Theresianische Militärakademie

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Theresianische Militärakademie
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Motto A.E.I.O.U.
Gründung 14. Dezember 1751
Trägerschaft BMLVS (staatlich)
Ort Wiener Neustadt, Österreich
Kommandant Gerhard Herke
Website www.bmlv.gv.at
campus.milak.at
Burg von Wiener Neustadt
Theresianische Militärakademie vor 1870
Theresianische Militärakademie, Parkansicht, vor 1894

Die Theresianische Militärakademie (TherMilAk) ist die einzige Ausbildungsstätte für Offiziere des österreichischen Bundesheeres. Sie befindet sich in der Burg in Wiener Neustadt (Niederösterreich).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Theresianische Militärakademie wurde unter Maria Theresia am 14. Dezember 1751 mit dem Auftrag „Mach’ er mir tüchtige Offiziere und rechtschaffene Männer darauß“ an den ersten Kommandanten Feldmarschall Leopold Joseph von Daun gegründet und ist somit eine der ältesten Militärakademien der Welt. Als Besonderheit kann erwähnt werden, dass hier pro Jahr je 100 Adelige und 100 Bürgerliche aufgenommen wurden. Auch die Offiziere der Österreich-Ungarischen Armee wurden bis 1918 hier ausgebildet.

Die Bezeichnung Militärakademie trägt sie seit der Vereinigung mit der Pflanzschule für Kadetten im Jahr 1769. Bereits 1771 erschien ein vom Lokaldirektor Feldmarschalleutnant Johann Georg Carl Freiherr von Hannig ausgearbeiteter geregelter Studienplan und 1775 das von Maria Theresia sanktionierte Akademie-Reglement. Die Ausbildungszeit betrug damals elf Jahre und wurde schrittweise auf drei Jahre verkürzt.

Der berühmte steirische Erzherzog Johann von Österreich war 44 Jahre (von 1805 bis 1849) Oberdirektor der Theresianischen Militär-Akademie.

In der ersten Republik wurde die Ausbildung bis 1934 in Enns durchgeführt und anschließend wieder in Wiener Neustadt. Eine Besonderheit in der Zeit zwischen dem Austrofaschismus und dem Anschluss ist die Weigerung des Generalmajors Rudolf Towarek (1933–1938 Kommandant der Militärakademie), die Burg der in Österreich einmarschierten deutschen Wehrmacht zu übergeben. Er ließ die Wache mit aufgepflanzten Bajonett aufmarschieren und verweigerte so der Wehrmacht mehrere Tage den Zutritt zur Burg. Diese Tat hatte bis auf seine Pensionierung keine negativen Auswirkungen auf Generalmajor Towarek, er erhielt sogar die Erlaubnis, nach seiner Pensionierung weiterhin die österreichische Uniform zu tragen.

Von Oberst Erwin Rommel, dem späteren Generalfeldmarschall, wurde unmittelbar nach dem Anschluss eine Kriegsschule für die Offiziersausbildung eingerichtet, die er anfangs auch selbst leitete. Zu der Schule kam auch die Daun-Kaserne dazu.[1]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Burg durch Fliegerbomben, Brände und Plünderungen fast vollkommen zerstört. Sie brannte im April und Mai 1945 innerhalb von fast 14 Tagen restlos aus. Die übrig gebliebene Ruine wurde beim Wiederaufbau in den Jahren 1946 bis 1959 in ihrer historischen Form wiederhergestellt, das Innere jedoch den zeitlichen Erfordernissen angepasst. So konnte die Militärakademie im Jahr 1958 ihren Betrieb wieder aufnehmen.[2]

Hauptportal der Theresianischen Militärakademie

Nach der Gründung des Bundesheeres im Jahr 1955 war die Militärakademie nochmals bis 1958 in Enns untergebracht, von wo sie anschließend wieder in die Burg von Wiener Neustadt übersiedelte, nachdem die Beschädigungen durch den Zweiten Weltkrieg behoben worden waren.

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ist das Fahnenband der ersten Fahne der Militärakademie ausgestellt. Es wurde von Maria Theresia knapp vor ihrem Tod 1780 für die erste Fahne gestiftet, angeblich soll sie es persönlich bestickt haben. Unter dem Fahnenband befinden sich zwei Bilder (Gouachen) von Bernhard Albrecht (1758–1822). Albrecht war Zeichenlehrer der Militärakademie und schilderte auch die Zöglinge bei ihren militärischen und sportlichen Übungen.[3] So zeigen die Bilder Szenen wie „Übungsschießen mit Mörsern“ und „Balancierübungen der Kadetten auf dem hohen Balkensteg“. Die Blätter sind zwischen 1785 und 1793 entstanden.[4]

A E I O U[Bearbeiten]

Wappen und Siegelring der Akademie entstanden 1957 im Auftrag des Akademiekommandanten, Obst dhmD Ing. Josef Heck, nach einem Wettbewerb der Akademieangehörigen. Der von einer Jury ausgewählte Entwurf des Wappens stammte vom damaligen Hauptmann Adolf Polivka, der Ring wurde nach Entwurf des Hauptmanns Paul Wimmer ausgeführt. Eine detaillierte Erklärung findet sich im Jahrbuch Alma Mater Theresiana, Jahrgang 1956, S.64 ff. Die Insignien A.E.I.O.U. gehen auf den Wahlspruch Friedrichs III. zurück.

Die TherMilAk heute[Bearbeiten]

Der aktuelle Kommandant ist Generalmajor Norbert Sinn. Seit 1997 betreibt die Militärakademie auch Fachhochschulstudiengänge und kann auch von Zivilisten besucht werden. Im Abschlussjahrgang 2003 schlossen die ersten vier Frauen die Ausbildung an der Militärakademie positiv ab. Insgesamt wurden 3.576 Offiziere an der Theresianischen Militärakademie seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 1959 ausgebildet.

Es gibt zwei Studentenverbindungen als Hausverbindungen an der TherMilAk: Die Österreichische katholische akademische Verbindung THERESIANA (Ö.k.a.V. THERESIANA) und die Akademische Tafelrunde WIKING (Akad. TR! WIKING). Absolventen der Theresianischen Militärakademie können auch dem Absolventenverein Alt-Neustadt beitreten.

Aufnahmebedingungen[Bearbeiten]

Um für die Militärakademie in Wiener Neustadt zugelassen zu werden, ist neben einer Hochschulreife auch das positive Ableisten des Vorbereitungssemesters (VBS) notwendig, das im Zuge des Ausbildungsdienstes zwischen Jänner und Juli stattfindet. Während des Vorbereitungssemesters werden, durch eine Prüfung u. a. der Führungsfertigkeiten und psychischen sowie physischen Leistungsfähigkeit der Berufsoffiziersanwärter, die am besten geeigneten Kandidaten der Anwärter für die 40 Plätze auf der theresianischen Militärakademie ausgewählt.

Ausbildungsinhalt[Bearbeiten]

Dreijähriges intensives Studienprogramm mit dem akademischen Grad Bachelor der Militärischen Führung, zur Hebung der Psychischen und Physischen Leistungsfähigkeit. Nach bestandenem Abschluss Ausmusterung zur Truppe als Leutnant.

Absolventen der Militärakademie[Bearbeiten]

Ehrentafel im Speisesaal der MilAk

Absolventen vor 1918 (Jahr der Ausmusterung)[Bearbeiten]

Absolventen nach 1918 (Jahr der Ausmusterung)[Bearbeiten]

Kommandanten der MilAk (Auswahl)[Bearbeiten]

Zweite Republik[Bearbeiten]

Dienstgrad, Name Dienstzeit Bemerkung
Major Erwin Starkl 1955–1956 35. Kdt
Oberst Josef Heck 1957–1959 Oberst dhmfD; 36. Kdt
Generalmajor Erich Watzek 1959–1971 37. Kdt
GenMaj Alois Nitsch 1972–1980 38. Kdt
Divisionär Johann Philipp 1980–1984 39. Kdt
Divisionär Adolf-Erwin Felber 1985–1999 40. Kdt
Divisionär Karl-Heinz Fitzal 1999–2003 41. Kdt
Generalmajor Norbert Sinn 2003–2013 42. Kdt
Brigadier Gerhard Herke 2013–.... 43. Kdt

Besondere mit dem Gebäude der Theresianischen Militärakademie verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Oberst Erwin Rommel, der spätere Generalfeldmarschall, war vor dem Zweiten Weltkrieg vom 10. November 1938 bis 22. August 1939 Kommandeur einer „Kriegsschule“ (Offiziersschule) in Wiener Neustadt. Sie war im Gebäude der nach der Okkupation Österreichs sogleich aufgelösten Theresianischen Militärakademie untergebracht. Er kehrte auch nach dem Afrikafeldzug kurzzeitig nach Wiener Neustadt zurück.
  • Der spätere Bundespräsident Rudolf Kirchschläger war gegen Kriegsende Lehroffizier. Als Kommandant führte er am 1. April 1945 eine gegen die sowjetischen Truppen ausgerückte Fahnenjunker-Einheit. Die Zeitschrift Profil berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. April 2005, dass dabei innerhalb weniger Stunden 200 Kadetten getötet und mehrere hundert verwundet wurden, er selbst erlitt dabei eine schwere Beinverletzung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Christoph Allmayer-Beck: Militärakademie – Kriegsschule – Fahnenjunker-Schule. Wiener Neustadt 1938–1945. Böhlau, Wien u.a. 2010, ISBN 978-3-205-78459-3.
  • Alfred Hrubant: Offiziersausbildung. Die Ausmusterungsjahrgänge der 2. Republik. Festschrift. Hrsg. von der Theresianischen Militärakademie, Wien 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theresianische Militärakademie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Theresianische Militärakademie – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der TherMilAk auf der Akademischen Tafelrunde WIKING zu Wiener Neustadt abgerufen am 1. Februar 2010
  2. Virtuelle Burgführung am Studienportal der Theresianischen Militärakadmie
  3. Liselotte Popelka: Heeresgeschichtliches Museum Wien. Graz, Köln, 1988 S. 32.
  4. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal II - Das 18. Jahrhundert bis 1790. Kiesel Verlag, Salzburg 1983, S. 86 f.
  5. Siehe zu diesem Abschnitt: Ralf Georg Reuth: Erwin Rommel. Des Führers General. Piper, München 1987, ISBN 3-492-15222-8, S. 14–27; David Fraser: Rommel. Die Biographie. Siedler, Berlin 1995, ISBN 3-88680-559-X, S. 86–115; Maurice Philip Remy: Mythos Rommel. List, München 2002, ISBN 3-471-78572-8, S. 31–43; Das Deutsche Heer, Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung am 3. Januar 1939, Bad Nauheim 1953.

47.8096416.24543Koordinaten: 47° 48′ 35″ N, 16° 14′ 44″ O