Hieronymus von Colloredo-Mansfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hieronymus von Colloredo-Mansfeld, Lithografie von Josef Kriehuber, 1836
Errichtung des Denkmals für Hieronymus Colloredo-Mansfeld bei Kulm, zeitgenössische Lithographie

Hieronymus von Colloredo-Man(n)sfeld (* 30. März 1775 in Wetzlar; † 23. Juli 1822 in Wien) war ein österreichischer General in den Napoleonischen Kriegen.

Familie[Bearbeiten]

Er war Sohn des Fürsten Franz de Paula Gundaker von Colloredo-Man(n)sfeld, der 1767-70 als Botschafter in Spanien, 1788-1806 als Reichsvizekanzler diente.

Leben[Bearbeiten]

Colloredo trat 1792 als Leutnant in die österreichische Armee, wohnte dem Zug des Generals Clerfait in die Champagne bei, machte als Kapitänleutnant die Feldzüge von 1793 und 1794 in Flandern mit und wurde 1794 Kapitän. 1796 machte er unter Wurmser den italienischen Feldzug mit, kämpfte als Oberst in der Schlacht bei Hohenlinden, zeichnete sich als Generalmajor unter dem Erzherzog Karl mit seiner Brigade bei Caldiero aus und wohnte auch dem Feldzug von 1809 in Italien bei, tat sich später als Feldmarschallleutnant bei Raab hervor und deckte den Rückzug nach Komorn. Am 4. September 1813 erhielt Graf Colloredo das Kommando über das erste Korps der österreichischen Hauptarmee. In dieser Funktion nahm er im Oktober 1813 an der Völkerschlacht bei Leipzig teil.

Rezeption[Bearbeiten]

Für ihn wurde 1825 im nordböhmischen Arbesau zur Erinnerung seiner Verdienste in der Schlacht bei Kulm ein Denkmal errichtet.

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Hieronymus von Colloredo-Mansfeld in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1868 vom böhmischen Bildhauer Emanuel Max Ritter von Wachstein (1810-1901) aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von Joseph Franz Hieronymus von Colloredo-Mannsfeld (1813–1895).[1]

In Leipzig gab es von 1903 bis 1950 eine Colloredostraße (heute Ernst-Toller-Straße).[2]

Der Jahrgang 2008 der Theresianischen Militärakademie, der Ausbildungsstätte für Offiziere des österreichischen Bundesheeres in Wiener Neustadt, wurde nach Hieronymus von Colloredo-Mansfeld benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel Verlag, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 32
  2. http://www.leipzig-lexikon.de/biogramm/Colloredo_Hieronymus.htm

Weblinks[Bearbeiten]