Herbert Spohn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herbert Spohn

Herbert Spohn (* 1. November 1946) ist ein deutscher Mathematiker und Physiker und derzeit Professor für angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie an der TU München.

Leben[Bearbeiten]

Spohn studierte Physik mit Nebenfach Mathematik an der Technischen Hochschule Stuttgart und an der LMU in München, an der er auch 1975 promovierte. Als Post-Doktorand war er an der Yeshiva University und Rutgers University bei Joel Lebowitz und an der Princeton University bei Elliott Lieb. 1980 habilitierte er sich im Fachgebiet Theoretische Physik auch an der LMU und war anschließend bis 1983 Heisenberg-Stipendiat der DFG. Von 1983 bis 1998 war er Professor für Theoretische Festkörperphysik wieder an der LMU. Seit 1998 ist er Professor und Ordinarius für angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie an der TU München. Er absolvierte Forschungsaufenthalte am IHES (Paris), dem IAS in Princeton und dem ITP in Santa Barbara. Zudem war er Gastprofessor an der Rutgers University.

2000 bis 2002 war er Präsident der International Association of Mathematical Physics. 2010 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Hyderabad (Indien) (Weakly nonlinear wave equations with random initial data).

Werk[Bearbeiten]

Spohn ist bekannt für seine Arbeiten auf dem Gebiet der mathematischen Physik, der angewandten Wahrscheinlichkeitstheorie und der statistischen Physik. Seine Arbeiten werden durch Fragestellungen aus der Physik motiviert, insbesondere der Elektrodynamik, der Quantenmechanik und auch dem Kristallwachstum. Probleme, die er dabei beleuchtet, sind vor allem Vielteilchensysteme und deren thermodynamische Grenzfälle, asymptotische Entwicklungen dieser Systeme und der Einfluss von zufälligen Störungen. Er veröffentlichte bisher über 200 Artikel, allein seine mathematischen Arbeiten wurden über tausendmal zitiert.[1]

Für seine Arbeit erhielt er 1993 gemeinsam mit Joel Lebowitz den Max-Planck-Forschungspreis[2] sowie 2011 den Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik. In der Laudatio wurden seine grundlegenden Beiträge zur statistischen Mechanik des Nichtgleichgewichts, zum Beispiel seine exakten Lösungen von Wachstumsmodellen und stationären Zuständen offener Systeme, hervorgehoben, die den Übergang von mikroskopischem zu makroskopischem Verhalten beleuchten.[3] Ebenfalls 2011 erhielt er den Leonard Eisenbud Prize der American Mathematical Society.[4] Für 2014 wurde ihm die Georg-Cantor-Medaille zugesprochen.

Veröffentlichungen in Auswahl[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. AMS MathSciNet
  2. Max-Planck-Forschungspreisträger 1993 (Version vom 14. August 2009 im Internet Archive)
  3. For his seminal contributions to nonequilibrium statistical mechanics as exemplified by his exact solutions of growth models and stationary states of open systems. Combining mathematical rigor with physical insight his work elucidates the transition from microscopic to macroscopic behavior, 2011 Dannie Heineman Prize for Mathematical Physics Recipient
  4. Eisenbud Prize 2011 of the AMS
  5. PNG steht für polynuclear growth