Berliner Dom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berliner Dom auf der Spreeinsel in Mitte

Der Berliner Dom (eigentlich Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte ist eine evangelische Kirche im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, die hier Museumsinsel genannt wird. Er ist eine der größten protestantischen Kirchen Deutschlands und die größte Kirche Berlins.[1]

Der 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtete Dom gehört zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten in Deutschland. Das denkmalgeschützte Gebäude besteht aus der zentralen Predigtkirche unter der Kuppel sowie der Tauf- und Traukirche. Das Hauptportal befindet sich auf der Westseite des Gebäudes am Lustgarten. In der Gruft des Doms ruhen zahlreiche Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Die Kuppelkonstruktion wurde 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

Die Gesamthöhe beträgt 116 Meter auf einer Grundfläche von etwa 73 Meter × 93 Meter (ursprünglich 73 Meter × 114 Meter vor Abriss der Denkmalskirche). Die Kuppel hat eine Scheitelhöhe von 74,8 Metern bei einem Durchmesser von 33 Metern.[2] Der Dom bietet etwa 1650 Sitzplätze.[3]

Im Berliner Dom finden neben den regelmäßigen Gemeindegottesdiensten auch Gottesdienste anlässlich von Staatsakten oder wichtigen politischen Ereignissen der Bundesrepublik Deutschland statt.

Vorgängerbauten[Bearbeiten]

Der Berliner Dom, Gemälde von Carl Hasenpflug, 1825

Die Geschichte eines Doms auf der Spreeinsel reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im gerade fertiggestellten kurfürstlichen Schloss wurde 1450 die Erasmus-Kapelle geweiht, die 1465 von Papst Paul II. zum Kollegiatstift, zur Domkirche, erhoben wurde.

Nachdem Joachim II. im Jahr 1535 Kurfürst geworden war, ließ er die südlich des Schlosses gelegene Dominikanerkirche zur neuen Hofkirche umbauen. Die Dominikaner-Mönche wurden ins Kloster St. Pauli nach Brandenburg an der Havel umgesiedelt. Die mittelalterliche Backsteinkirche der Dominikaner im gotischen Stil wurde ausgebaut, reich ausstaffiert, es wurden fürstliche Begräbnisstätten eingerichtet und ein Glockengeläut installiert. Der neue Dom wurde 1536 geweiht. Im Jahr 1539 trat Joachim II. zum lutherischen Glauben über: Aus dem katholischen Dom wurde so – mit der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg – ein protestantischer Dom. 1608 wurde auch das Domkapitel aufgelöst, der Dom wurde zur obersten Pfarrkirche Cöllns.

Da diese Backsteinkirche in den folgenden Jahrhunderten baufällig geworden war, ließ Friedrich II. zwischen 1747 und 1750 einen barocken Neubau am Lustgarten, dem heutigen Standort des Doms, errichten und nach der Überführung der kurfürstlichen Särge in den Neubau den alten Dom abreißen. Architekten dieses am 6. September 1750 geweihten Neubaus waren der aus den Niederlanden stammende Johann Boumann d. Ä., der eine sehr nüchterne Konzeption des Barocks hatte, sowie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.[4] Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gestaltete Karl Friedrich Schinkel den Dom im Stil des damals modernen Klassizismus um, das Innere in den Jahren 1816/1817, das äußere Erscheinungsbild in den Jahren 1820/1821.[5]

Baugeschichte[Bearbeiten]

Um 1900, Kuppel und Laternen wurden beim Wiederaufbau vereinfacht
Auf einer Postkarte von 1900
Das „Kaiserliche Treppenhaus“

Während des 19. Jahrhunderts wurde diskutiert, dass der bestehende bescheidene Schinkel-Dom, der ein Umbau der unter Friedrich dem Großen errichteten barocken Domkirche war, den Repräsentationsansprüchen der Monarchie nicht mehr gewachsen sei. Auf Betreiben von König Friedrich Wilhelm IV. wurde beschlossen, eine neue, prunkvollere Domkirche zu bauen, die als zweitürmige Basilika mit einem dreischiffigen Langhaus nach italienischem Vorbild errichtet werden sollte. Die Entwürfe lieferte Friedrich August Stüler, ein Schüler Schinkels. Mit ersten Bauarbeiten wurde begonnen. Die Grundmauern mit den sich abzeichnenden Apsiden wurden in der Spree errichtet. Ebenso wurden neben dem Dom bereits die hohen Mauern der geplanten königlichen Begräbnisstätte und Hohenzollern-Grablege, des von König Friedrich Wilhelm IV. Campo Santo errichtet. Das vorher an dieser Stelle befindliche königliche Waschhaus war zuvor abgerissen worden. Zahlreiche Wirren und Geldmangel brachten die Bauarbeiten 1848 zum Erliegen.

Nach der Reichsgründung erneuerte sich der Ruf nach einem repräsentativen Gotteshaus, das sich mit den großen Kirchen der Welt messen konnte. 1885 legte der Architekt Julius Raschdorff, Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg, Pläne für einen Neubau vor. Aber erst Wilhelm II. veranlasste in seiner Eigenschaft als König und Summus Episcopus in Preußen den Abriss des Schinkel-Doms und den Bau eines neuen Doms nach Raschdorffs Plänen, die von einer eklektizistischen Anverwandlung von Bauformen der italienischen Hochrenaissance und des Barock geprägt waren.

Die Grundsteinlegung dieses Baus erfolgte am 17. Juni 1894, mit der Zielstellung, das Bauwerk im 1900 einweihen zu können. Bauverzögerungen führten jedoch dazu, dass dies erst am 27. Februar 1905 erfolgen konnte. Die Bauplanung und spätere Bauausführung lagen in den Händen von Julius Raschdorff (seit dem 2. Juli 1892 Dombaumeister) sowie seinem Sohn Otto, wobei Wilhelm II. während der gesamten Bauzeit Einfluss auf die Gestaltung des Domes ausübte. Insbesondere nahm Anton von Werner die Ausmalung des Innenraums der Predigtkirche nach den persönlichen Wünschen Wilhelms II. vor.

Der Hauptaltar aus dem Vorgängerbau, erschaffen von Friedrich August Stüler (1850),fand im Neubau seinen Platz. Karl Begas d. Ä. hatte das Altarbild der Tauf- und Traukirche gestaltet.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Dom zunehmend größere Schäden. Zunächst wurden bei einem Luftangriff auf die benachbarte Burgstraße sämtliche Altarfenster zerstört, in den Kuppeln der Ecktürme kam es zu größeren Rissen. Später, bei einem der stärksten Luftangriffe auf Berlin am 24. Mai 1944, traf es dann die Kuppel mit ihrer Laterne schwer. Ein Kanister, gefüllt mit Flüssigbrandstoff, setzte die Holzverschalung unter der Kupfereindeckung in Brand. Die anrückenden Löschtruppen konnten den Brandherd nicht erreichen. Daraufhin stürzte die gesamte Kuppellaterne in das Dominnere hinab, durchschlug mit ihrem enormen Gewicht den Boden der Predigtkirche und beschädigte große Teile der darunterliegenden Hohenzollerngruft.

Im Oktober 1945 ohne Laterne, von der äußeren Kuppelschale ist nur ein Stahlgerippe übrig.

Nachdem die Predigtkirche unbenutzbar geworden war, versammelte die Domgemeinde sich erstmals zu Pfingsten 1944 in der Krypta unter der Denkmalskirche. Umgebaut zur Domgruftkirche diente sie, von einer Unterbrechung von Frühjahr bis September 1945 abgesehen, und seit 1946 mit der Schuke-Orgel ausgestattet, den Gottesdiensten der Domgemeinde. Bis zu seinem Ruhestand 1960 predigte hier der Oberdomprediger Bruno Doehring jeden Sonntag vor rund eintausend Gläubigen. Im Jahr 1971 nach notdürftiger Wiederherstellung der Tauf- und Traukirche geschlossen, wurde die verkleinerte Domgruftkirche noch einmal in den Jahren 1975–1980 während der Restaurierungsarbeiten in der Tauf- und Traukirche benutzt.

Die Kuppel hatte sich in ihrer Form erhalten können, nun klaffte aber ein großes Loch an der Stelle ihrer Spitze. Die Predigtkirche, schon durch Staub und Trümmer schwer geschädigt, erlitt weitere Schäden durch die folgenden Wettereinflüsse, ebenso die Kuppelmosaiken. Um das Dominnere zu schützen, kam daher nur eine schnellstmögliche Schließung der Kuppel in Frage. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss deshalb 1949 eine Soforthilfe, sodass die notwendigen Arbeiten bis 1953 abgeschlossen werden konnten.

Im Jahr 1975 begann schließlich die Wiederherstellung des Außenbaues mit dem Abriss der Denkmalskirche, die sich als große Apsis an die Nordseite des Gebäudes angeschlossen hatte. Der Gebäudeteil hatte den Krieg unversehrt überstanden, wurde aber wegen seiner Funktion als Ehrenhalle der Hohenzollerndynastie beseitigt, die der Führung der DDR ein Dorn im Auge war. Seine Steine wurden auf ein Feld nach Berlin-Köpenick verbracht, wo sie weiterhin lagern. Anlässlich des Abrisses wurde Reinhold Begas' marmorne Bismarck-Statue zerschlagen.[6] Die Hauptkuppel erhielt ihre ursprünglichen Proportionen zurück, allerdings in stark vereinfachter Form. Besonders auffällig war hier das völlig neu geschaffene Kuppelkreuz. Die Turmabschlüsse der vier kleineren Kuppeln wurden um 16 Meter in der Höhe reduziert, damit einher ging die Beseitigung sämtlicher Abschlusslaternen. 1983 waren diese Arbeiten soweit abgeschlossen, dass der Innenausbau folgen konnte. Sowohl das Treppenhaus als auch die Predigtkirche wurden wieder hergestellt. Mit der Eröffnung der Predigtkirche am 6. Juni 1993 war auch die aufwendige Rekonstruktion des Dominnern abgeschlossen. 1992 erhielt das Südportal die bronzene Versöhnungstür des Berliner Bildhauers Siegfried Krepp. Später sollten noch der Einbau der farbigen Glasfenster im Altarbereich sowie die Restaurierung der Kuppelmosaiken hinzukommen, deren letztes Mosaik am 29. Juni 2002 feierlich enthüllt wurde. In diesem Zusammenhang erfolgte auch eine umfassende Reinigung der Sauer-Orgel.

Kuppel[Bearbeiten]

Zustand mit provisorisch verschlossener Kuppel, 1964

Historische Kuppel[Bearbeiten]

Die Demontage des Kuppelkreuzes beflügelte eine Diskussion darüber, ob die fünf Kuppellaternen, wie sie vor dem Krieg das Bauwerk zierten, wieder aufgesetzt werden sollten. Kritiker des Kuppelkreuzes aus DDR-Zeiten bemängeln insbesondere, dass die ursprünglich umgesetzten Proportionen des Bauwerks mit der reduzierten Lösung nur unzureichend wiedergegeben werden. Entsprechend setzte sich insbesondere der Evangelische Kirchenbauverein für eine Rekonstruktion des Urzustandes ein und erhielt hierfür auch Unterstützung von der Gesellschaft Historisches Berlin. Im Streit hierüber wurden die Kritiker jedoch von der Domgemeinde, die diesem Ansinnen ablehnend gegenüberstand, buchstäblich vor die Tür gesetzt.[7] Erschwerend für eine Rekonstruktion wirkt sich auch der Umstand aus, dass der derzeitige Zustand unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Kuppelkreuz[Bearbeiten]

Ohne Kuppelkreuz
Das demontierte Kuppelkreuz neben dem Dom
Altes Kuppelkreuz, Friedhof Liesenstraße

Anfang Dezember 2006 wurde die 1981 im Zuge des Wiederaufbaus auf die Domkuppel gesetzte Laternenbekrönung abgenommen. Das Dombaubüro hatte Statiker eingeschaltet, nachdem im August 2006 Rostschäden unter der vergoldeten Kupferblechverkleidung entdeckt worden waren. In den Gutachten wurde festgestellt, dass die Standfestigkeit des 12,5 Tonnen schweren und 15 Meter hohen Kuppelkreuzes bei Stürmen nicht mehr gewährleistet sei.[8] Da die Konstruktion aus hohlen Stahlformen von innen und außen vollständig zerfressen war, konnte sie nicht restauriert werden.

Die Schäden waren auf Kontaktkorrosion zurückzuführen, die bei der Kombination von unterschiedlich edlen Metallen (hier: Kupfer und Stahl) entsteht und zur Korrosion des jeweils unedleren Metalls (hier: Stahl) führt. Dem verwendeten KT-Stahl (korrosionsträger Stahl, Cortenstahl) wurden in den 1970er Jahren günstigere Materialeigenschaften zugetraut. Aufgrund des Schadensbildes mussten auch andere Dachaufbauten mit vergleichbaren Materialkombinationen auf Schäden untersucht werden, z. B. die Kugeln auf den vier Ecktürmen sowie der kupfergetriebene Figurenschmuck.[9]

Die Rekonstruktion des Kuppelkreuzes in der Fassung von 1981 übernahm die Metallbaufirma Breidenbach aus dem oberbayerischen Peiting. Das neue Kreuz wurde anschließend von Berliner Spezialisten mit 1,5 Kilogramm Blattgold belegt. Am 19. August 2008 wurde es von einem 500-Tonnen-Kran auf die Domkuppel gehoben. Von 1,2 Millionen Euro Kosten, die bei den Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom entstanden, entfielen 700.000 Euro auf das neue Kuppelkreuz.[10]

Das alte Kuppelkreuz wurde – allerdings ohne die Kuppelkrone – auf den Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche an der Liesenstraße umgesetzt.

Rund um die Kuppel zieht sich ein Kranz, auf dem in regelmäßigen Abständen 20 kupferne Engelsfiguren thronen. Diese wurden anlässlich der Reparaturen 1978–1981 von der Kunstschmiede Berlin aufgearbeitet, auch zu Teilen komplett erneuert.

Orgeln[Bearbeiten]

Sauer-Orgel

Sauer-Orgel von 1905[Bearbeiten]

Die Orgel in der Predigtkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Sauer, der Orgelprospekt von dem Bildhauer Richard Moest. Das Instrument wurde zeitgleich mit dem Dom entworfen und realisiert.[11]

Die Technik entspricht dem Stand von 1905 und wurde zuletzt im Jahr 2006 grundlegend saniert. 1932 wurde das Rückpositiv durch Domorganist Fritz Heitmann neu disponiert, für die Mensuration dabei zeichnete Hans Henny Jahnn verantwortlich.[12]

Mit ihren 7269 Pfeifen (113 Register, vier Manuale zuzüglich Pedal) ist sie die größte vollpneumatische hochromantische Orgel und war seinerzeit die größte Domorgel in Deutschland.

I Hauptwerk C–a3
1. Prinzipal 16′
2. Majorbass 16′
3. Prinzipal 08′
4. Doppelflöte 08′
5. Prinzipal amabile 08′
6. Flûte harmonique 08′
7. Viola di Gamba 08′
8. Bordun 08′
9. Gemshorn 08′
10. Quintatön 08′
11. Harmonika 08′
12. Gedacktquinte 051/3
13. Oktave 04′
14. Flûte octaviante 04′
15. Fugara 04′
16. Rohrflöte 04′
17. Oktave 02′
18. Rauschquinte II
19. Gosscymbel III
20. Scharff III–V
21. Kornett III–IV
22. Bombarde 16′
23. Trompete 08′
24. Clairon 04′
II Manual C–a3
25. Prinzipal 16′
26. Quintatön 16′
27. Prinzipal 08′
28. Doppelflöte 08′
29. Geigenprinzipal 08′
30. Spitzflöte 08′
31. Salicional 08′
32. Soloflöte 08′
33. Dulciana 08′
34. Rohrflöte 08′
35. Oktave 04′
36. Spitzflöte 04′
37. Salicional 04
38. Flauto Dolce 04′
39. Quinte 022/3
40. Piccolo 02′
41. Mixtur IV
42. Cymbel III
43. Kornett III
44. Tuba 08′
45. Klarinette 08′
III Schwellwerk C–a3
46. Salicional 16′
47. Bordun 16′
48. Prinzipal 08′
49. Hohlflöte 08′
50. Gemshorn 08′
51. Schalmei 08′
52. Konzertflöte 08′
53. Dolce 08′
54. Gedeckt 08′
55. Unda maris 08′
56. Oktave 04′
57. Gemshorn 04′
58. Quintatön 04′
59. Traversflöte 04′
60. Nasard 022/3
61. Waldflöte 02′
62. Terz 013/5
63. Mixtur III
64. Trompete 08′
65. Cor anglais 08′
Glockenspiel


III Rückpositiv C–a3
66. Flötenprinzipal 08′
67. Flöte 08′
68. Gedackt 08′
69. Dulciana 08′
70. Zartflöte 04′
IV Schwellwerk C–a3
71. Lieblich Gedackt 16′
72. Prinzipal 08′
73. Traversflöte 08′
74. Spitzflöte 08′
75. Lieblich Gedackt 08′
76. Quintatön 08′
77. Aeoline 08′
78. Voix céleste 08′
79. Prestant 04′
80. Fernflöte 04′
81. Violine 04′
82. Gemshornquinte 022/3
83. Flautino 02′
84. Harmonia aetheria III
85. Trompete 08′
86. Oboe 08′
87. Vox Humana 08′
Tremolo zu Vox humana
Pedal C–f1
88. Prinzipal 32′
89. Untersatz 32′
90. Prinzipal 16′
91. Offenbass 16′
92. Violon 16′
93. Subbass 16′
94. Gemshorn 16′
95. Liebliche Gedackt 16′
96. Quintbass 102/3
97. Prinzipal 08′
98. Flötenbass 08′
99. Violoncello 08′
100. Gedackt 08′
101. Dulciana 08′
102. Quinte 051/3
103. Oktave 04′
104. Terz 031/5
105. Quinte 022/3
106. Septime 022/7
107. Oktave 02′
108. Mixtur III
109. Contraposaune 32′
110. Posaune 16′
111. Fagott 16′
112. Trompete 08′
113. Clairon 04′
  • Koppeln: II/I, III/I, IV/I, Super I, III/II, IV/II, Super II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P.
  • Spielhilfen: 3 freie Kombinationen, Mezzoforte, Forte, Tutti, Rohrwerke, Jalousieschweller III. Manual, Jalousieschweller IV. Manual, Jalousieschweller Vox humana, Handregister ab, Rückpositiv ab.

Schuke-Orgel von 1946[Bearbeiten]

In der Tauf- und Traukirche befindet sich eine Schuke-Orgel aus dem Jahr 1946, die ursprünglich in der Domgruftkirche aufgestellt war.[13]

I Hauptwerk C–f3
1. Rohrflöte 08′
2. Quintadena 08
3. Prinzipal 04′
4. Waldflöte 02′
5. Mixtur IV 011/3
II Hinterwerk C–f3
6. Gedackt 08′
7. Nachthorn 04′
8. Prinzipal 02′
9. Quinte 011/3
10. Sesquialter II
11. Scharff III 01′
12. Oboe 08′
Pedal C–f1
13. Subbass 16′
14. Oktave 08′
15. Pommer 04′
16. Posaune 16′

Glocken[Bearbeiten]

Im Nordwestturm hängt ein dreistimmiges Bronzegeläut. Es besteht aus drei unterschiedlichen Glocken. Sie hängen in einem dreifeldrigen Stahlstuhl (große Glocke in der Mitte). Die kleine Glocke hängt am Holzjoch, die übrigen an geraden Stahljochen.[14]

Die mit drei Tonnen schwerste Glocke heißt Neue Wilsnacker Glocke und wurde 1929 von der Glockengießerei Lauchhammer gegossen; ihr Schlagton ist h0. Als Zier trägt sie den Gekreuzigten und den Auferstandenen. Sie ersetzte die Glocke der Wilsnacker Wunderblutkirche aus dem Jahr 1471, die sich seit 1552 in den Vorgängerbauten des Berliner Doms befunden hatte. Sie war 1921 durch einen Sprung unbrauchbar geworden, wurde repariert und kam, 1928 erneut gesprungen, nach Lauchhammer. Dort rettete sie 1930 in letzter Stunde das Märkische Museum vor dem Einschmelzen und stellte sie 1935 in der Kirchenhalle des Museums auf.[15]

Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Ø (cm) Gewicht (kg) Nominal Inschrift, Anmerkungen
1 Neue Wilsnacker Glocke 1929 Glockengießerei Lauchhammer 3.000 h0
2 Brandenburger Glocke 1913 Glockengießerei M & O Ohlsson (Lübeck) d1 Findet zum täglichen Betzeitläuten Gebrauch.
3 Osterburger Glocke 1532 Hinrik van Campen e1 Glockenzier: Mutter Gottes auf der Mondsichel.

Domgemeinde und heutige Funktion[Bearbeiten]

Die Gemeinde der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin ist eine rund 1350 Mitglieder umfassende und seit Jahren wachsende Personalgemeinde, die in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Sonderstellung einnimmt. Ihrem Leitungsgremium, dem „Domkirchenkollegium“, gehören neben acht von der Gemeinde gewählten Domkirchenräten und den Dompredigern auch vier entsandte stimmberechtigte Mitglieder an: Je ein Vertreter der Bundesregierung und des Senats von Berlin werden auf deren Vorschlag vom Rat der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD gewählt, das Amt der UEK und die Landeskirche entsenden je einen weiteren Vertreter. Vorsitzender des Gremiums ist Volker Faigle. Die beiden Pfarrstellen der Gemeinde werden wegen der Bedeutung des Domes über die Grenzen der Landeskirche hinaus deutschlandweit ausgeschrieben. Amtierende Domprediger sind Petra Zimmermann als geschäftsführende Dompredigerin (seit 2006), Thomas C. Müller (seit 2010) und Michael Kösling (seit 2013) sowie Birte Biebuyck (Pastorin im Ehrenamt seit 2007).

Das Innere des Berliner Doms mit Orgel, Kanzel und Altar

Neben den Dompredigern halten turnusmäßig der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Nikolaus Schneider, der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hermann Barth, sowie der Auslandsbischof der EKD, Bischof Martin Schindehütte, Gottesdienste im Dom. In loser Folge leiten zudem die übrigen Bischöfe der Gliedkirchen der EKD den Abendmahlsgottesdienst am Sonntagmorgen. Den Titel eines Ehrendompredigers führen der Bischof von London, Rt. Rev. Richard Chartres, sowie der Tübinger Theologe Eberhard Jüngel, die beide regelmäßig am Dom zu Gast sind.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fanden Gottesdienste und Andachten in der Gruftkirche und ab 1980 in der wiederhergestellten Tauf- und Traukirche statt. Seit 1993 gibt es wieder tägliche Gottesdienste in der Predigtkirche.

Im Berliner Dom fanden der Staatstrauerakt für den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (Februar 2006), ein ökumenischer Dankgottesdienst zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge (März 2007) sowie die offizielle Trauerfeier für die drei in Afghanistan getöteten deutschen Personenschützer (August 2007) statt.

Hohenzollerngruft[Bearbeiten]

In der Gruft des Berliner Doms wurden von 1536 bis 1916 Mitglieder des Hauses Hohenzollern, des ehemaligen preußischen Königshauses, beigesetzt, allerdings keiner der Deutschen Kaiser.

Die letzten preußischen Herrscher ruhen im Mausoleum beim Haus Doorn (Wilhelm II.), im Mausoleum an der Friedenskirche in Potsdam (Friedrich III.), in der Friedenskirche selbst (Friedrich Wilhelm IV.) bzw. im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg (Wilhelm I. und Friedrich Wilhelm III.). Friedrich Wilhelm II. ist damit der letzte preußische König, der im Dom beigesetzt wurde.

In Prunksarkophagen mit hölzernen Innensärgen haben u. a. der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm, Kurfürstin Dorothea, der erste König in Preußen Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Gruft befindet sich unmittelbar unter der Predigtkirche (Hohenzollerngruft).

Das älteste Grabmal in der Hohenzollerngruft – das Tischgrab Johann Ciceros von Peter Vischer und Sohn, um 1530 im Kloster Lehnin aufgestellt
Sarkophag des Großen Kurfürsten
Sarkophag Friedrich Wilhelms II. (Nr. 61)

In der Hohenzollerngruft sind u. a. folgende Personen bestattet (in chronologischer und familiärer Reihenfolge):

(Anmerkung: Die Nummerierung entspricht der an den Särgen angebrachten)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Brozat: Der Berliner Dom und die Hohenzollerngruft. Haude und Spener, Berlin 1985, ISBN 3-7759-0271-6.
  • Thomas Buske: Der Berliner Dom als ikonographisches Gesamtkunstwerk. Helms, Schwerin 2000, ISBN 3-931185-80-X.
  • Laurenz Demps: Der Berliner Dom. Berlin-Edition, Berlin 1999, ISBN 3-8148-0009-5 (Berliner Ansichten; 10).
  • Helmut Engel, Wilhelm Hüffmeier (Hrsg.): Der Berliner Dom – Zur Geschichte und Gegenwart der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin. JOVIS, Berlin 2001, ISBN 3-931321-67-3
  • Helmut Engel (Hrsg.): Die Gruft der Hohenzollern im Berliner Dom. Jovis, Berlin 2005, ISBN 3-936314-37-3.
  • Heinz Hoffmann: Die Versöhnungstür von Siegfried Krepp am Südportal des Berliner Domes. Hentrich & Hentrich, Berlin 2005, ISBN 978-3-938485-11-8.
  • Rüdiger Hoth: Berliner Dom. Geschichte und Gegenwart. Deutscher Kunstverlag, München 1995 (Große Baudenkmäler; 416).
  • Karl-Heinz Klingenburg: Der Dom zu Berlin. Schnell & Steiner, München 1990 (Kleiner Kunstführer; 1850).
  • Karl-Heinz Klingenburg: Der Berliner Dom. Bauten, Ideen und Projekte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Koehler & Amelang, Berlin 1992, ISBN 3-7338-0155-5.
  • Detlef Plöse (Hrsg.): Der Berliner Dom. Geschichte und Gegenwart der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin. Jovis, Berlin 2001, ISBN 3-931321-67-3.
  • Julius Schneider: Die Geschichte des Berliner Doms seit seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von der Domkanzel aus gesehen. Domkirchenamt Berlin, Berlin 1986.
  • Jochen Schröder: Die Baugestalt und das Raumprogramm des Berliner Doms als Spiegel der Ansprüche und Funktionen des Bauherrn Kaiser Wilhelms II. Marburg, Univ., Diss., 2002 (Digitale Ausgabe).
  • Jochen Schröder: Berliner Dom. Ein Denkmal der geeinten evangelischen Kirche in Deutschland. Johannes Herrmann J&J-Verlag, Wettenberg 2005, ISBN 3-937983-02-3.
  • Burkhard Staudinger (Hrsg.): Der Berliner Dom. Das Gotteshaus am Lustgarten. Publicon Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-927418-32-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berliner Dom – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Größte Kirche Berlins
  2. Berliner Dom. In: Structurae.
  3. 1650 Sitzplätze
  4. 6. September (Jahr 1750) in: Tagesfakten des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  5. Otto Friedrich Gruppe: Karl Friedrich Schinkel und der neue Berliner Dom
  6. Bauarbeiter retteten den Kopf vor der Zertrümmerung. Siehe dazu Ester Sophia Sünderhauf, (Hrsg.): Begas. Monumente für das Kaiserreich. Eine Ausstellung zum 100. Todestag von Reinhold Begas (1831–1911), Sandstein Verlag, Dresden 2010, S. 274, 334, mit Abbildungen S. 275, 334
  7. Streit um die Kuppel des Berliner Doms. In: Die Welt Online, 1. Januar 2008
  8. Berliner Dom: Kuppelkreuz wird auf Schäden untersucht. In: Berliner Morgenpost vom 7. Dezember 2006, abgerufen am 14. November 2014.
  9. Streit um die Kuppel des Berliner Doms. Auf welt.de vom 1. Januar 2008, abgerufen am 14. November 2014.
  10. Das Kreuz krönt jetzt wieder den Berliner Dom. In: Die Welt (Online-Ausgabe) vom 19. August 2008; Endlich: Das Kreuz leuchtet über Berlin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. August 2008.
  11. vgl. auch die Darstellung auf der Website des Berliner Doms
  12. Richard Voge, Elisabeth Heitmann: Fritz Heitmann – Das Leben eines deutschen Organisten. Merseburger, Berlin 1963
  13. Die Orgel auf OrganIndex
  14. Vgl. auch eine Videoaufnahme der Glocken
  15. Dazu Walter Stengel in der Chronik des Märkischen Museums der Stadt Berlin. In: Eckart Hennig, Werner Vogel (Hrsg.): Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte. 30. Band, Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. (gegr. 1884), Berlin 1979, S. 7–51, hier S. 31. Zur Geschichte der alten Glocke siehe Renate Veigel: Die Kirchen- und Rathausglocken im Stadtmuseum Berlin. In: Generaldirektor des Stadtmuseums Berlin Reiner Güntzer (Hrsg.): Jahrbuch Stiftung Stadtmuseum Berlin, Bd. VI 2000, Henschel Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89487-375-2, S. 93–101
  16. Domgruft in diegeschichteberlins.de, abgerufen am 14. November 2014.

52.51916666666713.401111111111Koordinaten: 52° 31′ 9″ N, 13° 24′ 4″ O