Hieronymus Lotter

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Bitte Belege "der älteren Forschung" beibringen, dass er als entwerfender "Architekt" gearbeitet hat. Denn Lotter war als Baumeister von Herzog Moritz unter der Leitung von Oberzeugmeister und Baumeisters Caspar Voigt von Wierandt († 1560) eingesetzt, nicht als Architekt. Baumeister≠Architekt. --Jbergner (Diskussion) 12:37, 26. Nov. 2012 (CET)
Hieronymus Lotter in der Tracht eines Leipziger Ratsherrn (Öl auf Leinwand, 1569)

Hieronymus Lotter (* um 1497 in Nürnberg; † 22. Juli[1] 1580 in Geyer) war Kaufmann und mehrmals Bürgermeister von Leipzig, Bauleiter wichtiger landesherrlicher Bauprojekte in Sachsen, in Leipzig treibende Kraft für umfangreiche Baumaßnahmen des Rates. Lotter war als Baumeister von Herzog Moritz unter der Leitung von Oberzeugmeisters und Baumeisters Caspar Voigt von Wierandt († 1560) eingesetzt. Er gilt nach der älteren Forschung fälschlich als bedeutender Architekt der Renaissance, tatsächlich ist jedoch keine Entwurfstätigkeit nachweisbar.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er war als Bürgermeister vermutlich eine der treibenden Kräfte für den Umbau des Alten Rathauses in Leipzig (1556–57) zu einem der bedeutendsten Bauten der deutschen Renaissance, sowie weiterer städtischer Bauten, etwa der Alten Waage (1555) und des Rathauses in Pegau (ab 1559). Daneben stand er in landesherrlichen Diensten als Bauleiter (Baumeister) an der Leipziger Stadtbefestigung (ab 1551), wovon einzig die Moritzbastei bis heute erhalten ist. Und er war erster Oberbaumeister des Schlosses Augustusburg bei Chemnitz (1568 bis Januar 1572). Bauentwurf und Ausführung der im Zusammenhang mit Lotter entstandenen Bauten lassen sich verschiedenen bedeutenden Werkmeistern zuordnen; so für Teile der Leipziger Stadtbefestigung Meister Paul Speck, der auch bis zu seinem Tod 1557 für das Alte Rathaus verantwortlich war. Diesem folgte Paul Widemann als Obermeister nach, der diese Funktion u. a. auch bis zu seinem Tod 1568 auf der Augustusburg ausübte. Auf der Augustusburg trat ansonsten insbesondere Erhard van der Meer mit Entwürfen etwa für die Schlosskapelle hervor.

Nachdem er in jungen Jahren die Gunst des Kurfürsten Moritz von Sachsen besessen und erheblichen Wohlstand als Kaufherr erworben hatte (Bergbau, Geldleihe, Handel), verstarb er in Ungnade und in deutlich einfacheren Verhältnissen. Zunächst hatte er auch die Gunst von Moritz’ Nachfolger August I. besessen. Dennoch führten Fehlspekulationen zu seinem wirtschaftlichen Ruin und schließlich zu seiner Entlassung.

Sein Sterbehaus in Geyer (Lotterhof) erlebte verschiedene Besitzerwechsel und diente seit dem 19. Jahrhundert als Fabrik, in der Waschbretter und Kleinmöbel hergestellt wurden. Beachtenswert an dem denkmalgeschützten Bau ist vor allem eine farbig gefasste Holzkassettendecke aus dem 17. Jahrhundert. Das seit 1990 leer stehende Gebäude erhielt nach 1990 ein neues Dach, drohte aber ansonsten zu verfallen. Ein örtlicher Verein kümmert sich um die Restaurierung und hat in den Gewölberäumen eine Begegnungsstätte eingerichtet.[2]

Lotterhof von Osten

Literatur[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram Günther: Hieronymus Lotter – bedeutender Architekt der deutschen Renaissance oder Mythos der Kunstgeschichte? Hieronymus Lotter und der Bau des Alten Leipziger Rathauses. Norderstedt, Books on Demand 2009, ISBN 978-3-8370-8012-4
  • Wolfram Günther: Hieronymus Lotter. In: Arnold Bartetzky: Die Baumeister der „deutschen Renaissance“. Ein Mythos der Kunstgeschichte? Beucha, Sax-Verlag 2004, ISBN 3-934544-52-5, S. 73–110
  • Lutz Unbehaun: Hieronymus Lotter. Kurfürstlich-sächsischer Baumeister und Bürgermeister zu Leipzig, Leipzig 1989.
  • Lutz Unbehaun: Lotter, Hieronymus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 245 f. (Digitalisat).

Trivialliteratur[Bearbeiten]

  • Johannes Arnold: Hieronymus Lotter. Historischer Roman, Halle/Leipzig 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die NDB gibt abweichend als Sterbetag den 24. Juli 1580 an.
  2. Bettina Vaupel: Lotters Erbe darf nicht verlottern. Im sächsischen Geyer soll ein Renaissancehaus gerettet werden. In: Monumente. ISSN 0941-7125. 23. Jg, Nr. 2. April 2013. S.21-26.