Hey Dad!

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Seriendaten
Deutscher Titel Hey Dad!
Originaltitel Hey Dad..!
Produktionsland Australien
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1987–1994
Länge 25 Minuten
Episoden 291
Genre Sitcom
Idee Gary Reilly
Musik Mike Perjanik
Erstausstrahlung 11. Februar 1987 (Australien) auf Seven Network
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
9. Januar 1990 auf Das Erste
Besetzung

Hey Dad! (im austr. Original Hey Dad..! geschrieben) ist eine 291 Folgen umfassende australische Sitcom, die von 1987 bis 1994 gedreht wurde. In Deutschland lief die Serie in der Erstausstrahlung vom 9. Januar 1990 bis zum 30. September 1997.

Handlung[Bearbeiten]

Martin Kelly ist ein erfolgreicher Architekt aus Chatswood, einem Vorort von Sydney. Er ist verwitwet und alleinerziehender Vater von drei Kindern. Er versucht sein Bestes, ein liberaler und aufgeschlossener Vater zu sein, aber seine Sprösslinge Jenny, Simon und Debbie halten ihn schlicht gesagt für einen Spießer, trotz seiner ironischen Seitenhiebe. Sie geben allerdings auch ihr Bestes, Martin das Leben schwer zu machen.

Die Charaktere[Bearbeiten]

Martin Kelly: Der Architekt ist intelligent und steht damit im ganzen Hause ziemlich alleine da. Seine Sekretärin Betty Wilson ist häufige Zielscheibe seiner zum Teil überaus sarkastischen und zynischen Kommentare, ohne dass ihr das je bewusst würde.

Im Umkehrschluss rächt Betty sich intuitiv durch ihre gnadenlose Inkompetenz. So ist sie zum Beispiel auch noch nach über 250 Folgen nicht in der Lage, das Wort Architekt auszusprechen und sagt stattdessen Artichekt. Ebenso spricht sie zu Martins Leidwesen mit ihrer Schreibmaschine, als wäre sie ein lebendiges Wesen.

Betty ist ein echtes Landei, kommt aus dem Dörfchen Walgett und hat sich gleich nach dem Tod von Mrs. Kelly als Sekretärin im Kelly'schen Haushalt eingenistet. Fachlich gesehen ist Betty als Sekretärin nicht zu gebrauchen, spielt aber von der menschlichen Komponente im Hause Kelly eine kaum ersetzbare Rolle, da sie ein großes Herz hat und der Familie stets in allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Simon Kelly, mit 18 Jahren Martins ältester Sohn, ist zwar nicht dumm und will Maschinenbau studieren, aber sein prahlerisches Gehabe und sein Glaube an die eigene Unfehlbarkeit lassen ihn und auch seinen Vater in so manche peinliche Situation tappen. Simon hält sich bei Frauen für unwiderstehlich und versucht immer wieder, seinen Vater zu überreden sich ein neues Auto zuzulegen, da der alte Volvo nicht gerade standesgemäß sei. Er lässt gerne den Macho raushängen, wirkt aber ziemlich hilflos, wenn er mal wieder in eine prekäre Situation gerät.

Simons bester Freund Nudge heißt eigentlich Gerald Noritis, doch dieser Name ist ihm schon fast entfallen. Nudge hat in etwa Bettys Intelligenzquotienten. Er sieht oft ungepflegt aus und seine wichtigsten Hobbys sind Essen und die Comicserie Phantom. In seinem Charakter ist Nudge als Kontrastpunkt zu Simon dargestellt.

Debbie Kelly, eigentlich Deborah, ist 16 Jahre alt, möchte Kunst studieren und hat jede Woche einen neuen Freund. Außer ihren häufigen amourösen Eskapaden beschäftigt sie sich fast ausschließlich mit Shopping und Telefonieren. Debbie steckt in der Endphase der Pubertät und zeichnet sich vor allem durch ihre grenzenlose Naivität aus.

Mit ihren Autofahrkünsten geht sie Vater Martin regelmäßig auf die Nerven: Ihre Spezialität ist es, den Volvo von Martin diagonal in der Garage zu parken.

Jenny, mit sieben Jahren das Nesthäkchen des Kelly-Haushalts, hat einen überdurchschnittlichen Dickkopf, wenn es darum geht, dass sie ein eigenes Pferd haben will und selbiges in ihrem Zimmer einquartiert werden soll. Sie glaubt, ihren Vater in der Hand und damit in der selbigen auch die Trümpfe gegen ihre Geschwister zu haben.

Jedoch geht sie ihrem Vater im Ergebnis mehr auf die Nerven, als dass sie ihn tatsächlich um den Finger gewickelt hätte. Jenny reagiert regelmäßig verstimmt, wenn sie aus dem Zimmer gewiesen wird, sobald die Unterhaltungen etwas „schlüpfrig“ werden. Sie rächt sich dann durch den Genuss ihres Leibgerichts Bohnen mit Tomatensauce und den daraus resultierenden „Leibwinden“.

Entwicklung der Serie[Bearbeiten]

Die ersten Folgen der Serie wurden bereits 1984 gedreht, jedoch wurde die erste Folge erst im Frühjahr 1987 gesendet. Hey Dad..! war in Australien zunächst ein Riesenerfolg. Die Serie zeichnete sich durch ihren subtilen Wortwitz aus. Dieser hielt auch etwa die ersten 150 Folgen an.

Vielfach wurde kritisiert, dass die Serie ab diesem Zeitpunkt immer flacher und inhaltsloser wurde. Ebenso wurde kritisiert, dass die Schauspieler im Laufe der ganzen Serie nach und nach ausgewechselt wurden und die neuen Darsteller das hohe Niveau ihrer Vorgänger nicht erreichen konnten. Letztendlich wurde die Serie in Australien 1994 kurzfristig mitten während der siebten Staffel abgesetzt und galt zuletzt als Inbegriff schlechter Unterhaltung.

Die personellen Auswechslungen im Einzelnen:

Die Ur-Besetzung:

  • Robert Hughes als Martin Kelly
  • Julie McGregor als Betty Wilson
  • Paul Smith als Simon Kelly
  • Simone Buchanan als Debbie Kelly
  • Sarah Monahan als Jenny Kelly
  • Christopher Truswell als Nudge

Nach der 38. Folge wurde Simon-Darsteller Paul Smith durch Christopher Mayer (ab Folge 40) ersetzt. In der Handlung ging Simon für einen Sommer (Folge 39) in die USA, um damit seine kurzfristige Abwesenheit zu erklären. Das Problem war nur, dass Paul Smith und Christopher Mayer keine Ähnlichkeit miteinander aufwiesen, und in der Serie wurde der optische Unterschied auch völlig ignoriert. Der Grund für das Ausscheiden von Paul Smith war angeblich dessen Undiszipliniertheit bei den Dreharbeiten sowie Spielschulden und Spielsucht. Die Auswechslung der beiden Schauspieler war für die Serie in diesem Fall aber nicht unbedingt ein Nachteil, da Christopher Mayer nach Ansicht vieler Zuschauer der bessere Simon war und mit Nudge besser interagieren konnte. Schlecht war nur, dass Mayer mit seinen damals 26 Jahren als Darsteller für den 18-jährigen Simon nur bedingt glaubhaft war.

Mit Folge 165 stieg Debbie-Darstellerin Simone Buchanan aus der Serie aus, um andere Angebote anzunehmen. Ihr Abgang wurde damit erklärt, dass sie Cocktail-Kellnerin in einem Ferienhotel auf einer Insel wird. Sie sollte später für eine Folge (Nr. 268) als Gaststar noch einmal zurückkehren. Für Simone Buchanan kam ab Folge 166 Rachael Beck als Samantha (Sam) Kelly, eine Nichte von Martin, ins Haus. Auch Rachael Beck meisterte ihre Rolle ganz ordentlich, aber ihr Charakter war dem von Debbie zu ähnlich; so konnte sie nur schwer eine eigenständige Note einbringen. Auch hatte sie damit zu kämpfen, dass Simone Buchanan bei den Zuschauern, insbesondere bei den männlichen, sehr beliebt war.

Nach Folge 174 verließ dann Christopher Truswell, der Nudge-Darsteller die Serie. Sein Ausstieg wurde erst gar nicht erklärt, er verschwand einfach zwischen zwei Folgen und wurde dann gar nicht mehr erwähnt. Ben Hubner, gespielt von Ben Oxenbould, stieß dann ab Folge 177 zur Serie. Er war zunächst als Freund und Studienkollege Simons wohl als Ersatz für Nudge gedacht; allerdings zog er, nachdem Christopher Mayer ausgeschieden war, bei den Kellys ein und übernahm damit die Funktion Simons. Die Funktion Nudges als des etwas seltsamen Kerls aus der Nachbarschaft übernahm dann der Knirps Arthur McArthur, gespielt von Matthew Krok, der erstmals bereits in Folge 169 und dann auch später ab Folge 175 häufiger eine Gastrolle gehabt hatte.

Mit Folge 187 schied auch Christopher Mayer aus, ab Folge 188 gehörten Matthew Krok und Ben Oxenbould zur regulären Besetzung. Der Austausch von Christopher Truswell und Christopher Mayer bedeutete den endgültigen Abstieg der Serie, da Ben nur ein ziemlich billiger Abklatsch von Nudge war und Ben Oxenbould nicht im entferntesten den Humor und die Mimik von Christopher Truswell einbringen konnte. Und auch Arthur konnte durch sein etwas ungewöhnliches Verhalten anfangs zwar etwas frischen Wind in die Serie einbringen, dieser Effekt war jedoch nach nur wenigen Folgen schon wieder aufgebraucht.

Nach Folge 227 stieg Sarah Monahan, die Jenny-Darstellerin, aus. Da man die minderjährige Tochter jedoch nicht so ohne Erklärung streichen konnte, wurde Jenny für drei Folgen (Nr. 228 bis 230) in ein Internat gesteckt. Sie kehrte in der Episode "Ach Du dickes Ei" (Nr. 231) wieder zurück, wurde aber durch Angela Keep ersetzt. Diese hatte ebenfalls den Nachteil, dass die Ähnlichkeit zu Sarah Monahan nicht eben groß war. Allerdings war sie eine wesentlich bessere Schauspielerin als die mitunter oft hölzern agierende Sarah Monahan. Eine Erklärung für Jennys "neues" Aussehen blieb die Serie dem Zuschauer erneut schuldig. Ein paar kurze Szenen widmeten sich aber dem neuen Aussehen von Jenny.

Nach Folge 264 verließ dann auch Martin-Kelly-Darsteller Robert Hughes die Serie. Dieses wurde mit einem Jobwechsel nach Saudi-Arabien erklärt. Für ihn kam ab Folge 263 Mark Owen-Taylor als Greg Russell, seines Zeichens ebenfalls Architekt und Freund Martin Kellys, der derweil das Haus hüten soll, in die Serie. Owen-Taylor versuchte gar nicht erst, Robert Hughes zu kopieren und brachte seine eigene Note in Hey Dad..!, aber er konnte nicht aus dem Schatten eines Martin Kelly treten.

Als letzte schied dann nach Folge 267 auch noch Samantha-Akteurin Rachael Beck aus, was ebenfalls mit einem Umzug erklärt wurde. Für sie kam dann noch Belinda Emmett (erstmals in Folge 266), die als Tochter von Greg Russell, Tracy, bis zum Ende der Serie dabei war.

Zum Schluss blieb dann nur noch Betty-Darstellerin Julie McGregor von der Originalbesetzung übrig.

Skizze vom Spielort

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Von 1986 bis 1994 wurden in Australien von Gary Reilly Productions 291 Folgen der Sitcom produziert. Chefautor war John Flanagan, der auch einen Großteil der Drehbücher verfasste. Weitere Drehbücher wurden von Gary Reilly, Ian Rochford und Kym Goldsworthy geschrieben. Regie führte bei den meisten Folgen Sally Brady, ebenfalls Regie führten Robert Meillon, Tina Butler und Kevin Burston. Gesendet wurde Hey Dad..! auf dem Sender Seven Network.

Die Sitcom wurde live vor Publikum gedreht, die Lacher im Original waren also echt.

Beschuldigung von Robert Hughes 2010[Bearbeiten]

Im März 2010 gab Sarah Monahan ein Interview für eine australische Frauenzeitschrift. In diesem Interview deutete sie an, von einer Hauptperson der Crew von Hey Dad! sexuell missbraucht worden zu sein. Sie gab zunächst aber nicht an, um wen es sich dabei handelte. Der australische Fernsehsender Channel 9[1] gab am 24. März 2010 bekannt, dass es sich dabei um Robert Hughes handelt. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Gegen Robert Hughes wurde nicht nur von Sarah Monahan der Vorwurf gemacht. Simone Buchanan und Ben Oxenbould machten gleich lautende Vorwürfe, bei dem sein Name genannt wurde. Dass es Gerüchte für die Handlungen von Robert Hughes bereits in den 1980er Jahren gab, bestätigten andere ehemalige Stars der Serie. So hat Oxenbould in einem Interview ausgesagt, wie er unangemessene Handlungen an anderen jungen Gastschauspielerinnen beobachtet hatte.[2]

Hey Dad! in Deutschland[Bearbeiten]

Ab Januar 1990 wurde Hey Dad! zunächst in der ARD im Nachmittagsprogramm gesendet. Der Sender kaufte die ersten 149 Folgen ein und sendete diese auch in einem Zeitraum von ca. zwei Jahren. Danach wurden sie bis 1995 in mehreren Dritten Programmen wiederholt. Ab dem 13. März 1997 wiederholte kabel eins täglich diese 149 Folgen im Vormittagsprogramm (zunächst gegen 11.00, später schon um 6.00 morgens), danach zeigte der Sender ebenfalls täglich bis zum September die restlichen Folgen. Im kostenlos empfangbaren Fernsehen wurden sie seitdem nicht mehr wiederholt.

Seit dem 13. Juni 1996 wurde Hey Dad! auch auf dem ehemaligen Bezahlfernsehen-Sender DF1 gezeigt.

Am 24. Oktober 2008 wurde die erste, am 27. März 2009 die zweite, am 25. September die dritte Staffel auf DVD veröffentlicht. Seit März 2010 ist die 4. Staffel erhältlich.

Die deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Die ersten 149 von der ARD gezeigten Folgen wurden unter der Regie von Arne Elsholtz synchronisiert. Dieser bemühte sich erfolgreich, den englischen Wortwitz ins Deutsche zu übertragen. Den von Kabel 1 in Auftrag gegebenen Folgen ab Nummer 150 konnte man ein geringeres Budget und einen kleineren Aufwand bei der Produktion anmerken. Zum einen wurden viele Sprecher ausgewechselt, auch weil sie wohl zu teuer waren. Die Synchronregie war weniger sorgfältig bei der Übersetzung, sodass viele Gags versandeten.

Bei der deutschen Bearbeitung der Serie ist der ARD im übrigen ein Fehler unterlaufen. Bei der Erstausstrahlung wurden im Vorspann die beiden Simon-Darsteller verwechselt. Bei dem Foto von Paul Smith wurde Christopher Mayers Name eingeblendet und umgekehrt. Erst bei der ersten Wiederholung hatte der Sender den Fehler korrigiert.

Die Synchronsprecher bis Folge 149:

Die Synchronsprecher ab Folge 150:

  • Fritz von Hardenberg als Martin Kelly
  • Dagmar Heller als Betty Wilson
  • ? als Simon Kelly (Christopher Mayer)
  • Katrin Fröhlich als Debbie Kelly
  • Sabine Bohlmann als Jenny Kelly (Sarah Monahan und Angela Keep)
  • Oliver Mink als Gerald Nudge Noritis
  • Solveig Duda als Samantha Kelly
  • Alexander Schottky als Ben Hubner
  • ? als Arthur McArthur
  • ? als Greg Russell
  • ? als Tracy Russell
  • Gernot Duda als Stan Hickey

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. msn.com: MSN Video results:'hey dad'.
  2. serienjunkies.de: Bernd Michael Krannich: Hey Dad!: Sexueller Missbrauch am Set der Kult-Comedy? 26. März 2010.

Weblinks[Bearbeiten]