Humboldt-Box

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Humboldt-Box
Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Daten
Ort Berliner Spreeinsel in Berlin-Mitte
Bauherrin Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Baujahr Beginn 2009
Abriss geplant
Höhe 28 m
Grundfläche 3000 m²
Koordinaten 52° 31′ 4″ N, 13° 24′ 2″ O52.51787222222213.400427777778Koordinaten: 52° 31′ 4″ N, 13° 24′ 2″ O
Die Humboldt-Box im Juni 2011
Humboldt-Box bei Nacht
Blick aus der Humboldt-Box auf die Schloßbrücke und die Karl-Liebknecht-Straße

Die Humboldt-Box ist ein 2011 eröffnetes zeitweiliges Ausstellungsgebäude am Berliner Schloßplatz gegenüber dem Lustgarten im Berliner Stadtteil Mitte. Obwohl sie ein Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist, wurde sie privat finanziert. Zum Zweck der Suche nach Geldgebern erfolgte eine Ausschreibung[1]. Im September 2009 erhielt die Firma Megaposter den Zuschlag.

Das zentrale Ausstellungsthema der Box sind die Geschichte des Berliner Schlosses und der Bau des Humboldt-Forums, dessen Grundsteinlegung im Sommer 2013 stattfand. Darüber hinaus informieren Ausstellungen über die Ideen neuer und interaktiv gestalteter Ausstellungskonzepte, die für das Humboldt-Forum entwickelt werden. Hier stehen die außereuropäische Sammlung und globale Themen aus Kultur- und Wissenschaftswelten im Mittelpunkt. Im Jahr 2013 besuchten 136.000 Besucher die Humboldt-Box.[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Gebäude mit Aussichtsterrassen und Dachrestaurant ist 28 Meter hoch und hat eine Fläche von 3000 Quadratmetern.[3][4] Eine Etage des Gebäudes dient auch als Veranstaltungsebene. Nach Fertigstellung des Humboldt-Forums soll die Humboldt-Box wieder abgebaut werden. Ein genauer Zeitpunkt dafür wurde noch nicht benannt, der Betreiber gibt jedoch das Jahr 2019 als wahrscheinlich an[5].

Die Ausstellungen in der Humboldt-Box werden von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum sowie den zukünftigen Akteuren im Humboldt-Forum, dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Humboldt-Universität und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.[6] gestaltet. Außerdem engagiert sich der Förderverein Berliner Schloss e.V. um für Spenden zur Produktion von Repliken der Schlossfassade die im Forum integriert werden sollen, zu werben.

Mit der Umsetzung der Verhüllung des Brandenburger Tores im Jahr 2000/2002 ("Das Brandenburger Tor", Jovis Verlag GmbH, S. 193ff.) engagierte sich Megaposter, das die Ausschreibung für die Humboldt-Box gewann erstmals in der Restaurierungsfinanzierung mit Hilfe großformatiger Werbeaktionen. Die Restaurierung von Denkmälern wie das Charlottenburger Tor oder der Gebäude des Strandbad Wannsee folgten.

Zeitweise wurde die Humboldt-Box als großformatige Werbefläche benutzt.[7] Zwei Jahre nach Eröffnung der Humboldt-Box konnte der 500.000. Besucher begrüßt werden.

Kritik[Bearbeiten]

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die die Ausstellungen in der Humboldt-Box mitgestaltet, hob hingegen hervor, dass „man die Hauptstadt nun endlich so sehen könne, wie sie vom Humboldt-Forum aus aussehen würde“.[8] Von verschiedenen Seiten werden die Höhe und der Standort kritisiert, wodurch die Straße Unter den Linden mit diesem Bau abgeriegelt erscheint, auch die Sicht auf den Dom wird teilweise verstellt. Thomas Flierl, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Partei Die Linke befürchtete, die Box könne sich zu einem „Monument des Scheiterns“ entwickeln, das lediglich zur Spendenakquise diene[9].

Pressestimmen[Bearbeiten]

  • „[a]m zentralsten Punkt der Stadt [sei] ein Gebäude entstanden, dessen asymmetrische Kubatur und knallig-türkise Farbgestaltung zwar Kritik provoziert, von der Bevölkerung aber ganz sicher begeistert aufgenommen werden wird.“[10]
  • „Wunderbare Humboldt-Box” hieß eine Titelgeschichte die die Entwicklung seit Eröffnung wertschätzte[11].
  • „Die Box als Magnet" schrieb eine weitere Zeitung[12] anlässlich des 250.000 Besuchers.
  • Eine Zeitung nannte sie in der ein Provisorium, das die „zeitgemäße Form kulturstaatlichen Scheiterns“ darstelle.[8]
  • „Architektonisches Monstrum in galaktischen Ausmaßen“[13].

Weiteres[Bearbeiten]

Die Humboldt-Box spielt in dem Musikvideo Glanz und Gloria von Alexander Marcus als imaginärer Partyort ein zentrale Rolle. Das Bauwerk wird dabei mit verschiedenen Illuminationen gezeigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Ammon, Eva Maria Froschauer, Julia Gill, Constanze A. Petrow, Netzwerk Architekturwissenschaft (Hrsg.): z.B. Humboldt-Box. Zwanzig architekturwissenschaftliche Essays über ein Berliner Provisorium, transcript-Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2671-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Humboldt-Box – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Humboldt-Box kann doch gebaut werden. In: Tagesspiegel. 15. Juli 2008, gesehen am 14. Juni 2011
  2. Ausflugsziele in Deutschland - Zahlen Abgerufen am 7. Mai 2014.
  3. Information von Megaposter. gesehen am 14. Juni 2011
  4. Berliner Humboldt-Box öffnet Ende Juni. auf: rbb-Nachrichten. 24. April 2011, gesehen am 14. Juni 2011
  5. Information auf humboldt-box.com, gesehen am 24. Juni 2011
  6. Kooperation Veröffentlichungen von humboldt-box.com, abgerufen am 8. November 2013
  7. Die Box, da Schloss Auf: Humboldt-Box, Webcam, Live online, abgerufen am 26. August 2013
  8. a b Andreas Kilb Die Box kommt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juli 2010 FAZ-Online
  9. Kathleen Fietz: Aussichtslos.
  10. Die Kiste der Republik hat Panoramablick Isabell Jürgens und Gabriela Walde In: Welt Kompakt vom 30. Juni 2011 Welt online, gesehen am 26. März 2012
  11. Wunderbare Humboldt-Box In: Berliner Morgenpost vom 25. Februar 2012 Morgenpost-Onlineprintarchiv
  12. Lothar Heinke Magnet Humboldt-Box. In: Der Tagesspiegel vom 14. Februar 2012 Tagesspiegel-Online, abgerufen am 8. November 2013
  13. Lothar Heinke Der Großklotz vom Schlossplatz In: Tagesspiegel vom 11. Juni 2011 Tagesspiegel-Online, gesehen am 14. Juni 2011