Heiner Monheim

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Heiner Monheim (2012)

Heiner Monheim (* 7. Mai 1946 in Aachen) ist ein deutscher Verkehrswissenschaftler, Geograph und emeritierter Professor der Universität Trier.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Heiner Monheim stammte aus einer Aachener Unternehmerfamilie und ist der Sohn des Professors für Geographie an der RWTH Aachen Felix Monheim (1916–1983) und der Ingeborg Schmiedeknecht (1915-2010).[1] Sein Vetter war der Unternehmer Bernd Monheim und ihr gemeinsamer Urgroßvater war der Schokoladenfabrikant Leonard Monheim, Bruder des Chemikers Viktor Monheim, beides Söhne des Apothekers Johann Peter Joseph Monheim.

Nach dem Studium der Geographie, Soziologie, Geschichte sowie Stadt- und Regionalplanung in Bonn und München von 1966 bis 1971 war Heiner Monheim von 1972 bis 1985 Referatsleiter bei der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, dem heutigen Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Ab 1985 war er bis 1995 im Landesministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Referatsleiter für Stadtverkehr, Verkehrsberuhigung und Grundsatzfragen des Verkehrs. Seit 1995 ist er Professor für Angewandte Geographie, Raumentwicklung und Landesplanung an der Universität Trier. Anfang Oktober 2011 beendet er seine Lehrtätigkeit[2].

Er setzt sich für umweltfreundliche und stadtverträgliche Verkehrskonzepte und Planungsstrategien ein und tritt dafür bei Bürgerinitiativen und Verbänden öffentlich auf. Er gehört zu den Kritikern der Massenmotorisierung und der Autoindustrie und autofixierten Verkehrspolitik in den westlichen Ländern. Er hat Konzepte zur Förderung des Fußgängerverkehrs, Fahrradverkehrs und öffentlichen Verkehrs entwickelt und leistete damit Beiträge zur Entwicklung des Konzepts der sanften Mobilität. Monheim setzt sich für eine Renaissance der Urbanität und Stadt der kurzen Wege ein und kritisiert die Folgekosten autofixierter Planungspolitik. Bekannt ist er in Fachkreisen auch durch verschiedene wissenschaftliche und auch populärwissenschaftliche Veröffentlichungen. Weite Verbreitung hat das 1990 gemeinsam mit seiner Frau Rita Monheim-Dandorfer verfasste Werk Straßen für alle. Analysen und Konzepte zum Stadtverkehr der Zukunft gefunden, in dem er planerische und finanzielle Konzepte eines nachhaltigen Verkehrs vorstellt.

Monheim ist außerdem Mitbegründer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), der Initiative für eine bessere Bahn und der Fachvereinigung Bürgerbahn statt Börsenbahn. Im Rahmen von Bürgerbahn statt Börsenbahn unterstützt er das globalisierungskritische Netzwerk Bahn für Alle.

Monheim hat sich außer seinen Engagements im Verkehrsbereich seit 1966 auch für eine inhaltliche Neuausrichtung der Deutschen Geographie auf aktuelle Praxisfragen der räumlichen Planung eingesetzt. Mit einer bundesweiten studentischen Initiative hat er beim Geographentag Kiel 1969 ein Reformkonzept für das Fach Geographie vorgetragen, das danach modernisiert wurde. 1999 beim Hamburger Geographentag hat er mit einer Trierer Studentengruppe diesen Reformprozess evaluiert und 2005 beim Trierer Geographentag eine abschließende positive Bilanz der Fachentwicklung gezogen. Er hat über den Deutschen Verband für Angewandte Geographie DVAG, über den Verband für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL und den Informationskreis für Raumplanung dafür gekämpft, dass Angewandte Geographien als kompetentes Fach der räumlichen Planung (Stadt-, Regional- und Landesplanung, Raumordnung, Umweltplanung, Verkehrsplanung, Tourismusplanung und Standortplanung) anerkannt wurde.

2012 wurde er zum Stellvertreter des Bundesvorstandes des Fahrgastverbandes Pro Bahn gewählt. Er unterlag zuvor Jörg Bruchertseifer bei der Kandidatur um den Vorsitz des Vereins.[3] Er trat am 12. Januar 2013 von diesem Amt zurück.[4] Laut einem Pressebericht habe Monheim sich monatelange erfolglos gegen ein von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft initiiertes Projekt ausgesprochen, das von Karl-Peter Naumann geleitet werden soll. Naumann habe ihm gegenüber zugegeben, dass das Projekt seiner finanziellen Absicherung diene. Monheim sah dadurch die Unabhängigkeit von Pro Bahn in Gefahr.[5] Im März 2013 stimmte eine große Mehrheit der Delegierten des ProBahn-Bundesverbandstages dem Projekt zu.[6]

Schriften (Auszug)[Bearbeiten]

  • Literatur von und über Heiner Monheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • H.Monheim, u. a.: Bestandsaufnahme zur Situation der deutschen Schul- und Hochschulgeographie. In: Deutscher Geographentag, Bd 37, S. 191 ff. (entspr. Heft 3 der Zeitschrift "Geografiker", Berlin 1969)
  • H. Monheim: Radlust – Informationen zur Fahrradkommunikation. 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiner Monheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ahnentafel Monheim, abgerufen am 19. Dezember 2012
  2. Monheim verabschiedet sich, 16vor.de, 21. September 2011.
  3. Stefan Hennigfeld: Jörg Bruchertseifer ist neuer Bundesvorsitzender bei Pro Bahn. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 25. März 2012, abgerufen am 25. März 2012.
  4. PRO BAHN (Hrsg.): Monheim scheidet aus PRO BAHN-Vorstand aus. Pressemeldung vom 13. Januar 2013.
  5.  Thomas Wüpper: Der interne Streit bei den Bahn-Kritikern eskaliert. In: Stuttgarter Zeitung. 16. Januar 2013, S. 9.
  6. PRO BAHN-Vorstand wieder komplett. Pressemeldung vom 10. März 2013.