Inger Stevens

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Inger Stevens (* 18. Oktober 1934 in Stockholm, Schweden; † 30. April 1970 in Los Angeles, Kalifornien; eigentlich Inger Stensland) war eine schwedisch-amerikanische Schauspielerin.

Werdegang[Bearbeiten]

Inger Stevens war ein schüchternes, unsicheres und kränkliches Kind. Als sie sechs Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden und sie zog mit ihrem jüngeren Bruder Ola zu ihrem Vater, Per Stensland, in die Vereinigten Staaten, der sich dort aufgrund eines gewonnenen Stipendiums aufhielt. Die Familie ließ sich in Manhattan, Kansas nieder. Nach einer freudlosen Jugend, die u. a. durch ständige Streitigkeiten mit der Stiefmutter gekennzeichnet war, verließ Inger Stevens ihr Zuhause und ging 1953 nach New York, um sich dort eine Filmkarriere aufzubauen.

Sie arbeitete in der Bekleidungsbranche und fing an, nebenbei Schauspielunterricht bei Lee Strasberg, Eigentümer des Actor’s Studio und Vater der US-Schauspielerin Susan Strasberg, zu nehmen. Zum ersten Male tauchte Inger Stevens in den frühen fünfziger Jahren auf dem Bildschirm auf. 1955 heiratete sie ihren Agenten Anthony Soglio, aber die Ehe hielt nur sechs Monate. Ihren ersten Film mit dem Titel „Man On Fire“ drehte sie 1957 mit Bing Crosby, mit dem sie auch eine Affäre hatte. Im gleichen Jahr bei Dreharbeiten in einem Tunnel, zu dem Film „Cry Terror“, erlitten sie und einige Mitglieder des Teams Rauchvergiftungen.

Im Jahre 1959 ging sie zurück nach New York und Neujahr 1960 versuchte sie sich durch die Einnahme von Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Drei Tage später wurde sie bewusstlos aufgefunden. Die Folgen dieses versuchten Suizids waren geschwollene Beine und eine vierzehn Tage andauernde Blindheit. Zur Überraschung aller erholte sie sich davon und hatte schon zwei Monate später Gastauftritte in mehreren Fernsehserien. 1961 kam sie bei einem Flugzeugunglück in Lissabon mit dem Leben davon, kurz bevor das Flugzeug explodierte. Im gleichen Jahr ehelichte sie angeblich heimlich den schwarzen Produzenten und US-Schauspieler Isaac Jones, mit Vornamen kurz „Ike“ gerufen.

In den Jahren 1961 bis 1966 trat sie in der sehr erfolgreichen Fernsehserie The Farmer’s Daughter der US-Fernsehgesellschaft ABC auf. Nach zahlreichen Auftritten in mehreren Shows und Werbespots war sie nun der Star in ihrer eigenen Show. Dem Leid ihrer Mitmenschen gegenüber nicht gleichgültig, auch aufgrund zweier geistig zurückgebliebener Cousins in der eigenen Familie, verbrachte sie viele Stunden im Kreise behinderter Kinder. Inger Stevens war die Vorsitzende des kalifornischen Ausschusses behinderter Kinder und der Kommission des Neuropsychiatrischen Instituts am UCLA Medical Center, berufen durch den kalifornischen Gouverneur Edmund „Pat“ Brown. Nachdem die TV-Serien abgedreht waren, wandte sich Inger Stevens wieder ernsthafter ihrer Karriere beim Film zu.

Von 1966 bis 1969 trat sie zusammen mit vielen Hollywoodgrößen in zahlreichen erfolgreichen Filmen vor die Kamera, so z. B. in „Madigan“ mit Richard Widmark und Henry Fonda oder auch in „A Guide For The Married Man“ mit Walter Matthau und Robert Morse, in „Firecreek“ mit James Stewart und wieder Henry Fonda, sowie auch in „A Dream Of Kings“ mit Anthony Quinn, und dem Western „Hängt ihn höher“ mit Clint Eastwood, um nur einige zu nennen. Ihr zweiter Anlauf zu einer großen Filmkarriere war geglückt und ihre Zukunft schien verheißungsvoller denn je, denn sie hatte es geschafft, von einem der ersten Fernsehstars zu einem großen Filmstar aufzusteigen. Anfang des Jahres 1970, nach Beendigung der Dreharbeiten zu dem Fernsehfilm „Run Simon Run“ des Fernsehsenders ABC, kam sie mit Aaron Spelling, dem später berühmten Produzenten, überein, wöchentlich in einer von ihm produzierten Fernsehserie mitzuwirken.

Am Morgen des 30. April 1970 fand ein Freund Inger Stevens bewusstlos in ihrer Küche auf. Bei ihrer Ankunft in einem nahegelegenen Hospital wurde sie offiziell für tot erklärt. Der ersten Begutachtung nach, und spätere toxikologische Untersuchungen bestätigten dies, starb sie an einer Überdosis Barbiturate. Es soll auch Hinweise darauf geben, dass Inger Stevens umgebracht worden ist. Unmittelbar nach ihrem Tod erhob ihr heimlich geehelichter Gatte Anspruch auf die sterblichen Überreste von Inger Stevens und ihr Vermögen. Ihr Leichnam wurde eingeäschert und die Asche über dem pazifischen Ozean verstreut. Kurz vor ihrem Tode lernte sie Burt Reynolds kennen. Auf die Frage bezüglich ihrer Beziehung zueinander schweigt Reynolds bis heute beharrlich und sagt höflich aber bestimmt: „Kein Kommentar“.

Filme[Bearbeiten]

  • 1957: Die Große Schuld (Man on Fire)
  • 1958: Cry Terror
  • 1958: König der Freibeuter (The Buccaneer)
  • 1959: Die Welt, das Fleisch und der Teufel (The World, the Flesh and the Devil)
  • 1964: Assistenzärzte (The New Interns)
  • 1967: Das Mörder-Syndikat (The Borgia Stick)
  • 1967: Leitfaden für Seitensprünge (A Guide for the Married Man)
  • 1968: Der Gnadenlose Ritt (A Time for Killing)
  • 1968: Die fünf Vogelfreien (Firecreek)
  • 1968: Nur noch 72 Stunden (Madigan)
  • 1968: Todfeinde (Five Card Stud)
  • 1968: Hängt ihn höher (Hang 'em High)
  • 1969: Jedes Kartenhaus zerbricht (House of Cards)
  • 1969: Matzoukas, der Grieche (A Dream of Kings)
  • 1970: Quest: The Mask of Sheba
  • 1970: Der Mörder meines Bruders (Run Simon Run)

Fernsehserien[Bearbeiten]

  • The Farmer´s Daughter (1963–1966)
  • Twilight Zone - Titel: The Lateness Of The Hour (1960)
  • Twilight Zone - Titel: The Hitchhiker (1960)

Weblinks[Bearbeiten]