Hubert Distler

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Hubert Distler (* 13. Juli 1919 in Lindau; † 1. Juni 2004 in Grafrath (München)) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Distler lebte vorwiegend in Grafrath bei München. Während des Kriegsdienstes entstanden erste Aquarelle und Zeichnungen. 1942 nahm er ein Studium bei Franz Klemmer an der Akademie der bildenden Künste in München auf, der Kirchenmalerei lehrte. 1943 wurde er wieder einberufen und bei Nikolajew schwer verwundet, er verlor ein Bein.

Nach Kriegsende setzt er in den Jahren von 1947 bis 1952 sein Studium bei Klemmer fort.

In der Mitte der 1950er Jahre ergab sich eine Zusammenarbeit mit namhaften Architekten, er entwarf für sie vorwiegend Kirchenausstattungen, schuf aber auch Grafiken und Holzschnitte. Eine besonders intensive Zusammenarbeit ergab sich mit den Architekten Franz Lichtblau, Olaf Andreas Gulbransson und Theo Steinhauser, die seinen eigenwilligen, häufig christliche Symbolik stark abstrahierenden Stil, besonders schätzten.

Zu seinen Werken zählen Glasfensterentwürfe, Deckenfresken, Kruzifixe, auch gestaltete er Orgelgehäuse.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Evangelische Krankenhauskapelle (Ingolstadt), Fenster, 1955 (jetzt Evangelische Jakobuskirche Wettstetten)
  • Evangelische Johanneskirche Taufkirchen/Vils, Fresken, 1956
  • Evangelische Thomaskirche Augsburg, Fresken, Altargemälde 1961
  • Evangelische Martinskirche Hamburg-Rahlstedt, Fenster, 1961
  • Evangelisch-lutherische Michaelskapelle (Dietramszell) Altarrosette und Holzrelief, 1961
  • Kreuzkirche Kulmbach, Fenster, 1962
  • Evangelisch-lutherische Christuskirche (Steinen, Südbaden), Altarfresko, Altarkreuz, Glasfenster, 1962
  • Evangelisch-lutherische Christophoruskirche in Göttingen-Weende, Altarraum- und Emporenrelief, Altarfenster, 1964
  • Evangelisch-lutherische Immanuelkirche München-Denning, Altarfresko und Fenster, 1966
  • Evangelisch-lutherische Versöhnungskirche Geretsried/Obb., Holzfries, 1970
  • Emmauskirche (München), 1970
  • Johanneskirche Bad Tölz, Deckengemälde, 1970
  • Evangelischer Thomaskirchsaal, Aschaffenburg, Altar, Kanzel, Kreuz, Leuchter, Altarbild, 1971
  • Evangelisch-lutherische Laurentius-Kirche in Unterringingen, Bilder an Empore und Kanzel, 1979
  • Evangelisch-lutherische Vaterunser-Kirche München-Oberföhring, Fresken, 1979
  • Ausgestaltung des Gemeindesaals der Kreuzkirche München-Schwabing, 1980
  • Evangelische St. Johanneskirche (Ingolstadt), Altar- und Deckenausmalung ca. 1980
  • Altarfresko in der Evangelischen Stadtkirche Bad Reichenhall, 1981
  • Evangelisch-lutherische Christuskirche (Bad Aibling), Ausmalung Apsis, 1982
  • St. Peter und Paul Augsburg, Fenster, 1985
  • Evangelische Michaelkirche Grafrath, Fries, 1987
  • Evangelische St. Laurentius-Kirche in Fröhstockheim, Kassettendecke aus Holz bemalt
  • Evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Mykolajiw (russisch: Николаев/Nikolajew), Nikolajew Kirchen-Glasfenster „Auferstehung Christi von den Toten“ (ru:Николаевская кирха)

Literatur[Bearbeiten]

  • DG-Künstlerlexikon (Hefte der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst), NF 2, 1995.
  • Das Münster, Zeitschrift für christliche Kunst, Heft 22, 1969, S. 149-167
  • Susanna Partsch in: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), Band XXVIII, 2001.
  • Andreas Hildmann: Die evangelische Johanneskirche zu Bad Tölz. Hrsg.: Evang.-Luth. Pfarramt Bad Tölz. Lindenberg 2005. ISBN 3-89870-233-2
  • Karin Berkemann: "Die Himmel wechseln ihre Sterne". Begegnungen mit modernen Gottesdiensträumen der hannoverschen Landeskirche, in: Heinrich Grosse u. a. (Hg.): Kirche in bewegten Zeiten. Proteste, Reformen und Konflikte in der hannoverschen Landeskirche nach 1968, Hannover 2011, S. 421-446
  • Peter Poscharsky: Kirchen von Olaf Andreas Gulbransson, München 1966

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hubert Distler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien