden Teile wurden zur Abschreckung auf fünf Pfählen in seinem Heimatort verteilt öffentlich zur Schau gestellt. Das öffentliche „Anprangern“, oder in diesem Fall die öffentliche Zurschaustellung von Körperteilen der Verurteilten, wurde in England 1843 abgeschafft. In der Regel wurde diese Art der Bestrafung nur an Männern vollstreckt. Frauen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die Verbrennung von Frauen wurde in England 1790 abgeschafft. „Hanged, drawn, and quartered“ ist in seiner Gesamtheit 1870 aus der englischen Rechtsprechung getilgt worden. Die Todesstrafe für Hochverrat wurde 1998 abgeschafft.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanged, drawn and quartered – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fraser, Antonia: The Gunpowder Plot (engl.), Phoenix (2005) [1996], S. 283. ISBN 0-7538-1401-3
  2. a b The Straight Dope (04-Aug-1995). What do "drawn and quartered" and "keelhauling" mean? (abgerufen 10. September 2010)
  3. http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/7288516.stm (abgerufen 5. August 2012 )