Augustusburg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Augustusburg in Sachsen, Schlösser mit dem Namen Augustusburg unter Schloss Augustusburg.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Augustusburg
Augustusburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Augustusburg hervorgehoben
50.81444444444413.1516Koordinaten: 50° 49′ N, 13° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 23,41 km²
Einwohner: 4670 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09573
Vorwahl: 037291
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienberger Str. 24
09573 Augustusburg
Webpräsenz: www.augustusburg.de
Bürgermeister: Dirk Neubauer (parteilos)
Lage der Stadt Augustusburg im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild
Blick vom Schloss über Augustusburg

Augustusburg ist eine Kleinstadt in Sachsen. Benannt ist die Stadt nach dem weithin sichtbaren und landschaftsbeherrschenden Schloss Augustusburg, einem ehemaligen Jagdschloss der sächsischen Kurfürsten. Bekannt ist sie außerdem auch durch die Drahtseilbahn Erdmannsdorf-Augustusburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Augustusburg liegt im Erzgebirge, etwa 15 km östlich von Chemnitz, 5 km südöstlich von Flöha, 20 km südwestlich von Freiberg und 9 km nördlich von Zschopau im Landkreis Mittelsachsen. Die Stadt liegt auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern der Zschopau und der Flöha. Sie ist überwiegend von Wäldern umgeben. Höchster Punkt mit 516 m über NN ist der dominierende Schellenberg, auf dem sich das namensgebende Schloss Augustusburg befindet. Der niedrigste Punkt ist das Zschopautal mit ungefähr 300 m über NN.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Augustusburg umfasst die Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten]

1206 findet Schellenberg, eine Siedlung am Fuß der gleichnamigen Burg erstmals urkundliche Erwähnung. Die Burg Schellenberg war der Vorläufer der heutigen Augustusburg (Jagdschloss Augustusburg), der 1528 und 1547 Opfer von Bränden wurde. 1568 beauftragte Markgraf August I. Hieronymus Lotter mit einem Neubau, der bereits 1575 Augustusburg genannt wurde.[2] Der in nur vier Jahren entstandene mächtige Bau diente hauptsächlich als Jagd- und Lustschloss. Die Schlosslinde wurde im Jahre 1421 gepflanzt und zählt zu den ältesten Bäumen, deren Pflanzung konkret belegt ist. 1590 wurde der Name „Augustusburg“ auch auf das bisherige „Amt Schellenberg“ übertragen, welches seitdem Amt Augustusburg hieß. Im Juli 1899 erfolgte die Umbenennung der Stadt Schellenberg in Augustusburg. 1911 wurde die Drahtseilbahn errichtet, mit der die Stadt weiter an touristischer Bedeutung gewann. Diese positive Entwicklung setzte sich über alle Jahrzehnte hin fort. Eine attraktive Gestaltung des Ortes wurde mit der Sanierung des denkmalgeschützten Innenstadtbereiches erreicht.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Sommer 1933 etwa 120 NS-Gegner aus den umliegenden „Schutzhaftlagern“ inhaftiert und mussten Zwangsarbeiten verrichten. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Geschehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die ehemalige Gutssiedlung Jägerhof wurde am 1. März 1891 nach Schellenberg, ab 1899 Augustusburg, eingemeindet.[3] Am 1. Oktober 1995 wurde die ehemalige Gemeinde Grünberg ein Ortsteil von Augustusburg.[4] Erdmannsdorf (mit dem am 1. April 1929 eingegliederten Ort Kunnersdorf) und Hennersdorf folgten am 1. Januar 1999.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 – 5.770
  • 1983 – 5.704
  • 1984 – 5.659
  • 1985 – 5.648
  • 1986 – 5.639
  • 1987 – 5.618
  • 1988 – 5.555

1989 bis 1995

  • 1989 – 5.408
  • 1990 – 5.297
  • 1991 – 5.208
  • 1992 – 5.186
  • 1993 – 5.207
  • 1994 – 5.139
  • 1995 – 5.061

1996 bis 2002

  • 1996 – 4.998
  • 1997 – 5.121
  • 1998 – 5.195
  • 1999 – 5.283
  • 2000 – 5.332
  • 2001 – 5.345
  • 2002 – 5.232

2003 bis 2007

  • 2003 – 5.218
  • 2004 – 5.225
  • 2005 – 5.219
  • 2006 – 5.152
  • 2007 – 5.055
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenktafel am Nordeingang des Schlosses (→s.o. Geschichte)
  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Erdmannsdorf für vier unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch von einem Außenlager des KZ Flossenbürg im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
  • Gedenkstätte in Erdmannsdorf für alle Opfer des Faschismus
  • FIR-Denkmal in Erdmannsdorf für antifaschistische Widerstandskämpfer
  • Gedenkstein auf dem Gelände des Seniorenhauses in Augustusburg zur Erinnerung an 40 Heimbewohner, welche 1941 im Zuge des Euthanasieprogramms nach Pirna-Sonnenstein verbracht und dort ermordet wurden

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 54,6 % (2009: 57,0 %)
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
23,0 %
8,8 %
26,4 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-12,1 %p
-12,4 %p
-4,0 %p
+26,4 %p
+2,2 %p

Seit der Stadtratswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählergemeinschaft (WG): 7 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • DeinAugustusburg (DA): 4 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Partnerstädte[Bearbeiten]

Augustusburg ist eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Oerlinghausen in Nordrhein-Westfalen eingegangen; der Ortsteil Erdmannsdorf ist mit der Gemeinde Bücken in Niedersachsen und der Ortsteil Hennersdorf mit der Gemeinde Loitzendorf in Bayern partnerschaftlich verbunden.

Schlosshof der Augustusburg
Die Augustusburg aus der Ferne gesehen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Neben dem Schloss dominiert die evangelische Stadtkirche St. Petri (1845/1896) mit der Innenausstattung von Schilling & Graebner das Stadtbild. Zwischen Erdmannsdorf und der Stadt Augustusburg verkehrt eine Standseilbahn. Sehenswert ist außerdem die hölzerne Brücke über die Zschopau in Hennersdorf.

Museen[Bearbeiten]

Im Schloss Augustusburg befindet sich ein Motorradmuseum, ein Kutschenmuseum und ein Museum für Jagdtier- und Vogelkunde. Weitere Angebote im Schloss sind der Adler- und Jagdfalkenhof, Brunnenhaus, Turmgalerie und Schlossführung.

Freizeit/Sport[Bearbeiten]

Sportliche Aktivitäten bieten das Augustusburger Freizeitzentrum und die Drahtseilbahn. Diese pflegen die seit etwa 1910 bestehende Tradition des Wintersports im Ort. Es bestehen Möglichkeiten für Ski, Snowboard und Rodel. Im Sommer gibt es eine Sommerrodelbahn, Minigolf Klein-Erzgebirge, und einen großen Kinderspielplatz. Im Ortsteil Erdmannsdorf gib es ein Freizeitbad. Weiterhin findet auf dem Schloss seit 1970 traditionell jedes Jahr im Januar das international bekannte Motorradfahrer-Wintertreffen statt.

Patenschaften[Bearbeiten]

Augustusburg unterhält eine Patenschaft zu der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 im benachbarten Marienberg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftlich dominieren in Augustusburg Tourismus und Dienstleistungen.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr

Staatsstraßen führen nach Chemnitz, Flöha und Eppendorf.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Erdmannsdorf-Augustusburg befindet sich an der Zschopautalbahn. Die Drahtseilbahn Erdmannsdorf-Augustusburg, eine überregional bekannte Standseilbahn, verbindet den Ortsteil Erdmannsdorf mit Augustusburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, Seiten 36-45
  • Johann Gottlieb Harnisch: Chronik über Schellenberg-Augustusburg. Reutzel, Schellenberg 1860 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Schellenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 6. Heft: Amtshauptmannschaft Flöha. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 85.
  • Julius Ernst von Schütz: Historisch-Oeconomische Beschreibung von dem berühmten Schloß und Amte Augustusburg in Chur-Sachsen. Leipzig 1770 (Digitalisat)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN3-05-003728-8, Band I, S. 29.
  3. Karlheinz Blaschke (Hrsg): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, S. 344
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Augustusburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Augustusburg – Reiseführer