Isaac Stern

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Isaac Stern, 1980
Isaac Stern, 1979

Isaac Stern (* 21. Juli 1920 in Kremenez, Ukraine; † 22. September 2001 in New York) war einer der bedeutendsten Violinisten des 20. Jahrhunderts und zu seiner Zeit einer der gefragtesten Musiker der Welt.

Leben[Bearbeiten]

1921 waren seine Eltern, Solomon und Clara Stern, in die USA ausgewandert, wo er aufwuchs. Die Mutter hatte am St. Petersburger Konservatorium Gesang studiert und gab Isaac ab dem siebten Lebensjahr Klavierunterricht. Bei einem Jungen in der Nachbarschaft hörte er Geigenspiel, und die Geige wurde sein Instrument. Durch Unterstützung eines Mäzens besuchte er das Konservatorium in San Francisco und studierte bei Robert Pollack und Naum Blinder. Er debütierte 1936 mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Pierre Monteux mit dem dritten Violinkonzert von Camille Saint-Saëns. Einige Monate später spielte er Tschaikowskis Violinkonzert mit den Los Angeles Philharmonikern unter Otto Klemperer. 1937 trat er an der Ostküste in der Town Hall in New York auf. Hier nahm er noch Stunden bei Louis Persinger, bei dem auch Yehudi Menuhin Unterricht hatte.

1939 hatte sich der legendäre Impresario und Manager Sol Hurok Sterns angenommen, der in ihm eine Vaterfigur sah. Innerhalb von zehn Jahren wurde Stern einer der meist beschäftigten Musiker seiner Zeit. 1949 gab er 120 Konzerte auf einer siebenmonatigen Konzertreise durch die USA, Europa und Südamerika.

1960 sollte die baufällige Carnegie Hall abgerissen werden und an dieser Stelle ein Bürogebäude entstehen. Stern führte eine Gruppe von Gegnern an, die sich für den Erhalt des im Jahr 1891 entstandenen und so geschichtsträchtigen Gebäudes einsetzten. Es gelang ihnen, die Stadt New York zu überzeugen, die Carnegie Hall für eine Summe von fünf Millionen Dollar zu kaufen und sie an eine gemeinnützige Organisation zu verpachten, deren Präsident er wurde. 1962 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Für die Restaurierung 1986 setzte er sich ebenfalls ein und der große Saal wurde als Dank „Isaac Stern Auditorium“ benannt. 1991 wurde dann mit einem großen Konzert das 100-jährige Bestehen gefeiert.

Außerhalb des klassischen Musikbetriebs wurde er durch seinen Dokumentarfilm From Mao to Mozart bekannt, der von seiner Reise als Lehrer und Interpret in die Volksrepublik China berichtet und der 1981 den Academy Award für die beste ungekürzte Dokumentation erhielt.

Stern konzertierte häufig in Israel. Er gründete 1973 das Jerusalem Music Centre und war Vorsitzender der amerikanisch-israelischen Kulturstiftung. Zu seinen Kammermusikpartnern gehörten der Cellist Leonard Rose, mit dem er zahlreiche Werke der Kammermusik und Konzerte wie das Brahms-Doppelkonzert für Violine und Violoncello op. 102 einspielte, und Eugene Istomin, mit dem er und Leonard Rose ein Klaviertrio bildeten. Ferner Emanuel Ax, Wilhelm Kempff und Yo-Yo Ma.

Isaac Sterns Repertoire umfasste viele Werke der Violinliteratur aus Frühklassik, Wiener Klassik und Romantik, besonders Werke von Johannes Brahms, Beethoven und Mendelssohn sowie unter den Komponisten der Moderne Werke von Samuel Barber, Béla Bartók, Igor Stravinsky, Paul Hindemith und Leonard Bernstein.

Stern unterstützte und förderte den musikalischen Nachwuchs, darunter die Violinisten Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman, den Cellisten Yo-Yo Ma, und den Pianisten Yefim Bronfman.

Isaac Stern war auf allen internationalen Konzertpodien zuhause. In seiner über 60-jährigen Laufbahn kannte er alle internationale Konzertpodien und gab bis zu 200 Konzerte im Jahr. Stern zählte zu den letzten großen Geigern seiner Generation.

Seine Autobiografie Meine ersten 79 Jahre erschien 2000 im Lübbe-Verlag (ISBN 3785720068) auf Deutsch.

Geigen[Bearbeiten]

Stern besaß und spielte mehrere berühmte Geigen:

  • Guarneri del Gesù (1737) "The Vicomte de Panette" kaufte Isaac Stern 1947 and verkaufte sie 1994. Der derzeitige Besitzer, Mr. David Fulton, hatte 1996 die Geige an Vadim Repin ausgeliehen für Plattenaufnahmen von Ravel und Medtner Sonaten.
  • Guarneri del Gesù (1740), die einst Eugène Ysaÿe gehörte, trägt ein von diesem unterschriebenes Label auf dem stand: "This violin was the faithful companion of my career." (Diese Geige war ein treuer Begleiter meiner Karriere). Stern kaufte die Geige 1965 und verkaufte sie 1998. Von 1937-58 gehörte sie Charles Munch. Sie wurde bereits von Yehudi Menuhin und Ivry Gitlis gespielt. Sie war in der Ausstellung Guarneri del Gesù Exhibition in New York 1994.
  • Carlo Bergonzi (1733) gehörte Stern 1975 und danach Paavo Berglund.
  • G. B. Guadagnini (1750). Eigentum Stern 1943-1997
  • Stradivari (1721) "The Kruse", oder “Kreutzer” Stradivari
  • G. B. Guadagnini (1754), gehört heute Boris Belkin.
  • J. B.Vuillaume (1846) "The Tsar" 1998 in Besitz von Oliver Jaques, Zürich

Von der Vuillaume soll der New Yorker Geigenbauer Samuel Zygmuntowicz eine Kopie hergestellt haben

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1982 wurde Stern mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet. 1987 erhielt er den Lifetime Achievement Award. 1992 überreichte ihm US-Präsident George H. W. Bush die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA. 2000 bekam er den inoffiziellen Nobelpreis für Musik, den Polar Music Prize.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isaac Stern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien