Hotel Louis C. Jacob

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Hotel Louis C. Jacob
Hotelallianz Leading Hotels of the World
Feine Privat Hotels
L’Art de Vivre
Stadt DeutschlandDeutschland Hamburg
Adresse Elbchaussee 401-403
Website www.hotel-jacob.de
Hotelinformationen
Eröffnung 1. Juli 1791
Besitzer Hotel Louis C. Jacob GmbH (Betreiber)
Leitung Jost Deitmar
Klassifizierung 5 Sterne Superior[1]
Auszeichnungen diverse, siehe Auszeichnungen
Ausstattung
Zimmer 85
Restaurants 3
Bars 1
Foto des Hotels

53.5504444444449.8436666666667Koordinaten: 53° 33′ 2″ N, 9° 50′ 37″ O Das Hotel Louis C. Jacob ist ein 5-Sterne-Superior-Hotel in Hamburg-Nienstedten. Es liegt an der Elbchaussee 401–403, etwa 150 Meter östlich der Nienstedtener Kirche und circa 430 Meter westlich des Internationalen Seegerichtshofes unmittelbar am Elbuferhang mit beidseitig weitem Blick auf ein- und auslaufende Schiffe.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Hotelgrundstückes geht bis zum Jahre 1625 zurück. Dokumente belegen, dass ein Bauer namens Heinrich Lüdemann den sogenannten "Kätner Hof" 1648 an den Nienstedter Pastor Tobias Fabricius Schmidt verkaufte. Nach mehreren Zwischenbesitzern gelangte das Haus 1765 in den Besitz von Margaretha Catharina Burmester. Diese vererbte es ihrem Sohn Nicolaus Paridom Burmester, einem Zuckerbäcker. Er hatte das Faible, jedes ankommende und auslaufende Schiff vom Elbufer mit drei Böllerschüssen aus einer extra dafür hergestellten Kanone zu begrüßen. Am 18. Juni 1790 ging die Kanone nach hinten los und tötete Burmester. [2]

Otto Speckter: Hamburger Honoratioren auf der Terrasse des Jacob (1847)

Ab 1791 Lindenterrasse[Bearbeiten]

Der französische Landschaftsgärtner Daniel Louis Jacques, der sich später eingedeutscht Louis Jacob nannte, kam aufgrund der Wirren der Französischen Revolution 1791 nach Hamburg. Er verliebte sich in die Witwe Burmester, heiratete sie und kaufte ihr das Anwesen für 3000 Goldmark ab.[3]

Am 1. Juli 1791 eröffnete das Haus direkt an der Elbe erstmals als Beherbungsbetrieb mit angeschlossener Weinstube. Zusätzlich gilt der Landschaftsgärtner Jacob als Begründer der parkähnlichen Grünanlagen am Nienstedtener Elbhang und der berühmten Lindenterrasse. Von Beginn an florierte der Betrieb so gut, dass Jacobs Tochter den damaligen Hamburger Bürgermeister Hachmann heiraten konnte. Jacob war auch mit der Champagnerwitwe Cliquot-Ponsardin befreundet. Eine offizielle Schankkonzession für das Haus bekam er 1802 aus Kopenhagen: Die holsteinische Landgemeinde Nienstedten befand sich damals wie die Stadt Altona unter dänischer Krone.

Ab den 1850er Jahren wurde das Jacob als Sehenswürdigkeit in Reiseführern genannt.

Ab 1900 Hotel[Bearbeiten]

Von einem Hotel wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts gesprochen. Bekannte Gäste zu dieser Zeit waren Carl Laeisz, Salomon Heine, Kronprinz Friedrich Wilhelm und der Reichskanzler Wilhelm Cuno. 1902 logierte der Maler Max Liebermann über einen längeren Zeitraum im Hotel und malte Ansichten der (schon damals) berühmten Lindenterrasse. (Heute kann man im gesamten Hotel Louis C. Jacob mehr als 500 Originale von Malern und Grafikern des 19. und 20. Jahrhunderts besichtigen.)

1922 ging das Haus in fünfter Generation auf Louis Carl Matthias Jacob über. Er war der erste aus der Familie, der das Haus nicht selber führte, sondern die Führung der Louis Jacob GmbH überließ. Seit 1925 gab es verschiedene Pächter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus ein Transit-Hotel für Offiziere, anschließend ein Kinderheim. Ab 1949 wurde das Haus wieder als Hotel genutzt.

Mit dem Pächter Jürgen Parbs fand das Hotel wieder zur alten Pracht. Prominente wie Erich Kästner, Henry Miller, Zarah Leander, Maria Callas, sowie Sepp Herberger waren Gäste des Hauses. 1956 wurde das Gebäude einschließlich des Gartens in die Hamburger Denkmalliste eingetragen. In den 1960er Jahren kam es zu mehreren Skandalen, und Pächter Parbs gab das Hotel kurze danach auf.

1970 wurde das Inventar des Hauses versteigert, die meisten Objekte vom neuen Pächter Armin Gustav und der Erbengemeinschaft der Jacobs per Vorkaufsrecht ersteigert. 1975 zog sich Armin Gustav zurück. Die nachfolgenden Pächter wechselten schnell und das Haus hatte bald Anzeichen des Verfalls.

Ab 1992 Luxushotel[Bearbeiten]

1992 kaufte der Hamburger Kaufmann Horst Rahe das Haus und entwickelte das „alte Jacob“ zu einem modernen Luxushotel.[4] Durch den Erwerb weiterer Bauten auf der gegenüberliegenden Seite der Elbchaussee und der Untertunnelung der Elbchaussee entstand ein Gebäudekomplex, der dem Denkmalschutz wie auch modernen Ansprüchen gerecht wurde. Bei der Renovierung fand man unter dem Putz verborgene Wandmalereien, die freigelegt und restauriert wurden. Auch ein historischer Eiskeller wurde entdeckt, der ab 1866 zur Aufbewahrung von frischen Waren gedient hatte. 1996 wurde der Eiskeller in der Denkmalliste unter der Nummer 433 ergänzt.[5]

Seit 2002 ist das Hotel Mitglied von The Leading Small Hotels of the World . Hoteldirektor ist seit 1997 der Emsdettener Jost Deitmar.

Das Hotel Louis C. Jacob hat über 85 Zimmer und Suiten. Das Jacobs Restaurant unter Küchenchef Thomas Martin wurde mit zwei Michelin-Sternen und 18 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Es gibt die Lindenterrasse, die Weinwirtschaft Kleines Jacob, eine Bar, verschiedene Veranstaltungsräume sowie den historischen Eiskeller für Events.

2008 eröffnete das Hotel mit dem CARLS einen gastronomischen Ableger in der Hamburger HafenCity gegenüber der entstehenden Elbphilharmonie. Das Konzept umfasst ein Bistro, eine Brasserie – norddeutsche Küche mit französischem Akzent – sowie eine "Bar & Salon Privé" für Veranstaltungen.

Im Juli 2009 wurden im Hotel Louis C. Jacob Robert Redford und Sybille Szaggars kirchlich getraut.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Hotel bzw. das Hotelrestaurant und seine Mitarbeiter haben diverse Auszeichnungen erhalten. Auswahl:

  • 2 Sterne für Jacobs Restaurant seit 2011 (Guide Michelin)
  • 4,5/5 Kochlöffel für Jacobs Restaurant (Schlemmer Atlas 2009)
  • 4/5 Kochmützen für Jacobs Restaurant (Der Große Restaurant & Hotel Guide 2009)
  • Oberkellnerin des Jahres 2009 für Jana Steffen (Schlemmer Atlas 2009)
  • 18 Punkte/3 Kochhauben für Jacobs Restaurant (Gault-Millau 2009)
  • 5 Sterne für das Hotel (Schlemmer Atlas 2008)
  • Platz 2 der besten Stadthotels Deutschlands (Hornstein-Ranking 2008)
  • 2 Sterne für Jacobs Restaurant (Guide Michelin)
  • Hotelier des Jahres für Jost Deitmar (Gault-Millau 2005)
  • Hotel des Jahres (Schlummer Atlas 2003)
  • Hotel-Manager des Jahres für Jost Deitmar (Schlemmer Atlas 2003)
  • Koch des Jahres für Thomas Martin (Gault-Millau 2002)

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grobecker, Kurt: Zwei Jahrhunderte Restaurant- und Hotelgeschichte, Ernst Kabel Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-8225-0393-2
  • Zganiacz, Werner: Die Ahnengalerie des Hauses Jacob, Blankeneser Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-9802-4315-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hotelrestaurant Louis C. Jacob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsch Hotelklassifizierung. abgerufen am 16. Juli 2014
  2. Geschichte, abgerufen am 2. September 2013
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHandelskammer Hamburg März 2005. Abgerufen am 28. Dezember 2008.
  4. 1992 Luxushotel, abgerufen am 1. September 2013
  5. Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 21. November 2012, S. 58 (PDF-Datei, 894 KB)
  6. http://www.dcrs.de/robert-redford-hollywood-star-heiratet-sibylle-szaggars,366858