Hubert Weinzierl

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Hubert Weinzierl (* 3. Dezember 1935 in Ingolstadt) ist ein deutscher Natur- und Umweltschützer. Weinzierl engagiert sich seit fünf Jahrzehnten in der Ökologiebewegung und gilt als die Integrationsfigur „von klassischem Naturschutz und moderner Umweltpolitik“ in Deutschland.[1]

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Unternehmers Paul Weinzierl und seiner Frau Thekla (geborene Waldherr) besuchte das Reuchlin-Gymnasium und studierte Forstwissenschaft an der Universität München. Dieses Studium schloss er 1958 als Diplom-Forstwirt ab. Es folgte das Referendariat in der Bayerischen Staatsforstverwaltung und das Studium praktischer Landwirtschaft. Seit dieser Zeit betätigt er sich als Unternehmer sowie Land-, Forst- und Teichwirt.

Bereits seit 1953 in der Naturschutzbewegung aktiv, wurde Weinzierl 1964 ins Präsidium des Deutschen Naturschutzrings e.V. (DNR) berufen. Von 1965 bis 1972 war er ehrenamtlicher Regierungsbeauftragter für Naturschutz in Niederbayern. 1969 bis 2002 war er Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. Mit Weinzierl kam die Wende im Bund Naturschutz vom unpolitischen und eher geselligen Verein zum naturschutz- und umweltpolitischen Interessenverband sowie die bundesweite Ausdehnung zum BUND.

Hubert Weinzierl (links) mit Hubert Weiger, 1994

Als Sonderbeauftragter des Deutschen Naturschutzrings (DNR) organisierte er 1970 das Europäische Naturschutzjahr. Von 1983 bis 1998 stand er an der Spitze des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Weinzierl nahm als Mitglied der deutschen Delegation am Erdgipfel von Rio 1992 und zehn Jahre später am Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg teil.

Von Dezember 2000 bis 2012 war er Präsident des DNR, seit 2001 ist er Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung und seit März 2005 Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Heute lebt der Land- und Forstwirt mit seiner Frau, der katholischen Theologin Beate Seitz-Weinzierl, in Wiesenfelden in Niederbayern, wo beide ein Umweltbildungszentrum aufgebaut haben. Weinzierl: „Meine Aufgaben drängen mich immer wieder nach Berlin und an Verhandlungstische, aber meine Seele lebt im Bayerischen Wald, wo meine Frau und ich mit vielen Tieren zusammen unsere Heimat haben und Kraft schöpfen.“[2]

Nach Auseinandersetzungen zwischen Weinzierl und seinem Nachfolger als Vorsitzender des Bund Naturschutz Hubert Weiger wird das Umweltinformationszentrum auf Schloss Wiesenfelden von Weinzierl privat und nicht mehr durch das Bildungswerk des Bund Naturschutz betrieben.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

"Das Sterben der Wälder wird unsere Länder stärker verändern als der zweite Weltkrieg."[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesumweltminister Jürgen Trittin gratuliert Hubert Weinzierl zur Wahl als DNR-Präsident BMU vom 9. Dezember 2000
  2. Hubert Weinzierl zum 70. Geburtstag Umweltschutz-NEWS vom 5. Dezember 2005
  3. NOVO 79, S. 16ff. "Begrabt das Waldsterben", NOVO 79, S. 16ff.