Interne Fixation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Interne Fixation am Handgelenk.

Interne Fixation ist ein Vorgang in der Orthopädie, der die chirurgische Anwendung von Implantaten zum Zwecke der Reparatur eines Knochens beinhaltet, ein Konzept aus der Mitte des 19. Jahrhunderts[1]. Ein Fixateur interne kann aus Edelstahl oder Titan bestehen.

Zu den Arten des Fixateur interne gehören Knochenschrauben und Metallplatten, Stifte, Stäbe[2], Kirschnerdrähte und intramedullären Vorrichtungen wie der Küntschernagel und der Verriegelungsnagel[3].

Offene Reposition und interne Fixation (ORIF)[Bearbeiten]

US-Navy-Ärzte führen eine offene Reposition und Osteosynthese-Operation am Oberschenkelknochen durch.
Interne Fixation, die für ein gebrochenes Handgelenk eingesetzt wurde (Länge in cm)

Offene Reposition und interne Fixation (engl. open reduction internal fixation, ORIF) beinhaltet die Anwendung von Implantaten zur Steuerung des Heilungsprozesses des Knochens sowie die offene Reposition oder Arretierung des Knochens selber. Offene Reposition bezieht sich dabei auf offenen Chirurgie, um den Knochen zu richten, wie für einige Frakturen erforderlich. Interne Fixation bezieht sich auf Fixierung mittels Schrauben und/oder Platten, um Heilung zu ermöglichen oder zu erleichtern. Starre Fixierung verhindert Mikrobewegung über Bruchlinien, um die Heilung zu ermöglichen und einer Infektion vorzubeugen, die bei der Verwendung von Implantaten wie Platten (z. B. Dynamic Compression Plate), eintreten kann. Offene Reposition und Interne Fixation wird oft in Fällen schwerer Frakturen wie Trümmerfrakturen oder dislozierter Frakturen angewendet. Interne Fixateure für die Wirbelsäule sollen entweder eine Verletzung des Rückenmarks verhindern oder, bei bereits traumatischer Querschnittlähmung, eine rasche Mobilisierung und Rehabilitation des Patienten ermöglichen.

Zu den Risiken und Komplikationen gehören bakterielle Besiedlung des Knochens, Infektion, Steifheit und Verlust der Beweglichkeit, Pseudarthrosenbildung, Fehlverheilung, Schäden an den Muskeln, Nervenschäden und Lähmungen, Arthritis, Sehnenentzündungen, chronische Schmerzen wegen der implantierten Platten, Schrauben und Stifte, Kompartmentsyndrom, Deformität, hörbares Knallen und Schnappen und mögliche künftige Operationen zur Entfernung des Osteosynthesematerials.

Geschlossene Reposition und interne Fixation[Bearbeiten]

Geschlossene Reposition und interne Fixation (engl. closed reduction internal fixation, CRIF) ist die Reposition ohne offene Operation gefolgt von interner Fixation. Es erscheint als eine akzeptable Alternative bei instabilen verschobenen seitlichen kondylären Humerusfrakturen bei Kindern. Wenn die Dislokation allerdings nach geschlossener Reposition mehr als 2 mm beträgt, ist eine offene Reposition und interne Fixation ratsam[4].

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeine Prinzipien der Internen Fixation. abgerufen am 9. Januar 2010
  2. MedicineNet.com abgerufen am 9. Januar 2010
  3. Das Original Verriegelungsnagel-System abgerufen am 10. Februar 2011
  4. Interne Fixation der medialen Schenkelhalsfraktur abgerufen am 3. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten]


Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!