Pat Brown

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Politiker Pat Brown. Zur Schauspielerin siehe Pat Crawford Brown; zu anderen Personen siehe Patrick Brown.
Pat Brown (1964)

Edmund Gerald „Pat“ Brown sr. (* 21. April 1905 in San Francisco, Kalifornien; † 16. Februar 1996 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Politiker (Demokratische Partei). Er war von 1959 bis 1967 der 32. Gouverneur von Kalifornien.

Sein Sohn Jerry Brown war von 1975 bis 1983 ebenfalls Gouverneur von Kalifornien und bekleidet dieses Amt seit 2011 erneut.

Leben[Bearbeiten]

Edmund Brown, genannt Pat, wurde am 21. April 1905 in San Francisco geboren. Sein Vater war während des Goldrauschs dorthin gezogen und hatte sich als Händler selbständig gemacht. Er wuchs zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Nachdem er die Lowell High School beendet hatte, begann er ein Jurastudium an der San Francisco Law School, das er 1927 mit dem Bachelor abschloss. Im selben Jahr wurde er von der Rechtsanwaltskammer zugelassen. Bis 1943 arbeitete Brown als Anwalt in Kalifornien. Zwar versuchte er mehrmals in der Politik Fuß zu fassen, so kandidierte er schon 1928 als Republikaner für einen Sitz im kalifornischen Parlament, konnte sich aber, wie auch 1939, als Kandidat der Demokraten, als er sich für das Amt des Staatsanwalts in einem kalifornischen Distrikt wählen lassen wollte, nicht durchsetzen.

Politik[Bearbeiten]

Gouverneur Brown (links mittig) mit Präsident Johnson (rechts), 1963

Erstmals siegreich war Brown bei der Wahl im Jahr 1943 zum Staatsanwalt seines Heimatdistrikts San Francisco. Vier Jahre später wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, die er aber nicht beendete, da er sich 1950 zum Attorney General Kaliforniens wählen ließ. Bei den Vorwahlen zur Wiederwahl 1954, bei denen die einzelnen Parteien ihre Kandidaten für die Wahl vorabwählen, ist besonders bemerkenswert gewesen, dass er sowohl bei den Demokraten als auch den Republikanern kandidierte und sogar von beiden Parteien gewählt wurde. Da beide Parteien sich auf Brown einigen konnten, war seine Wiederwahl reine Formsache. Im November 1958 gewann er die Gouverneurswahl gegen den republikanischen Senator William F. Knowland mit deutlicher Mehrheit. Sein neues Amt trat er am 5. Januar 1959 an. Während seiner Zeit als Gouverneur setzte Brown sich für den Ausbau der Autobahnen und der Weiterentwicklung der Wasserversorgungssysteme ein. Vor allem sollten die südlichen Landesteile nutzbar gemacht werden. Er baute erheblich soziale Leistungen und das staatliche Schulsystem aus. In seine Amtszeit fiel der Bau von drei weiteren Universitäten und sechs Colleges, welches allen Kindern ein Studium zu günstigen Preisen anbieten sollte.

Im Zuge der Präsidentschaftswahl 1964 wurde er als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat des amtierenden Präsidenten Lyndon B. Johnson gehandelt. Johnson wählte letztlich jedoch Hubert H. Humphrey als Running Mate aus.

Bei den Wahlen 1962 gewann er gegen den späteren Präsidenten Richard Nixon, der kurz danach sein vorübergehendes Ausscheiden aus der Politik bekannt gab. Im November 1966 strebte Brown eine dritte Amtszeit an, verlor jedoch die Wahl in einem klaren Ergebnis gegen seinen republikanischen Herausforderer Ronald Reagan, welcher später ebenfalls Präsident der Vereinigten Staaten werden sollte. Mit seinem Ausscheiden aus dem Amt im Januar 1967 verband er ebenfalls sein Ausscheiden aus der Politik und so arbeitete Brown bis 1990 wieder als Anwalt in Kalifornien.

Familie[Bearbeiten]

Browns Grab in Colma, Kalifornien

Auf der High School hatte Brown eine Frau namens Bernice Layne kennengelernt, die er 1930 heiratete. Sie hatten drei Töchter und einen Sohn. Kathleen Brown gehörte später ebenfalls der kalifornischen Regierung an und Jerry Brown wurde wie sein Vater ebenfalls zum Gouverneur Kaliforniens gewählt. Edmund Brown starb am 16. Februar 1996 im Alter von 90 Jahren an einem Herzschlag.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ethan Rarick: California Rising. The Life and Times of Pat Brown. University of California Press, 2005, ISBN 0-520-23627-0.
  • Roger Rapoport: California Dreaming: The Political Odyssey of Pat & Jerry Brown. Nolo Press, Berkeley 1982, ISBN 0-917316-48-7.
  • Edmund G. P. Brown, in: Internationales Biographisches Archiv 44/1996 vom 21. Oktober 1996, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]