Horten (Norwegen)

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Dieser Artikel behandelt die norwegische Gemeinde. Eine Übersicht zu anderen Bedeutungen des Wortes „Horten“ ist unter Horten zu finden.
Wappen Karte
Horten komm.png Lage von Horten in Vestfold
Basisdaten
Regierungsbezirk: Vestfold
Verwaltungssitz: Horten
Fläche: 70 km²
Einwohner: 26.307
(1. Januar 2012)
Bevölkerungsdichte: 376 Einwohner je km²
Geografische Lage: 59° 25′ N, 10° 26′ O59.42083333333310.432777777778Koordinaten: 59° 25′ N, 10° 26′ O
Offizielle Sprachform: Bokmål
Offizielle Website: horten.kommune.no
Politik
Bürgermeister: Børre Jacobsen
(H)
Wahl:
2011

Horten ist eine Stadtkommune in der norwegischen Provinz Vestfold. Es ist eine Küstenstadt zwischen Holmestrand im Norden und Tønsberg im Süden. Die Kommune grenzt an Re und Tønsberg. Die Kommune umfasst die Stadt Horten und die Ortschaften Kirkebakken (Borre), Nykirke, Åsgårdstrand und Skoppum. Zum Stadtgebiet gehören die Inseln Bastøy, Løvøya, Mellomøya und Østøya. Die etwas nördlich des Ortsteils Karljohansvern liegende kleine Insel Vealøs mit der 1852–59 erbauten FestungNorske Løve“ wird von der norwegischen Marine noch militärisch genutzt. Bastøy ist eine Gefängnisinsel. Geologisch liegt die Stadt in der Region des Oslograbens.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Kommune finden sich Spuren der Besiedlung aus dem Steinzeitalter. Die Borrehaugene im Borre Nationalpark zeugen davon, dass die Kommune in der Wikingerzeit ein Machtzentrum war. Der Fundort Borre umfasst die größte Ansammlung monumentaler Grabhügel aus der Zeit von 600–900 n.Chr. und ist heute Teil eines etwa 18 Hektar umfassenden archäologischen Nationalparks. Neun erhaltene monumentale Grabhügel neben ehemals drei weiteren großen Grabhügeln waren primär vom Oslofjord, aus sichtbar. Von den ursprünglich zwölf Monumentalgräbern wurde eines im Jahr 1852 bei der Entnahme von Schüttmaterial für den Straßenbau teilweise zerstört. Die nachfolgenden Grabungen ergaben eine Schiffsbestattung mit einem 17-21 m langen Wikingerschiff. Aufgrund der Funde steht dieses Monument in direktem Zusammenhang mit den weltbekannten Wikingerschiffen von Gokstad, Oseberg und Tune. Seit dem Jahre 1582 ist Horten ein Fährort für die Fähre zwischen Horten und Moss.

Durch die königliche Resolution vom 21. November 1818 wurde bestimmt, dass der Hauptstützpunkt der Marine in Horten angelegt werden sollte. Dies geschah, ohne dass der Kronprinzregent Karl Johan die Angelegenheit dem Parlament (Storting) vorgelegt hatte. Es vergingen 10 Jahre von der Fassung des Beschlusses, bis das erste Schiff auf der „Horten Verft“ vom Stapel gelassen wurde. Am 25. August 1828 ging die Baunummer 1, die Fregatte Freia, zu Wasser. Als die Marine ihr Hauptquartier im gleichen Jahr von Frederiksvern[1] bei Larvik nach Horten verlegte, wurde die Werft in „Marinens Hovedverft“ umbenannt. Im Jahre 1854 verlieh König Oskar I. ihr zu Ehren seines Vaters, Karl XIV. Johann von Schweden, dem ehemaligen französische Marschall Bernadotte, den Namen „Carljohansvern Verft“. Horten ist seit 1820 Standort des Musikkorps der Königlichen Norwegischen Marine. 1864 wurde eine Seekriegsschule gegründet.

Karljohansvern Werfttor

Die Hauptwerft der Marine wurde 1968 zur staatlichen Horten Verft A/S, die eine Zeit lang mit gut 2.000 Angestellten das wirtschaftliche Rückgrat der Kommune darstellte. Das Unternehmen ging 1987 in Konkurs, und der Betrieb wurde eingestellt. Auf dem einstigen Werftgelände entstand ein Industriegebiet, Horten Industrial Park (HIP), mit mehreren Unternehmen, vor allem der Elektronikindustrie.

Der Hauptstützpunkt der Marine wurde 1963 von Karljohansvern nach Bergen verlegt. Auf dem Gelände der Marinebasis bestehen heute zwei wichtige Museen, das Marinemuseum und das Fotomuseum. Seit 2006 ist das gesamte Areal der ehemaligen Marinebasis mit seinen 73 historischen Gebäuden als geschichtliches Monument geschützt.

Horten erhielt 1907 Stadtrecht und das erste Stadtwappen, das durch König Håkon VII. genehmigt wurde.

Die Kommunen Borre und Åsgårdstrand wurden 1965 zusammengelegt. Horten und Borre wurden am 1. Januar 1988 zur Borre kommune. Am 1. Juni 2002 änderte die Kommune ihren Namen in Horten Kommune.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marinemuseum
Preus Museum
  • Marinemuseet - das Marinemuseum in Karljohansvern, das älteste Museum dieser Art auf der Welt, gegründet 1853. Viele Schiffe können besichtigt werden, darunter die KNM Rap, das erste Torpedoboot der Welt, von 1873.
  • Preus Museum - das nationale norwegische Museum für Fotografie mit Sammlungen norwegischer und internationaler Fotografien sowie zur technischen Entwicklung von der Camera obscura bis zur Digitalkamera. Das Museum befindet sich im gleichen Gebäude wie das Marinemuseum.
  • Borrehaugene - Borre Nationalpark - enthält die Gräber von Königen aus der Wikingerzeit. Der Park hat eine Fläche von 182.000 m² und hat die größte Sammlung von Königsgräbern in Skandinavien. Von 1989 bis 1991 wurden neue Ausgrabungen in und um den Park vorgenommen. Diese gaben eine interessante Auswahl von Kunst- und Handwerksgegenständen frei, von denen viele im Wikingerschiff-Museum in Oslo zu sehen sind. Der Stil dieser Gegenstände wurde als Borrestil bekannt. Er ist durch seine schönen Tier- und Knotenornamente charakterisiert, die oft benutzt wurden um Rüstungen zu verzieren. Die Funde bestätigen auch, dass hier ein Wikingerschiff verschüttet wurde. Im Besucherzentrum Midgard befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Region.
  • Edvard Munchs Haus in Åsgårdstrand, in dem Edvard Munch längere Zeit lebte und wo er viele Motive für seine Bilder fand.
  • Kirche Nykirke im gleichnamigen Ortsteil, aus dem 12. Jahrhundert, 1686 und 1849 erneuert, ist dem St. Nikolaus gewidmet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Francis Hagerup (1853-1929), norwegischer Politiker, Jurist, Diplomat und Ministerpräsident
  • Kristin Halvorsen (*1960) Finanzministerin Norwegens
  • Finn Ronne, norwegisch-amerikanischer Antarktisforscher
  • Herman Smith-Johannsen, norwegisch-kanadischer Skilangläufer
  • Harald Aleksander Strøm, Fußball-Nationalspieler Norwegen (16 Einsätze, 5 Tore von 1918 bis 1927)
  • Olaf Tufte (*1976), Weltklasseruderer, zweifacher Olympiasieger
  • Jørgen Kosmo (*1947), Politiker der Arbeiterpartei, 1993-1997 Verteidigungsminister, 2001-2005 Präsident des Storting
  • Leif Preus (*1928), Fotograf, Gründer von Preus Fotografie und des Preus Museums

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Horten - weitere Bedeutungen von Horten

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Ort heißt seit 1830 Stavern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Horten – Reiseführer